Insider: ORF lässt Gemeinden für positive Berichte zahlen!

Werbung

Werbung

Insider: ORF lässt Gemeinden für positive Berichte zahlen!

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Werbung

Nach der Ankündigung der Zwangsgebühren-Erhöhung des ORF zum 1. April kehrt am Wiener Küniglberg keine Ruhe ein. Jetzt sorgt das Frühstücks-Format “Guten Morgen Österreich” für Aufregung.

“Guten Morgen Österreich” berichtet mit einem mobilen Studio je nach Sendung aus einem ausgewählten Ort in Österreich. Pro Woche konzentriert sich das Moderatoren-Paar Nadja Mader und Lukas Schweighofer in der Regel auf ein Bundesland.

Gemeinden kamen für Unterbringung auf

Doch offensichtlich hält der durch Zwangsgebühren finanzierte ORF dabei gerne mal die große Hand auf. Denn jetzt werden Berichte einiger Bürgermeister bekannt, laut denen ihre Gemeinde zum Teil für die Unterbringung der ORF-Mitarbeiter vor Ort bezahlt haben. „Für die mehr als 20 ORF-Mitarbeiter, die angereist waren, mussten wir die Nächtigungs- und Verpflegungskosten übernehmen“, berichtete ein Tiroler Bürgermeister beispielsweise der “Tiroler Tageszeitung”.

Zudem seien auch die Energiekosten für die dreistündige Übertragung seiner Gemeinde umgehängt worden. Der Bürgermeister führte aus: „Als ich überrascht reagiert habe, kam das Argument ins Spiel, dass unsere Gemeinde ja auch etwas davon hätte, weil sie durch die Sendung mehr Aufmerksamkeit bekommen würde.“ In Kärnten und der Steiermark soll es ähnliche Fälle gegeben haben. Hier wurden laut der “Kleinen Zeitung” Frühstück und Unterbringung für teilweise 15 ORF-Mitarbeiter übernommen.

ORF will niemanden gezwungen haben

Der ORF betrachtet das als Selbstverständlichkeit. Es sei nie verschwiegen worden, dass der Sender Sachleistungen zur Finanzierung von “Guten Morgen Österreich” bekommt. Zudem werde diese Form der Unterstützung den Gemeinden nicht auferlegt, sei also freiwillig.

Doch dabei bleibt es nicht. Hinzu kommt, dass der ORF die kommerziellen Nutzungsrechte für seine Ortsporträts an die Gemeinden verkauft. Diese Praxis gibt es offensichtlich schon seit dem Start von “Guten Morgen Österreich” am 29. März in Obertauern. Gegen entsprechendes Entgelt dürfen die Gemeinden dann die jeweilige “Guten Morgen Österreich”-Sendung über ihren Ort etwa auf die eigene Internetseite stellen oder bei Tourismus-Messen zeigen.

3.000 Euro für ein Ortsporträt?

Auf Nachfrage des „Wochenblick“ verwies der ORF darauf, dass „diese Vorgangsweise in der Medienbranche völlig üblich“ sei.

Die etwa von der „Presse“ kolportierten 3.000 Euro für ein Ortsporträt wollte der ORF so nicht bestätigen. Auch hier folgt der Hinweis, dass „die Preise branchenüblich“ seien. “Wenn pro Jahr 250 Gemeinden zugreifen, kämen so immerhin rund 750.000 Euro zusammen”, schrieb dagegen “Die Presse” unter Bezugnahme auf die von ihr kolportierten 3.000 Euro.

Kritiker: ORF ist kein privates Medienunternehmen

Vergessen werden darf dabei nicht, dass der ORF nicht so einfach mit der restlichen Medienbranche verglichen werden kann. Immerhin lebt der staatliche Sender, der zur Objektivität verpflichtet ist, von den GIS-Zwangsgebühren und erhält darüber hinaus Millionen Steuergelder. Theoretisch ist er also nicht auf Zusatzeinnahmen angewiesen, muss mit Zwangsgebühren und Steuerzahlergeld haushalten können.

Viele Kritiker können deshalb nicht verstehen, weshalb man zusätzlich mutmaßlich „kooperative Bürgermeister“ sucht, die obendrein auch noch Geld für offenbar wohlgesonnene Berichterstattung zahlen. Der ORF sei kein privates Medienunternehmen, müsse also an seinem Wert für das österreichische Allgemeinwohl gemessen werden. Angesichts der Erhöhung der ORF-Zwangsgebühren sorgen auch manche Neuerung sowie hohe Chef-Gehälter für reichlich Kopfschütteln.

+++
Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen keine brisanten Informationen mehr verpassen? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen NEWSLETTER!

Insider: ORF lässt Gemeinden für positive Berichte zahlen! TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Share on email
Email
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel