Radlobby: Egoistische Kleinkinder wollen Infrastruktur spielen

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Radlobby: Egoistische Kleinkinder wollen Infrastruktur spielen

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Als Radfahrer in Linz kann ich mich sich sehr oft über andere Radfahrer trefflich ärgern. Rücksicht wird bei vielen Pedalrittern oft hinten angestellt.

Ein Kommentar von Hartwig Eder

Nach nur zwei Tagen wurde das Experiment „autofreier Hauptplatz“ wieder eingestellt – einen Anteil daran trug auch der Radfahrer-Verein „Radlobby“, der just zur Stoßzeit und am Tag des Beginns des Experimentes eine Demo mit „Pop-up-Radwegen“ abhielt. Von der ohnehin oftmals verstopften Nibelungenbrücke wurden pro Fahrtrichtung jeweils ein Fahrstreifen gesperrt. Das Ergebnis war abzusehen – kilometerlange Staus und Frust. Daher folgte nun die Rücknahme des Experiments. Als gutes Vorhaben für Radfahrer von Verkehrsstadtrat Markus Hein, um den Innenstadtverkehr zu beruhigen, wurde ein, für die Pendler-Stadt Linz unpopulärer Versuch gewagt. Anstatt sich über die positiven Signale zu freuen, schafften es die Daueraggressiven von der „Radlobby“ das Projekt sofort zu sabotieren. Ein klassischer Schuss ins Knie.

Andere Fahrradfahrer trüben oft den Fahrspaß

Ich schwinge mich selbst täglich – bei Wind und Wetter – auf mein Fahrrad um den Weg zur Arbeit zu bestreiten. Daher kann ich die Bedürfnisse und Probleme der Radler sehr gut verstehen. Was die Rad-Lobby aber betreibt ist ein unkonstruktives ewig unzufriedenes Nörgeln auf allerhöchstem Niveau. Am liebsten alles haben wollen und selbst keine Verantwortung tragen müssen, wie ein Kleinkind – so stellt sich mir die „Radlobby“ dar. Das Radwegenetz in Linz ist hervorragend ausgebaut und Sonderregelungen wie das „gegen die Einbahn fahren“ machen das Vorankommen in der Stadt per Drahtesel besonders einfach. Was ebendieses positive Fahrerlebnis oftmals trübt, sind andere Fahrradfahrer: „Geisterfahrer“ auf den Radstreifen, beim Fahren Kopfhörer im Ohr, bei keiner Kreuzung Anstalten machen sich umzusehen und generell egoistisches und unachtsames Verhalten im Straßenverkehr. Oft wird auch – trotz eines Radweges – die Straße benutzt, am besten mit 4 km/h Geschwindigkeit und „unüberholbar“ auf der Mitte der Fahrbahn. Auch aggressives Klingeln und gehässiges Schimpfen über Kinder im Kindergartenalter, die völlig legitim in der Fußgängerzone etwas tapsig den Eltern hinterherlaufen, gibt es immer wieder zu beobachten. Sollte dann etwas passieren, wird erstmal den anderen die Schuld geben.

Gegenseitige Rücksichtnahme kommt oft zu kurz

Natürlich gibt es auch andere Ärgernisse, wie Autos, die auf Radwegen parken, langsam schlendernde Menschengruppen, die zu sechst nebeneinander Rad- und Fußweg gleichzeitig blockieren oder das ein oder andere gefährliche Schlagloch auf sanierungsbedürftigen Radwegen. Anzumerken ist auch noch, dass die von den Grünen propagierten Elektroautos der klimasauberen Radmobilität zur Gefahr werden können, da man sich auf uneinsehbaren Kreuzungen auch nicht mehr auf sein Gehör verlassen kann…
Dennoch muss ich mich als Radler am häufigsten über andere Fahrradfahrer ärgern. Den Autofahrern zwei Spuren am Nadelöhr Nibelungenbrücke wegzunehmen, wie ein beleidigtes Kind, welches das Spielzeug eines anderen Kindes haben will, wird aber keines dieser Probleme lösen. Wer kein Verständnis für Vorsicht, Rechtsregeln oder Fahrtrichtungen auf Radstreifen hat, dem ist eh nicht mehr zu helfen…

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