So werden unsere Kinder von Konzernen ausspioniert!

Werbung

So werden unsere Kinder von Konzernen ausspioniert!

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Werbung

Lieb schaut sie aus, die sprechende Puppe Cayla von „Genesis Toys“, so, als könnte sie kein Wässerchen trüben, dabei hat sie es faustdick hinter den Ohren.

Denn während diese – wie es sich für ein interaktives Spielzeug gehört – gezielt auf konkret gestellte Kinderfragen zu antworten vermag, horcht sie gleichzeitig ihre „Kindermütter“ aus und meldet das Gehörte prompt an Dritte weiter.

Denn alles, was die Kinder der Puppe erzählen, wird an die Firma „Nuance Communications“ mit Sitz in den USA übermittelt. Dieses Unternehmen behält sich vor, die übermittelten Daten umfassend zu nutzen und auch mit anderen zu teilen.

Wanze im Kinderzimmer: Mikrofon mit Spracherkennung

Das ist deshalb möglich, weil sich Cayla – ausgestattet mit Mikrofon, Spracherkennung und Netzwerkzugang – über eine dazugehörige Applikation (iOS und Android) steuern lässt. Bei genauerer Betrachtung durch die norwegische Verbraucherorganisation (Forbrukerradet), die sich die Puppe genau angeschaut hat, wurden einige Problempunkte entdeckt wie technische Sicherheitslücken und bedenkliche Datenschutzklauseln bis hin zur Verletzung der Privatsphäre einschließlich Schleichwerbungsmöglichkeiten.

Schleichwerbung ist schon vorprogrammiert

Mit einem bluetoothfähigen Smartphone und ohne viel technisches Know-how kann jeder ganz leicht durch die eingeschaltete Puppe sprechen und auch alles in ihrem Umfeld mithören, weil die Bluetooth-Verbindung völlig ungesichert sei, erläutert der heimische Verein für Konsumenteninformation (VKI). Zudem habe die Puppe Sätze einprogrammiert, um Gespräche zu führen, rede aber auch gern darüber, wie sehr sie z.B. Disneyfilme liebe. Der App-Hersteller „Toy Quest“ steht neben anderen Unternehmen auch in Geschäftsbeziehung zu Disney.

Auch die Kleinen über die Gefahren aufklären

Diese Probleme sind symptomatisch für die steigende Verbreitung von verbundenen Geräten, heißt es, weshalb der VKI zu einem vorsichtigen und distanzierten Umgang mit dem Spielzeug rät. Die empfohlenen Maßnahmen reichen von Inanspruchnahme der Rücktrittsrechts- oder Gewährleistungspflichtfrist bis hin zur Aufklärung des beschenkten Kindes über technischen Möglichkeiten der kleinen Spionin.

++++

Der Artikel hat für Sie wichtige Neuigkeiten enthalten? Sie wollen kritischen Journalismus unterstützen?
Dann tun Sie das mit einem ABONNEMENT unserer Wochenzeitung!

Aktuelle Ausgabe: Asyl-Journalist im Interview 1

So werden unsere Kinder von Konzernen ausspioniert! TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Share on email
Email
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel