Dass sich Kulturschaffende als Kritiker des Zeitgeists äußern, besitzt Seltenheitswert – immerhin sind sie oft auf die Gunst der Öffentlichkeit angewiesen. Wenn diese „Betriebsunfälle“ trotzdem passieren, wie im Fall des Schlagersängers Michael Wendler, schießt der Mainstream umso härter zurück.

In der Vorwoche machte der 48-jährige Musiker nicht mit Klatsch bezüglich seiner Ehe mit der um 28 Jahre jüngeren Laura Müller auf sich aufmerksam – sondern mit knallharter Kritik am polit-medialen Komplex. Er warf der deutschen Regierung einen Bruch der Verfassung durch die Corona-Maßnahmen vor. Zudem schoss er scharf gegen „gleichgeschaltete Medien“.

In der Folge distanzierten sich Sender und Firmen, die zuvor mit ihm gearbeitet hatten. Mehrere Medien unterstellten ihm, „wirre“ Theorien zu pflegen. Einige legten sogar seiner Frau nahe, die gemeinsame Beziehung zu überdenken.

Das ist kein Einzelfall: Auch Sänger Xavier Naidoo und Koch Attila Hildmann wurden ausgegrenzt, sobald sie sich kritisch gaben.
Auch hierzulande ist das Meinungsklima schwierig, wie der Kabarettist Roland Düringer unlängst feststellte:

Bei großen Themen wie Migration, Klima oder Corona seien abweichende Meinungen unerwünscht. Die Spaltung der Gesellschaft sei längst ein Fakt: „Corona ist nur die Zündschnur, das Pulverfass haben wir längst gebaut. Das bläht sich immer mehr auf, und ich weiß nicht, wo das hingeht. Ich bin am Punkt, wo ich ein ungutes Gefühl bekomme.“

Der Umgang miteinander spitze sich zu, man erlebe „eigentlich Meinungsfaschismus“.

Auch andere Prominente werden kritisch: Günther Nussbaum, der Moderator der Häuslbauer-Sendung „Pfusch am Bau“, klärte am Wochenende auf Facebook über die Leiden kleiner Unternehmer in der Krise auf und warb für das Volksbegehren gegen die Maßnahmen. Nur Tage zuvor schrieb er gar: „Eigentlich müsste man das System abwählen, während die Massen hypnotisiert den Covid-19-Tanz tanzen, schöpfen andere die Sahne ab“ und bezeichnete die Entscheidungsträger als „Polit-Marionetten“.

In der Vorwoche identifizierte er Kurz und Mainstream-Medien als Krisenprofiteure.
Mehr über kritische Stimmen im Unterhaltungssektor lesen Sie in der nächsten Ausgabe!