Morgen diskutiert die Politik erneut über die Erhöhung der ORF-Gebühren, da rund 40 Millionen Euro für 2017 fehlen. Beim Staats-Fernsehen werden diese Verluste nicht mittels Produktverbesserungen ausgeglichen, sondern durch den Steuerzahler.

Wenn alles glattgeht, dürfte sich die rot-schwarze Regierung morgen Donnerstag auf die Erhöhung der GIS-Gebühren einigen. Wenn der ORF für 2017 rund 40 Millionen mehr bekommt, will sich der Staatsfunk auch dankbar zeigen, prophezeite ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Nachdem die Erhöhung ursprünglich mit 7,7 Prozent vorgesehen war, zog Wrabetz am Montag den Antrag zurück, um ihn bis Donnerstag zu überarbeiten. Nun sollen es „nur“ 6,6 Prozent werden.

Wie will der ORF sparen?

In Zukunft wolle man behutsamer mit dem Steuergeld umgehen. Und bei den Personalkosten möchte der ORF-General auch sparen. Vermutlich aber nicht bei seinem eigenen Gehalt, denn als 2011 die GIS-Gebühren das letzte Mal erhöht wurden, erhöhte sich die Chef-Abteilung auch die eigenen Gehälter um sage und schreibe 10 Prozent!   In Österreich gibt es keine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung der ORF-Gehälter, also weiß niemand, wieviel die ORF-Bosse genau verdienen.

410.000 Euro Jahresgehalt

Die letzten öffentlichen Zahlen stehen im „Einkommensbericht des Rechnungshofes“ aus dem Jahr 2012. Demnach kassieren die vier Zentraldirektoren grob 280.000 jährlich, die neun Landesdirektoren bis zu 200.000 Euro und ORF-Generaldirektor Wrabetz selbst soll um die 410.000 Euro einstreifen. Ohne Bonus versteht sich. Dieser betrug 2011 etwa 43.000 Euro allein für Wrabetz. Zum Vergleich: Ein Angestellter mit 1.700 Euro netto kostet seiner Firma etwa 43.000 Euro im Jahr, eben jene Summe, die der ORF-Boss in einem Jahr lediglich als Bonus kassierte.

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