Die sehr trockene Witterung, die in den vergangenen Wochen dominierte und nun nachlässt, scheint vor allem die Ausbreitung des Rübenderbrüsslers zu begünstigen. Dieser Schädling zeichnet mittlerweile für über 6.000 Hektar vernichteter Zuckerrübenflächen verantwortlich und fast täglich kommen neue Schadensmeldungen dazu.

Nachdem der Käfer ab 20° Celsius auch fliegt, ist davon auszugehen, dass er Rübenflächen auch außerhalb der aktuellen Befallsgebiete noch schädigen kann und wird. Wie sehr die vergangene Dürreperiode unseren Bauern bereits geschadet hat, hat der „Wochenblick“ in einem eigenen Schwerpunkt-Thema umfassend dokumentiert.

Österreichischer Rübenbau bedroht

Die Zuckerwirtschaft – momentan ohnehin durch das Auslaufen der Marktordnung, globaler Überproduktion und Negativkampagnen über das Lebensmittel Zucker stark unter Druck –, muss nun an einer neuen Front kämpfen. Derzeit bleibt den heimischen Betrieben nur zu hoffen, dass der Derbrüssler dem österreichischen Rübenbau nicht endgültig den Garaus macht.

Aber nicht nur unseren Landwirten wird dieser Schädling zur Plage: Wenn die Rübenflächen kahl gefressen sind, wandert der Käfer aus den Feldern. Nahe gelegene Gärten und Häuser werden massenhaft besiedelt.

Niederschläge als Gegenmittel

Durch kleine Spalten, offene Türen und Fenster gelangen die Käfer sogar in das Innere von Wohnhäusern. Es gibt gegen diesen Schädling auch keine oder kaum chemische Bekämpfungsmöglichkeiten. Aktuell gibt es Notfallzulassungen von Biscaya und Trico – einem Repellentpräparat.

Fast schon eine Verzweiflungsmaßnahme – und sehr bedingt wirksam – ist das Anlegen von Fanggräben, wo die Käfer hineinfallen sollen. Wirklich helfen würden nur Niederschläge. „Von den sonst so gescheiten und bei Agrarthemen so kommentierfreudigen Umwelt-NGOs oder deren Experten hört man zu dem Thema nichts“, meint dazu Landwirtschaftskammer Experte DI Christian Krumphuber.