Mainstream-Satiriker Jan Böhmermann wettert vor einem Millionenpublikum gegen Andersdenkende.

Mehr als blamabel ist der Versuch der deutschen öffentlich-rechtlichen Sender gegen „Hass im Netz“ und „rechte Internet-Trolle“ vorzugehen. Trotz aller Taschenspielertricks ging die Aktion gehörig nach hinten los und sorgte für massive Kritik.

Ein Kommentar von Hartwig Eder


Diffamierungswelle

Der 20-minütige Beitrag wurde von dem Online-Dachangebot von ZDF und ARD namens „Funk“ produziert. Hauptakteur ist Rayk Anders, ein YouTuber der schon mehrmals durch die Verteidigung muslimischer Communities nach Anschlägen aufgefallen ist und sich gerne gegen „Rechts“ positioniert.

In seinem Team befanden sich unter anderem eine transsexuelle Hackerin und der offen Antifa-affine IT-Experte Linus Neumann. Ziel war es aufzuzeigen, wie politische Gegner im Internet durch organisierte „Hassaktionen“ fertig gemacht würden und wie man dagegen vorgehen könne. Genau dasselbe machten die Verantwortlichen aber selbst indem sie Aussagen von Kritikern der Öffentlich-Rechtlichen bewusst aus dem Zusammenhang rissen und diese einfach in die Nähe von Holocaustleugnung und Rechtsextremismus stellten.

Böhmermann stachelt auf

Nach der ersten Kritikwelle wurde Moderator und Mainstream-Satiriker Jan Böhmermann, der auf dem Kanal ZDF-Neo den Pausenclown gibt, zu Hilfe gerufen. In seiner Sendung griff er die Doku auf und rückte die beiden vorkommenden Kritiker des ZDF-Onlineformates „Funk“– Imp und Dorian – vor einem Millionenpublikum noch einmal gezielt in die Nähe von Rechtsextremismus.

Alles auf Steuerzahlerkosten

Er startete in weiterer Folge unter dem Hashtag #ReconquistaInternet einen Server mit über 50.000 Mitgliedern, drohte damit private Daten von „rechten Aktivisten“ zu veröffentlichen. Laut Medien-Insidern wurden sogar sogenannte „Phishing“-Links verschickt um illegal an IP-Adressen von Nutzern zu kommen. Auch wurden Listen von sogenannten „Trollaccounts“ auf Twitter verschickt, die man blockieren solle – auf diesen fanden sich aber auch kritische Journalisten und Politiker.

Es hagelte massive Kritik an den teilweise illegalen und denunzierenden Methoden Böhmermanns und der Dokumentation. Fazit: Die Marschrichtung der Öffentlich-Rechtlichen bleibt klar. „Wir sind die Guten, wir sind für die Liebe. Wer gegen uns ist, ist für den Hass und somit das Böse“ Mit dieser Prämisse werden alle Prinzipien des öffentlichen Rundfunks über Bord geworfen und auch vor illegalen Methoden nicht Halt gemacht – alles auf Steuerzahlerkosten.