Notgeiler Haltungsjournalismus: Mit Schmuddel-Propaganda in den Krieg gegen Russland?

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Mainstream-Journaille hegt obszöne Gedankenspiele

Notgeiler Haltungsjournalismus: Mit Schmuddel-Propaganda in den Krieg gegen Russland?

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Inhalt

Mit plumper Propaganda, die an den kalten Krieg erinnert, versucht man derzeit, einen heißen Krieg in Europa zu beschwören. Während Russland selbst nicht recht weiß, für wann die USA und ihre NATO-Vasallen den russischen Einmarsch in die Ukraine anberaumen, überbietet sich die System-Journaille in absurden Interpretationen. Den Vogel schoss eine taz-Journalistin ab, die darin ernsthaft ein Zeichen toxischer Männlichkeit sah. Man ist bei der “Haltungs”-Postille par excellence eben offenbar situationselastisch…

Schwarzpulver-Sperma aus phallischen Kanonen

Toxische Männlichkeit: Das kann heute alles sein. Vom breitbeinigen Sitzen bis hin zur freundlichen Erklärung gegenüber Frauen – alles ist sexistisch und “toxisch”. Neuerdings sind es auch Länder. Nach dem Prinzip: Der böse russische Bär macht sich auf, um die zarte Ukraine brutal zu vergewaltigen. Die – aus welchem Grund auch immer – preisgekrönte taz-Redakteurin schreibt: “Das Auffahren von Militärfahrzeugen mit phallischen Kanonenrohren an der als weiblich konnotierten Ukraine ist obszön.” Obszön zwar ist bekanntlich, wer obszön denkt, aber seien wir einmal nicht so streng.

Und weiter: “Im Tierreich rüsten die Männchen auf, um Weibchen zu erobern. Sie demonstrieren Stärke, Kraft, lautes Geschrei. Manche singen in hohen Tönen, manche sehen rot. Sie zeigen ihre Eier, ihre Kampfbereitschaft, ihr Gemächt. Das ist, was Russland tut. Seine Eier sind aus Stahl. Sein Sperma ist Schwarzpulver.” Nein, das ist nicht irgendwie die Satire-Seite eines “feministischen Pornomagazins”. Es ist ein ernst gemeinter Kommentar eines linken “Qualitätsblattes”, das erst vor zwei Jahren einer umstrittenen Aktivistin den Raum gab, sich sämtliche Polizisten dieser Welt auf die Müllhalde zu wünschen.

Der russische Bär als Grapscher-Tier

Wohl, um den Schein der Seriosität zu wahren, führt sie in der Folge die Grenzlänge Russlands und Weißrusslands zur Ukraine an. Damit ist sie zwar bei den Zahlen unserem Außenminister Schallenberg überlegen, der fälschlicherweise glaubt, die Ukraine sei näher als der Arlberg. Es folgt dann aber die Uminterpretation von Tier-Dokus, um aus dem aufgebauschten Stellvertreterkonflikt, mit dem eigentlich Washington sein Einflussgebiet im Osten erweitern will, eine brutale Vergewaltigung zu machen.

Es wäre wohl nicht die “taz”, wenn nicht auch die deutsche Geschichte als Sündenbock herhalten müsste: “Unsere Urgroßväter, Großväter, Vater haben das Land erobert und vergewaltigt.” Nun: Nicht alles das hinkt, ist ein Vergleich, nicht jeder Hinkende ist ein Kriegsverbrecher. Ich weiß ja nicht, welche familiären Traumata die liebe Kollegin hat. Mein Urgroßvater war auch an der Ostfront. Seiner Feldpost zu entnehmen, sehnte er sich vor allem nach dem Ende des Krieges respektive dem nächsten Fronturlaub daheim bei Frau und Kind und nicht nach gewaltsam genommenen osteuropäischen Lenden.

Putin als gehörnter U-Bahn-Sittenstrolch

Wer glaubt, an dieser Stelle sei die Blödel-Stunde im Journalismus-Gewand ausgestanden, wird eines besseren belehrt. Denn nun kommt noch die düstere Fantasie der Autorin aufs Tapet. Sie stellt sich einen Mann in der Berliner U-Bahn vor, der seinen Mantel auseinander reißt und “seinen stehenden Schwanz” auf sie richtet. Originalton: “Seine Jeans ausgeschnitten rund ums Gemächt. ‘Du Drecksau!’, brülle ich: ‘Ich will dein Kanonenrohr nicht sehen.’ Da kommt Gott sei Dank die U-Bahn. Krieg ist das Ding mit Schwanz.” Dass die U-Bahn eine ziemlich phallische Form hat, ist ein anderes Thema…

Das ganze geht noch einige Absätze weiter, in denen sie irgendwie noch das Klima als (vermutlich männlichen) Killer reinspinnt und ohne die “feministische Außenpolitik” der deutschen Stammel-Baerböckin wäre es keine runde Geschichte. Nach zwei Querpässen geht es dann auch irgendwo noch um Scheherezade aus Tausendundeiner Nacht und den gehörnten Putin, der in der Ukraine eine untreue Ehefrau sähe, die mit der NATO ins Bett wolle. Der einzig sexuell konnotierte Gedanke, der mir bei der Lektüre kommt, ist übrigens: “Was zum F*ck bin ich hier lesend?” Verzeihen Sie mir bitte die obszöne Ausdrucksweise, es ist wohl meine “toxische Männlichkeit”.

Gas und Geopolitik aus dem US-Kanonenrohr

Aber irgendwie schafft es die Schreiberin – Papier ist geduldig, hier sehr geduldig – kurz doch noch auf den Punkt zu kommen, wenn auch von der falschen Seite: Es geht unter anderem um die NATO. Doch dabei ist, entgegen ihrer Auffassung, der Kriegstreiber nicht der böse Iwan, der wieder einmal vor der Tür steht, ohne eintreten zu wollen. Sondern das geostrategische Geplänkel wurde jenseits des Atlantik ersonnen. Die USA hätten gerne einen Außenposten vor den Toren des russischen Erbfeindes. Dass sie mit ihrem billigen Fracking-Gas ein Energie-Monopol in Europa anstreben und ihnen dabei russische Pipelines in die Quere kommen, dürfte wohl auch eine Rolle spielen.

Letztendlich ist der Feindbild-Aufbau dabei für gewisse Kreise auch eine Bewältigungstherapie. Mit dem Amtsausscheiden von Donald Trump ist der geopolitische Reibebaum passé. Der böse “orange Mann”, der als erster US-Präsident seit langem keinen Krieg mehr vom Zaun brach, der als Paradebeispiel für die vermeintliche “toxische Männlichkeit” herhielt, sitzt nicht mehr im weißen Haus. Dort ist es nun vielmehr der medial als Heilsbringer gefeierte, aber ahnungs- und glücklose Joe Biden, der mit dem “dritten Weltkrieg” droht. Also muss man sein Feindbild anpassen, und der böse Wladimir (aus dem Land von Katharina der Großen) kommt gerade recht.

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