Die meisten Corona-Toten seien ihren Vorerkrankungen oder anderen Ursachen erlegen. Grundsätzlich würden zu viele Corona-Todesfälle gemeldet. Die Berechnungen des Mediziners würden ergeben, dass bei 80% der vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldeten Todesfälle Corona als Todesursache auszuschließen sei. Die Sterbezahlen seien sehr niedrig und die Sterbestatistik werde zusehends verzerrt. Auch die Delta-Variante werde die Sterblichkeit nicht drastisch erhöhen. Schon im Mai des Vorjahres hat die US-Gesundheitsbehörde (CDC) veröffentlicht, dass 95% der angeblichen Corona-Toten im statistischen Durchschnitt 4,0 Vorerkrankungen hatten.

  • Es werden mehr Todesfälle gemeldet als tatsächlich an Corona gestorben sind
  • Sterbestatistik werde zunehmend verzerrt
  • Corona in über 80% der gemeldeten Todesfälle als Ursache auszuschließen
  • Aktuelle Sterbezahlen sehr niedrig
  • Häussler schließt auch bei Delta-Variante „massive Sterblichkeit“ aus
  • US-Gesundheitsbehörde CDC meldete im Mai 2020: 95% der „Covid-Toten“ hatten durchschnittlich 4 Vorerkrankungen

Bertram Häussler ist Mediziner und Soziologe und leitet seit 1990 das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES ). In einem Interview in der „Welt“ trifft er einige Feststellungen, die Sprengkraft bergen. Es sei bei einem Großteil der Corona-Todes-Fälle, die vom RKI gemeldet wurden, unklar, woran diese Menschen tatsächlich gestorben sind. Er spricht von einer „zunehmenden Verzerrung“ der Sterbestatistik. Auch die angeblich auf uns zukommende „vierte Welle“ beeindruckt ihn offenbar nicht: Eine künftige „massive Sterblichkeit“ schließt er aus.

Zu viele gemeldete Corona-Todesfälle

Befragt nach der Verlässlichkeit der Zahlen des RKI erklärte Häussler, dass die Zahlen für sich sprechen würden, denn das RKI würde derzeit täglich etwa acht Menschen melden, die direkt an Corona gestorben sein dürften. „Das ist ein leichter Anstieg, vor sechs bis acht Wochen waren es täglich nur zwei. Demgegenüber wurden auf dem Höhepunkt der zweiten Welle täglich bis zu 1200 Tote gemeldet. Halten wir also fest: Die Sterbezahlen sind sehr niedrig, und – man muss es leider sagen – auch diese Zahl liegt noch zu hoch. Es werden mehr Todesfälle gemeldet, als tatsächlich an Corona gestorben sind.“

Bei 80% ist Corona nicht die Todesursache

Die politische Bombe platzt allerdings als er ausführt, wie es dazu kommt: „Wir haben ermittelt, dass bei gut 80 Prozent der offiziellen Covid-Toten, die seit Anfang Juli gemeldet wurden, die zugrundeliegende Infektion schon länger als fünf Wochen zurückliegt und man daher eher davon ausgehen muss, dass Corona nicht die wirkliche Todesursache war.“ Häussler erklärt weiter, dass es vorkommen kann, dass beispielsweise ein älterer Mensch eine Corona-Infektion hatte, diese überlebte und Monate später an einem Herzversagen verstirbt. Es könne vorkommen, dass der verstorbene Patient zuvor beim Gesundheitsamt als Corona-Fall geführt wurde und daher in der RKI-Statistik als Corona-Sterbefall aufgenommen wird. Beim RKI sei man sich dessen bewusst. Der Fokus liege dort aber eher darauf, dass „kein Corona-Toter fehlt“. Die Sterbestatistik werde „angesichts massenhaft solcher Meldungen“ zunehmend verzerrt.

Inzidenzwert hat kaum Aussagekraft

Das RKI rechne mit elf Tagen vom Symptombeginn bis zum Tod. „Wir rechnen mit fünf Wochen, um den Meldeverzug zu Beginn und am Ende großzügig zu berücksichtigen.“ In Großbritannien würde man eine Vier-Wochen-Frist heranziehen. Stirbt jemand später, wird er nicht mehr zu den Corona-Toten gezählt, erklärt der Mediziner. Er führt auch aus, dass der Inzidenzwert kaum aussagekräftig ist, da das Durchschnittsalter der Infizierten unter 30 liegt. Dieser meist ungeimpfte, junge Teil der Bevölkerung sei „wenig gefährdet“, weswegen es keinen Sinn machen würde bei einer Inzidenz über 50 einen Lockdown zu verhängen.

Auch Delta wird Sterblichkeit nicht drastisch erhöhen

Dass mit einer massiven Sterblichkeit durch die Delta-Variante nicht zu rechnen sei, zeige das Beispiel Großbritannien. Dort seien alle Clubs geöffnet, es gebe keine Maskenpflicht mehr – „dafür Infektionszahlen, die sich gewaschen haben.“ Trotz der 38.000 Neuinfektionen täglich gebe es aber nur rund 100 Sterbefälle. Auch die Zahl schwerer Krankheitsverläufe bewege sich auf niedrigem Niveau. „Diese Zahlen liegen dem RKI vor, werden aber nicht herausgegeben. Vermutlich würde man damit offenlegen, dass die Angabe, ob und wie oft jemand geimpft ist, häufig fehlt.“

CDC: Nur 5% an Covid-19 verstorben

Schon im Mai des Vorjahres hat die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Desease Control and Prevention) festgestellt, dass 95% der vermeintlichen Corona-Toten im Durchschnitt 4 Vorerkrankungen hatten und hat folgendes Statement zu den Corona-Todesfällen in den USA veröffentlicht:

„Bei über 5 % dieser Todesfälle war COVID-19 die einzige auf dem Totenschein genannte Ursache. Bei Todesfällen, bei denen neben COVID-19 weitere Erkrankungen oder Ursachen vorlagen, gab es im Durchschnitt 4,0 zusätzliche Erkrankungen oder Ursachen pro Todesfall.“

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