Allmählich zeigen sich die Folgen des Corona-Lockdowns, die Industrie geht in die Knie. Auch Oberösterreich ist betroffen.

MAN, die Lkw- und Bustochter des Volkswagenkonzerns will bis zu einem Viertel des Personals in Deutschland und Österreich entlassen. Grund für die Streichung von fast 9.500 Stellen sind Einsparungen, da dem Konzern die Kosten während der Corona-Krise zu hoch sind. Eingespart werden sollen mehrere Milliarden Euro. Dazu soll in allen Bereichen gespart werden, das heißt: Stellen wegfallen. Außerdem sollen auch Teile der Produktion und Entwicklung an andere Standorte verlegt werden. Somit stehen derzeit auch der Produktionsstandort in Steyr (Oberöstereich) und die deutschen Betriebe in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) zur Disposition. Noch 2019 beschäftigte MAN rund 39.000 Mitarbeiter und erreichte 11 Milliarden Euro Umsatz. In dem Werk in Steyr arbeiten 2.300 Personen.

Die Folgen türkis-grüner Politik

Zu den Ankündigungen aus dem MAN-Management, dass der Standort in Oberösterreich den Umstrukturierungen zum Opfer fallen und aufgelassen werden könnte, meldete sich auch der oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreter und stellvertrende FPÖ-Bundesparteiobmann, Dr. Manfred Haimbuchner zu Wort. Er sieht in den Plänen des Konzerns eine direkte Auswirkung der Corona-Maßnahmen im Frühjahr. „Die schwarz-grüne Bundesregierung hat jedoch dazu beigetragen, Österreich als Standort in Krisenzeiten unattraktiv erscheinen zu lassen. Viele der COVID-Maßnahmen der Bundesregierung sind nicht nur völlig widersprüchlich, sondern leider auch ohne Maßnahmenpaket für die logischen wirtschaftlichen Folgewirkungen durchgezogen worden“, so Haimbuchner. Und genau diese Maßnahmen seien es nun auch, die bei global agierenden Konzernen wie MAN dazu führen, dass Entscheidungsgrundlagen der aktuellen Situation angepasst werden.

Keinen Arbeitnehmer im Stich lassen

Aufgrund der drohenden Massenentlassungen in Steyr fordert Haimbuchner sofort einen Masterplan für Oberöstereich, um den, aufgrund der Corona-Maßnahmen auftretenden kurzfristigen und langfristigen Problemen wirksam begegnen zu können. „Kein Arbeitnehmer darf, weder heute noch morgen, im Stich gelassen werden“, so der Landeshauptmannstellvertreter, der zugleich betont, dass der Innovations- und Technologiestandort Oberösterreich zu seiner alten Stärke zurückfinden müsse. Zudem sieht er die Aufgabe der oberösterreichischen Landesregierung darin, die standortpolitischen Weichenstellungen nicht nur für heute, sondern schon für morgen und übermorgen vornehmen. Ebenso zeigte sich der Steyrer FPÖ-Vizebürgermeister Helmut Zöttl von der Meldung über den eventuellen Stellenabbau von MAN in Steyr erschüttert. Wie auch Haimbuchner betont er die Verantwortung des Konzerns und der Politik. „Hier stehen Existenzen auf dem Spiel und ich erwarte mir von den Verantwortlichen im Konzern und auch in der Politik, dass alles in deren Macht Stehende getan wird, dass es nicht zu diesem Worst-Case Szenario kommt“, so Zöttl.

Hoffen auf Erhalt des Standorts

Neben Haimbuchner hoffen auch der oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP), dass es dennoch gelingt das Werk in Steyr zu erhalten. Dazu sei man bereits in direkten Kontakt mit MAN. Allerdings gelte es, erst die Beratung über die Umstrukturierungspläne abzuwarten, allerdings sei man bereit, mit standortpolitischen Unterstützungsmaßnahmen Oberösterreich als Wirtschaftsstandort zu stärken. Zudem punktet das Werk in Steyr auch mit seinen hochqualifizierten Mitarbeitern, so Stelzer.