Nicht nur Ikea setzt sich über ärztliche Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht hinweg: In Schaumburg verweigerte nun eine Tierärztin die dringende Notfallbehandlung bei einem Hundewelpen – weil der Besitzer wegen einer attestierten Erkrankung keine Maske trug.

Der 7 Wochen alte Malinois-Mischlingswelpe wurde von einer Wespe in die Lefze gestochen. Daraufhin schwoll der Kopf der kleinen Hündin stark an und sie hatte Schwierigkeiten, zu atmen: Ein absoluter Notfall! Ihr Besitzer brachte sie daraufhin gemeinsam mit seinem Sohn in die Notfallsprechstunde einer Tierarztpraxis – doch die Veterinärmedizinerin dort lehnte die Behandlung des japsenden Welpen ab. Der Grund: Der Besitzer, ein 51-jähriger Physiotherapeut, trug in der Praxis keinen Mundschutz.

Dass er per ärztlichem Attest aufgrund einer Erkrankung von der Maskenpflicht befreit war, interessierte die Tierärztin nicht. Auch dass der 7-jährige Sohn durchaus in der Lage gewesen wäre, den Hund zu übergeben, wurde ignoriert.

Vater und Sohn mussten mit dem leidenden Welpen weiterziehen. Glücklicherweise fanden sie einen anderen Tierarzt, der den Hund rettete. Auf sich beruhen lassen möchte der Besitzer den Vorfall allerdings nicht: Sein Anwalt gab gegenüber der Bild an, dass die Tierärztin den Notfall trotz der Corona-Auflagen hätte behandeln können. Der Fall sei der Tierärztekammer Niedersachsen vorgelegt worden.