Nach der „Fake News“-Affäre rund um den Tiroler FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger folgt der nächste, für viele Kritiker schlicht unfassbare Skandal des durch Zwangsgebühren finanzierten Staatsfunks ORF.

Der brisante Vorwurf: ORF-Generalsekretär Alexander Wrabetz hat auf Twitter den Beitrag eines linksradikalen Aktivisten mit einem „Gefällt mir“ versehen, in dem Abwerzger, Vizekanzler Heinz-Christian Strache, sowie die FP-Nationalrätin Carmen Schimanek in Verbindung mit NS-Verbrechern gebracht werden!

Die „Gefällt mir“-Angabe ist noch immer (Stand: 10:31) abrufbar.

Beschimpfung als „NS-Verbrecher“

Der Twitter-Nutzer „dietiwag“ postete am 3. Februar ein Bild eines Balls, auf dem Abwerzger, Schimanek und Strache zu sehen sind.

Dazu schrieb er: „Zu den geistigen Ahnherren des Tiroler FPÖ-Obmanns Markus Abwerzger (schlagende Verbindung Skalden) gehört eine ganze Reihe von schwersten NS-Verbrechern (nicht nur diese drei da unten). Er hat sich nie öffentlich von diesen distanziert.“

Auch dieser Tweet ist noch immer aktuell und abrufbar:

Irreführender Beitrag

Besonders dreist: Der Tweet ist sehr irreführend gestaltet. Während sich die Bezeichnung „NS-Verbrecher“ offenbar auf drei Personen bezieht, die unterhalb des Textes zu sehen sind, bleibt unklar, ob damit die FPÖ-Politiker oder die drei NS-Personen gemeint sind.

zweitwohnsitz wohnung haus panama finca bayano

Zahlreiche Nutzer beziehen die Bezeichnung eindeutig auf Vizekanzler Strache. Unter anderem deshalb, weil auf der Timeline von Twitter nur die FPÖ-Politiker vollständig zu sehen sind.

Wrabetz gefällt linksradikales Posting

Unfassbar: Als wäre der aktuelle Skandal um Abwerzger nicht genug, klickt der ORF-Generalsekretär bei diesem skandalösen Posting sogar noch auf „Gefällt mir“!

Ein Screenshot beweist die unfassbare Reaktion von Wrabetz:

wrabetz orf skandal linksradikaler tweet

Laut Harald Vilimsky, EU-Parlamentarier der FPÖ, soll es sich beim Nutzer „dietiwag“ um einen linksradikalen Aktivisten handeln.

Konsequenzen unklar

Einen weiteren negativen Beigeschmack bekommt die Geschichte dadurch, dass ausgerechnet Wrabetz die Konsequenzen für die Skandal-Reportage des ORF Tirol festlegen soll.

Ein älterer Mann sprach im Gespräch mit Abwerzger u.a. von „stinkerten Juden“. Der Widerspruch von Abwerzger wurde einfach weggeschnitten! Es hatte deshalb so ausgesehen, als würde er zustimmend nicken.

Kein Nachtisch für Wrabetz?

Aus dem ORF-Stiftungsrat wurden laut einem Bericht der „Kronen-Zeitung“ bereits Stimmen laut, die klare Sanktionen für den tendenziösen, offensichtlich parteiischen ORF-Bericht forderten.

„Der Chef ist entrüstet. So geht das auch nicht, Alexander Wrabetz ist sehr verärgert“, zitiert die „Kronen-Zeitung“ zudem engste ORF-Mitarbeiter. Pikant: Jetzt könnten auf Wrabetz selbst ernsthafte Konsequenzen zukommen. Hinsichtlich der Konsequenzen für die ORF-Redakteurin, die für den irreführenden Beitrag zu Abzwerger und dem FPÖ-Wahlkampf in Tirol verantwortlich zeichnet, spottete „Krone Online“-Boss Richard Schmitt auf Twitter:

Ob es jetzt auch keinen Nachtisch für Wrabetz gibt, ist indes ungewiss.

Auch Politiker sauer über Polit-Agitation

Auf Twitter hat sich ORF-Aushängeschild Armin Wolf für „seine GIS“ schon ordentlich ins Zeug gelegt und die Verwendung des Begriffs „Zwangsgebühren“ bemängelt.

Der freiheitliche Mediensprecher und Regierungs-Insider Hans-Jörg Jenewein kritisiert übt indes Scharfe Kritik an der politisch einseitigen Positionierung einiger ORF-Redakteure in den sozialen Medien. Wenngleich es sehr viele Redakteure gebe, die korrekt arbeiten, würden einige von den Österreichern oft unfreiwillig finanzierte Journalisten ihre Außenwirkung zur umfassenden politischen Agitation nutzen.

„Wochenblick“ sprach mit Insider

Alle dieser Vorfälle reihen sich in eine lange Historie einseitiger und tendenziöser ORF-Berichterstattung, die sich laut Experten zunehmend vor allem gegen die neue ÖVP-FPÖ-Regierung richtet. Die schwarz-blaue Regierung will den ORF mit einer neuen Gesetzesnovelle nun reformieren und verbindlicher zur Neutralität verpflichten („Wochenblick“ berichtete).

Jenewein hat hierzu dem „Wochenblick“-Online-Chefredakteur Johannes Schüller ein ausführliches Interview gegeben, das sie in der kommenden Ausgabe lesen können. Bestellen Sie gleich jetzt ein kostenloses, unverbindliches Probeabo!