„Superspreader“, „Corona-Cluster“, „Gemeingefährdung“ – Wir kennen sie alle, die Warnungen, Begründungen oder gar Drohungen der Regierung, die uns davon abhalten sollen, sozial zu sein, die Nähe zu anderen Menschen zu suchen. Doch was passiert, wenn man sich massenhaft nicht daran hält? Nichts. Und das stelle ich bereits seit Monaten fest.

Von Bernadette Conrads

Relativ zu Beginn der Corona-Krise entschloss ich mich dazu, mich in meine Heimat in die Berge zu begeben. Dort sollte ich vor dem vermeintlichen Todesvirus sicher sein und die Natur während des ersten Lockdowns besser genießen können, als in meiner Wahlheimat Wien.

Ich war hysterisch

Zugegeben: Ich war hysterisch und fast schon ein überzeugter „Zeuge Coronas“, wie man mittlerweile sagt. Wie viele andere glaubte ich im ersten Moment an die Gefährlichkeit des Virus und forderte insgeheim die härtesten Maßnahmen, um das Killer-Virus von uns fernzuhalten. Im Jänner 2020 war ich noch durchaus empört darüber, dass nicht umgehend sämtlicher Personenverkehr mit China unterbunden wurde. (Was hätten wir uns dadurch alles ersparen können!?)

Im Zuge meiner beruflichen wie privaten Recherchen habe ich dann immer stärker feststellen müssen, dass die Regierung weder auf Experten hört, noch den Stand der Wissenschaft berücksichtigt und keine wirkliche Strategie zu verfolgen scheint. Ich wurde lockerer und traute mich auch wieder zurück in die Großstadt.

Keine Rede von hündischer Maßnahmen-Treue

Dort war ich zuerst verwundert darüber, wie locker die Wiener mit der Situation umgingen. Vom hündischen Einhalten der Abstandsregeln oder der Maskenpflicht konnte ja gar keine Rede sein. Die großstädtische Realität zeigte mir, dass das Virus unmöglich so gefährlich sein kann, wie kolportiert.

Richtig stutzig machten mich die Parties am Donaukanal im Sommer. Täglich trafen sich dort hunderte, wenn nicht tausende – pünktlich nach der verfrühten Sperrstunde der Lokale – um entlang des Kanals zu trinken und zu Technomusik zu tanzen.

Wiens partywütige Jugend, die sich hier jeden Tag auslebte, musste doch auch Großeltern haben, in der Straßenbahn und beim Einkaufen auf ältere Menschen, Risikogruppen, treffen.
So wartete ich im Juni gespannt auf den Super-Mega-Cluster, der doch durch die Parties am Donaukanal entstehen müsste.

Das Massensterben blieb aus

Doch so wirklich schlimm schienen die Folgen nicht. Wien wurde zwar schon immer wieder einmal von den regierungsergebenen Medien als Negativ-Beispiel dargestellt, doch das von Kurz angekündigte Massensterben blieb ebenso aus wie die befürchteten, überfüllten Intensivstationen. Sämtliche meiner Kontakte aus den verschiedensten Krankenhäusern bestätigten meinen Eindruck und gaben mir sogar einen neuen: Nichts sei dort los und aufgrund der Maßnahmen und der Panik sogar noch weniger als sonst.

Das Massensterben blieb aus

Die Zeit verging, das Massensterben blieb weiter aus. Der Winter zog ins Land. War mit saisonalen Effekten zu rechnen? Würde jetzt das Massensterben eintreten? Nach Kenntnisnahme unzähliger, illegaler Weihnachts- und Silvesterparties und laufender „Flüsterparties“ (die mittlerweile zum heimlichen Trend unter den Österreichern geworden sind), kann ich auch ausschließen, dass eine erhöhte Gefährlichkeit der „Todesseuche“ im Winter die Maßnahmen rechtfertigen würde.

Und wenn ich mich beim Einkaufen am Wiener Yppenmarkt so umschaue, bestätigt sich mein Bild um ein weiteres: Vor allem die Migranten scheren sich kaum um die Maßnahmen. Auf Wiens Märkten, wie zum Beispiel dem Yppenmarkt im 16. Bezirk Ottakring herrscht wie eh und je buntes Treiben. Große Elefanten, Babyelefanten – sie spielen hier keine Rolle. Dicht an dicht drängt sich die für den Bezirk mittlerweile typische migrantische Klientel um Marktstände oder trifft sich eng beieinander in Gruppen zum Klatsch und Tratsch. Und weil ich das bereits seit Monaten beobachte, gehe ich nicht davon aus, dass es große Folgen nach sich ziehen wird.

Kein Baby-Elefant in Sicht – Der Yppenmarkt in Wien am 23. Jänner:

 

Jetzt soll die „Mutation“ uns das fürchten lehren

Mittlerweile habe ich keine Angst mehr vor Corona, oder zumindest keine größere als vor jeder anderen Erkrankung, die uns da draußen treffen kann auch. Die Diskrepanz zwischen der veröffentlichten Gefahr von Corona und der Realität fiel vielen auf. Die Angst in der Bevölkerung scheint mittlerweile geringer zu sein, als der Unmut über die Maßnahmen der Regierung. Einige wenige von ihnen warten nun auf das nächste Feigenblatt für weitere Grundrechtseinschränkungen: Die englische Corona-Mutation!

Für mich steht jedenfalls fest: Es reicht! Ich lasse mir von der Regierung keinen weiteren Bären mehr aufbinden.