Täglich spielt das Business-Theater

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Täglich spielt das Business-Theater

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In vielen Firmen wird Arbeit nur noch vorgetäuscht statt erledigt, urteilt der deutsche Unternehmensguru Lars Vollmer, weshalb man dort auf der Stelle tritt. Das erinnert an die österreichische Politik. „Zurück an die Arbeit!“, befiehlt Vollmer daher in seinem neuen Buch, in dem er das Business-Theater der Unternehmen als ein überholtes und gefährliches Ritual geißelt.

Dieses Business-Theater verläuft stets nach dem gleichen Modus und jeder, der schon in einem Arbeitsprozess war, kennt das zur Genüge: Morgens machen sich die Mitarbeiter bereit für das Hochamt: die Konferenz. Manche nennen diesen Höhepunkt organisierter Befriedigung auch Meeting oder Jour fixe – es handelt sich dabei trotzdem immer um Theater und um keine echte Arbeit.

Der Fehler liegt im System, nicht bei den Mitarbeitern

Denn um das Produkt, von dem die Konferenzteilnehmer leben, geht es bei solchen Veranstaltungen nur vordergründig und die Rolle, die jeder Teilnehmer spielt, dient nicht etwa dem Kunden, sondern einzig dem Machterhalt und dem Überleben der Struktur, konstatiert das Nachrichtenmagazin Der Spiegel zu diesem Thema: Das sieht dann so aus: Zur Showtime muss der Chef zeigen, dass er der Chef ist. Die Abteilungsleiter heischen um Pfründe und Beifall. Der Karrierist wiederholt endlos in immer neuen Worten, was der Chef gerade gesagt hat. Keiner stopft ihm das Maul, weil man fürchtet, dass der Schleimer irgendwann aufsteigt. Der Hofnarr nörgelt und bekommt vor versammelter Mannschaft seine Abreibung. Keiner fällt aus der Rolle, keiner traut sich was. Jedes Ensemble verhält sich so, wie es von ihm erwartet wird. Und alle glauben, dass dieses Unternehmenstheater wirklich gute Arbeit ist.

So darf man sich vermutlich auch die Sitzungen in österreichischen Parteizentralen und im Regierungskreis vorstellen. Buchautor Vollmer sagt freilich nicht, dass es sich bei den Teilnehmern dieser Konferenzen um unbelehrbare Mitarbeiter oder um einen unfähigen Chef handele, vielmehr ist er davon überzeugt dass alle wirklich nur das Beste wollen, die Firma dabei aber keinen Schritt weiterbringen. Nicht die Kollegen oder Chefs seien blöd, betont Vollmer, sondern das Instrumentarium, das sie nutzen.

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