Nachrichtenagenturen gegen Bürgermehrheit: Mehr Gendergaga in den Zeitungen?

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Zwei Drittel gegen Gendersprache

Nachrichtenagenturen gegen Bürgermehrheit: Mehr Gendergaga in den Zeitungen?

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Die maßgeblichen deutschsprachigen Nachrichtenagenturen haben jüngst angekündigt, künftig den Gebrauch von „diskriminierungsfreier“ Sprache anzustreben. Auch das generische Maskulinum soll zurückgedrängt werden. Ziel ist es, „nicht-binäre Geschlechtsidentitäten“ abzubilden. Ein „hartes“ Gendern soll vorerst unterbleiben.

  • Sprache soll „diskriminierungsfrei“ sein
  • „Nicht-binäre Geschlechtsidentitäten“ sollen sich ebenfalls angesprochen werden
  • Vorerst keine Gendersternchen und Co.
  • „Gendern durch die Hintertür“ mit „Sprachanpassungen“
  • Sprache als Kampfinstrument linker Journalisten?

Von Achim Baumann

Nachrichtenagenturen sind wichtig. Wichtig für alle regelmäßig erscheinenden Zeitungen der Mainstreampresse. Während alternative Medien in der Regel selbst recherchieren, sich oftmals keinen kostenintensiven Zugang zu Nachrichtenagenturen leisten möchten oder können, ist der Wahrheitsgehalt so mancher „Nachricht“, die von Nachrichtenagenturen in Zeitungen „gepusht“ werden, oftmals einseitig, lückenhaft und eben nicht der journalistischen Neutralität geschuldet. In Zeiten starker Auflagenverluste ist der Zugriff von Zeitungen auf vorformulierte Nachrichten der Agenturen indes zunehmend wichtiger geworden, zu sehen an den bekannten Signaturen wie (dpa) oder (rtr) am Ende einer Zeitungsnachricht. Während in der Zeitungsbranche um jeden Leser und Abonnenten hart gerungen wird, freuen sich Agenturen seit Jahren über stabile oder sogar steigende Einnahmen.

Konzertiertes Vorgehen der Nachrichtenagenturen

Nun haben sich die Deutsche Presse-Agentur (DPA), die Austria-Presse-Agentur (APA), die nationale Nachrichtenagentur der Schweiz (Keystone-SDA), der Sport-Informations-Dienst (SID), die Katholische Nachrichtenagentur (KNA), der Evangelische Pressedienst (EPD) sowie die deutschsprachigen Ausgaben von Reuters (RTR) und Agence France-Presse (AFP) laut aktueller Selbstverpflichtung zu einer „diskriminierungssensiblen“ Sprache verabredet, um auch „nicht-binäre Geschlechtsidentitäten“ abzubilden. Was das genau heißt?

„Noch“ Verzicht auf Gendersternchen und Co.

Die an der Aktion beteiligten Nachrichtenagenturen werden das Gendern nicht mit der Brechstange einführen. Da unklar sei, ob und welches der kuriosen und nicht gerade lesefreundlichen Sonderzeichen (Genderstern, Unterstrich, Doppelpunkt etc.) künftig die „nicht-binären Geschlechtsidentitäten“ abbilden und sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird, verzichten die Agenturen vorerst auf die Verwendung dieser Zeichen. Die Betonung liegt hier auf „vorerst“. Denn bislang entsprechen sie ohnehin nicht dem amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung und auch nicht dem allgemeinen Sprachverständnis beziehungsweise der allgemeinen Sprachpraxis der Mehrheit der Bürger. „Aber viele andere Möglichkeiten zur Vermeidung diskriminierender Sprache und zur Sichtbarmachung von Diversität sind konsequent zu nutzen“, so die Agenturen. Damit verpflichten sich diese trotzdem zu einer neuen Form der Sprache.

Durch die Hintertür: Beispiele

Genutzt werden sollen künftig: Doppelformen/Paarformen (Bsp.: Schülerinnen und Schüler); Geschlechtsneutrale Pluralformen (Bsp.: die Feuerwehrleute, die Pflegekräfte); Substantivierte Partizipien (Bsp.: die Studierenden); Sache statt Person (Bsp.: das Fachgremium, die Redaktion); Adjektiv statt Substantiv (Bsp.: „der ärztliche Rat“ statt „der Rat des Arztes“); Substantivierte Partizipien (Bsp.: die Studierenden); Syntaktische Lösungen (Bsp.: „Wer raucht, hat eine kürzere Lebenserwartung“ statt „Raucher haben eine kürzere Lebenserwartung“); Plural statt Singular (Bsp.: alle, die statt jeder, der); Umschreibung mit Infinitiv (Bsp.: „Der Antrag ist vollständig auszufüllen“ statt „Der Antragsteller muss das Formular vollständig ausfüllen“); Partizip Perfekt (Bsp.: „betreut von“ statt „Betreuer“).

„Neusprech“ gegen Mehrheit der Bürger

Aber auch die Veränderung der bisherigen Sprach- und Lesepraxis, die die Nachrichtenagenturen verabredet haben, ist – wie sie selbst erklären – ein erster Schritt zum Gendern. Und das, obwohl eine wachsende Mehrheit der Bürger dem Gendersternchen, dem Doppelpunkt und dem großen Binnen-I mit Skepsis gegenübersteht. Das ist beispielsweise das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest aus dem vergangenen Monat. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten lehnen es demzufolge ab, unterschiedliche Geschlechter sprachlich gesondert zu betonen beziehungsweise zu unterscheiden. Davon wollen die Nachrichtenagenturen allerdings nichts hören, denn Sprache ist längst zu einem politischen Kampfmittel geworden – und wie man weiß, dominieren in den Mainstreammedienredaktionen eher Linkslastige. Die Zeitungskäufer und -Abonnenten werden letztlich darüber entscheiden müssen, denn wer möchte für solche Sprachverrenkungen freiwillig zahlen?

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