Wie die neuesten Zahlen des Österreichischen Integrationsfonds zeigen, ist an Wiens Schulen die deutsche Sprache als Umgangssprache weiter auf dem Rückzug.

Im Vergleich zu den Vorjahren ist im Schuljahr 2018/19 der Anteil der Schüler, die eine nicht deutsche Umgangssprache haben, weiter gestiegen. Insgesamt sind dies nun schon über die Hälfte der Wiener Schüler – 52,5 Prozent – bei denen zu Hause nicht Deutsch gesprochen wird. Im Bezirk Favoriten beträgt der Anteil über 70 Prozent. An Neuen Mittelschulen im Bezirk Margareten haben mehr als 90 Prozent der Kinder eine nicht-deutsche Umgangssprache. Diese Zahlen präsentierte die Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) vorab in einem Interview mit der „Kronen-Zeitung“.

25 Prozent der Afghanen Analphabeten?

Zwar wird in dem Interview betont, dass die Zahlen nichts über die wirklichen Deutschkenntnisse der Schüler aussagen, diese könnten auch exzellent sein, aber die Statistik zeigt, über die Hälfte der Schüler in Wien kommen aus Familien mit Migrationshintergrund. Zugleich betont die Integrationsministerin, dass Deutsch der Schlüssel zur gelungen Integration ist und man die Kinder daher ausreichend unterstützen muss, weil sie in den Familien nicht mit Deutsch vertraut geworden sind. „Bei Kindern haben wir die Chance, dass sie einen guten Integrationsverlauf machen. Und die Zahlen zeigen, dass wir mit den Eltern arbeiten müssen“, so die Ministerin, die in weiterer Folge noch ein pikantes Detail offenbart: „25 Prozent der afghanischen Flüchtlinge in Österreich waren noch niemals in einer Schule im Herkunftsland.“ Dies würde faktisch bedeuten, dass diese Migranten nicht die versprochenen Fachkräfte sind, sondern Analphabeten. Ob der heutige Bundeskanzler Sebastian Kurz im Jahr 2015, als er erklärte: „Der durchschnittliche Zuwanderer von heute ist gebildeter als der durchschnittliche Österreicher“, auch diese im Blick hatte?

Kritik an Wien und an der ÖVP

Zu dem Thema meldete sich auch die Neue Volkspartei Wien zu Wort, die – immerhin steht die Wien-Wahl bevor – die Schuld bei der rot-grünen Stadtregierung sieht: „Wenn mehr als die Hälfte von Wiens Schülern zu Hause nicht Deutsch spricht, hat die Stadtpolitik darauf zu reagieren. Aber bei Rot-Grün ist das Gegenteil der Fall: Die Stadt Wien ignoriert die Herausforderungen in der Integration“, so ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch. Klare Worte findet auch der Wiener FPÖ-Vizebürgermeister Dominik Nepp, der aber die Schuld nicht nur bei Rot-Grün sieht. „Hier muss neben den rot-grünen Willkommensklatschern auch die ÖVP mit Sebastian Kurz in die Verantwortung genommen werden, der damals in der rot-schwarzen Regierung als Außenminister diese illegalen Migranten ebenfalls in unser Land gelassen hat. Wenn jetzt die ÖVP diesen Umstand kritisiert, dann ist das reine Heuchelei“, verweist Nepp auf die Migrationslawine von 2015.