Wirbel in Linz: „Josef“-Wirt Günter Hager hat einen bayrischen Nichtraucher-Aktivisten vor die Tür gesetzt. In seiner Heimat setzt sich der Bayer für ein Rauchverbot in der Gastronomie ein.

Aus dem Lokal geschmissen

Sebastian Frankenberger hat bereits 2010 in Bayern ein Volksbegehren für ein Gastronomie-Rauchverbot initiiert. Der Touristenführer war mit seinen Gästen im Linzer Szenelokal „Josef“ zu Gast.

Nachdem er zahlte, erblickte ihn Lokalbetreiber Günter Hager und soll ihn laut Medienberichten aus dem Lokal geschmissen und Hausverbot erteilt haben.

Nutzer unterstützen Mut-Wirt

In den sozialen Medien erntet der Szenewirt dafür viel Zuspruch, Nutzer sprechen von Bevormundung durch die Nichtraucherszene.

Auf Facebook erklärte Hager ausführlich die Hintergründe:

Frankenberger attackiert Hager

Der umstrittene Anti-Raucher-Aktivist kritisiert Hager scharf. „Sollten Sie mich aber weiter hin beleidigen, verleumden und geschäftsschädigend tätig werden, behalte ich mich rechtliche Schritte vor“, schreibt Frankenberger wortwörtlich auf Facebook.

In zahlreichen Facebook-Einträgen übt Frankenberger harsche Kritik am Mut-Wirt:

„Wochenblick“ thematisierte Wirtshaussterben

Der „Wochenblick“ organisierte im April einen Podiumsdiskussion zum Thema „Wirtshaussterben“.

In der Diskussionsrunde hatten sich neben Günter Hager und Michael Fürtbauer, einem Kirchenwirt aus Ohlsdorf, wichtige Interessenvertreter der Gastronomie versammelt. Für die Rechte der Arbeitnehmer, aber auch der bedrohten Wirte, machte sich der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft „vida OÖ“ Engelbert Eckhart stark. Er plädiert vor allem für die Aufstockung des Mindestlohns in der Hotel- und Gastronomiebranche.

Gastgeber Thomas Mayr-Stockinger, selbst Gastwirt und zugleich oberösterreichischer Wirtesprecher sowie Wirtschaftskammerfunktionär, betonte die Wichtigkeit der Branche und die große Verantwortung der Politik. Auch diese war vertreten: Nationalratsabgeordneter Leo Steinbichler vom „Team Stronach“, selbst erfahrener Landwirt, Bauern-Rebell und Kaufmann, gehört zu den Insidern der Branche, kennt die Probleme vieler Gastronomen.

Günter Hager im „Wochenblick“-Interview

Im Video-Interview mit dem „Wochenblick“ spricht der Linzer Szenewirt Klartext. Im klassischen Gastronomen sieht er derzeit eine „sterbende Spezies“. Auflagen, Steuern und Vorschriften würden den Gastwirten das Leben schwer machen, sodass sich immer mehr aus dem Geschäft zurückziehen. Mit dem Wirte-Sterben seien laut Hager auch Zulieferer wie Landwirte, Bäcker und Fleischer gefährdet, die ohnehin schon fast verschwunden seien.

Rauchersheriffs nicht beliebt

Es ist nicht das erste Mal, dass Wirte gegen Anti-Raucher-Aktivisten vorgehen. Im Juni 2015 erklärte der Oberste Gerichtshof (OGH) ein gegen den medial bekannt gewordenen „Rauchersheriff“ Dietmar Erlacher ausgesprochenes Hausverbot eines Wiener Lokals für zulässig.

Erlacher hatte das Lokal in einem Zeitraum von neun Monaten insgesamt drei mal wegen Verstößen gegen Nichtraucherschutz-Bestimmungen angezeigt. Der OGH erklärte im Urteil, dass kein öffentliches Interesse an einer Privatpolizei bestünde.

 

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