Rund 80 Demonstranten, darunter zahlreiche afrikanische Migranten, besetzten vergangenen Sonntag die berühmte Kathedrale von Saint-Denis, im namentlich gleichen Vorort von Paris.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Basilika gesperrt, Abendmesse abgesagt

Angeführt von der linken, militanten Pro-Migranten-Gruppe CSP93, die sich für Illegale in Frankreich einsetzt, protestierten sie laut französischen Medien lautstark mit Megaphonen und Transparenten gegen ein strengeres Asyl- und Einwanderungsgesetz.

Auch Eric Coquerel, Parlamentsabgeordneter der extremen linken Bewegung „Ungebeugtes Frankreich“ (LFI) war mit von der Partie. Die Basilika wurde nach der Räumung versperrt, die Abendmesse abgesagt. Der Protestzug verlagerte sich danach vor das Polizeikommissariat.

Polizei musste kommen

Die Kathedrale wurde weiter bewacht, um sicherzustellen, dass die Demonstranten nicht zurückkommen. Ein Video zeigt, wie die Polizei die Kirche räumt:


Linke wollen Illegale einbürgern

Die CSP93 (Coordination Sans-Papier 93) fordert von der Regierung, Illegale in Frankreich mit Papieren auszustatten und zu „Legalisieren“. Sie sind der Ansicht, eine Ausweisung verstoße gegen die Menschenrechte. Pierre Garelli, ein Sprecher der Erzdiözese St. Denise, verteidigte die Aktion. Man singe ja auch in Kirchen, auch Menschen ohne Papiere singen, es sei nichts dabei, dort auch ein Transparent zu entrollen. Es habe keine Demonstration gegeben, man habe sich lediglich versammelt.

Macron und Le Pen in Stichwahl

Le Pen verurteilt „Schändung der Königs-Kathedrale“

Die Kathedrale ist ein über 1.000 Jahre altes, kulturhistorisches Juwel. Fast alle französischen Könige und Königinnen wurden dort beerdigt. Marine Le Pen, Chefin der rechts-patriotischen Partei Front National, kritisierte die Demonstration zornig als Schändung einer Kulturstätte. Die extreme Linke sei in ihrem ganzen „Immigrations-Wahnsinn“, bereit, Frankreichs Zivilisation zu zertrampeln.

Linker: Jeder Einwanderer Bereicherung

Der linke LFI-Chef Coquerel beschimpfte Le Pen daraufhin indirekt als rechtsextrem und antisemitisch und zitierte Papst Franziskus: „Jeder Einwanderer der an unsere Tür klopft, ist eine Gelegenheit, sich mit Jesus Christus zu treffen, der für den angenommenen oder abgelehnten Fremden jeder Epoche steht.“

St. Denis: Schauplatz von Terroranschlägen

In St. Denis leben besonders viele Migranten. Der Vorort, nördlich von Paris, war 2015 Schauplatz der islamistischen Anschlagserie, die als kriegerischer Akt eingestuft wurde.

Die Anschläge waren gegen Besucher im Fußballstadium Stade de France, im Bataclan-Theater und in vielen Bars, Cafés und Restaurants gerichtet. 89 Menschen wurden dabei ermordet, über 400 verletzt. Es waren die tödlichsten Attacken in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg. Im Land herrschte danach zwei Jahre lang Ausnahmezustand.
[huge_it_maps id=“34″]

Deutschsprachige Medien schweigen

Pikant: In deutschsprachigen Mainstream-Medien finden sich quasi keine Hinweise auf die Illegalen-Besetzung des geschichtsträchtigen Orts in Frankreich. Lediglich das Portal „Sputnik News“ berichtet ausführlich über den Fall (Stand 23.3., 14.46 Uhr).