Neulich wurde ich mit folgender Fragestellung konfrontiert: „Der Goldpreis steigt. Warum wird mein Goldinvestment nicht mehr wert?“

Finanz-Check von Dr. Herbert Samhaber

Die Antwort auf diese Frage ist ganz einfach: Gold notiert in US-Dollar. Der Preis ist gestiegen, doch auch der Euro zum Dollar. Somit wurden für einen Investor der im Euroraum beheimatet ist die Zugewinne durch die Währung dezimiert.

Negative Auswirkung der Währung

Sehen Sie sich hierzu den Verlauf des Goldpreises in Euro und den des Goldpreises in USD an – z.B. von Anfang 2017 bis dato.
Auch im Aktienbereich konnte man die zuletzt negative Auswirkung der Währung verfolgen, wenn man US-Titel heranzieht. Eine Fremdwährung ist ein zusätzliches Risiko und gleichzeitig eine zusätzliche Chance.

Frankenkreditnehmer wissen das aus schmerzvoller Erfahrung. Je volatiler der zu erwartende Kurs- bzw. Preisverlauf einer Investition ist, desto weniger Gewicht hat der Währungsfaktor tendenziell für die Gesamtrendite. Bei extremen Währungsänderungen kann auch diese Regel entkräftet werden.

Euro oder Fremdwährung

Dennoch kann man pauschal sagen, dass man bei Investitionen mit geringerer Schwankungsanfälligkeit wie zum Beispiel Staatsanleihen mit guter Bonität umso mehr beachten muss, ob diese in Euro oder in einer Fremdwährung notieren. Eine Fremdwährung kann die Eigenschaften eines relativ risikoarmen Investments deutlich verändern. Genauer gesagt kann diese die Schwankungsbreite aus Sicht des Investors erhöhen.

Ein gezielter Einbau von Invest- ments in Fremdwährungen gemischt mit Investments in Euro kann aber auch dazu beitragen das Gesamtrisiko zu diversifizieren. In manchen Krisenphasen diente der US-Dollar als eine Art Fluchtwährung, wodurch Anleger aus dem Euroraum diesen als Stütze gegen fallende Kurse nutzen konnten. Fremdwährungen können sinnvoll sein, sollten jedoch gezielt eingesetzt werden. Blindlings alles nur in fremder Währung zu investieren kann nach hinten losgehen.

Eine andere Frage, die mir immer wieder gestellt wird: „Wie heftig wird die Zinswende ausfallen und wie gehe ich damit um?“

Grundsätzlich gehe ich von einer sanften Wende aus. Alles andere wäre seitens EZB Harakiri mit Anlauf. Sieht man sich die Zinshöhe für langfristige Fixzinskredite an, dürfte auch die Bankenlandschaft von einer lediglich moderaten Steigerung in den nächsten Jahren ausgehen.

Die Staatsschulden in Europa sind sehr hoch, höhere Zinsen würden die Staatsbudgets enorm belasten. Daher werden wir der Logik der Wahrscheinlichkeit nach nur kleine Leitzinsanhebungen seitens der EZB erleben.

Zinswende

Was man bereits in den letzten Monaten beobachten konnte sind stärkere Schwankungen im Bereich von Anleih​enkursen. Betroffen waren auch als konservativ eingestufte österreichische Staatsanleihen, speziell solche mit längerer Laufzeit bzw. Restlaufzeit. Die Auswahl von Anleihen mit kürzeren Laufzeiten bzw. Restlaufzeiten könnte helfen die Auswirkungen einer Zinswende zu reduzieren.

Jedoch bieten diese häufig auch geringere Ertrags-​chancen als die länger laufenden und stärker schwankenden Anleihen. Aktives Laufzeitenmanagement wird gefragt sein. Zumindest eine kleine Aktienkomponente halte ich persönlich für sinnvoll, um hier anders gelagerte Chancen und Risiken mit ins Boot zu holen und das Gesamtrisiko zu diversifizieren.