Bereits seit 1999 laufen zwischen der EU und den südamerikanischen „Mercosur-Staaten“, darunter Argentinien, Brasilien und Paraguay, Verhandlungen für ein großes Freihandelsabkommen. Jetzt stehen die Verhandlungen vor dem Abschluss! Während deutschsprachige Mainstream-Medien weitgehend über das geplante Abkommen schweigen, warnt jetzt die SPÖ vor katastrophalen Folgen für Österreichs Bauern.

Denn der Abschluss des Freihandels-Abkommens würde auch den österreichischen Markt für die großen Lebensmittelproduzenten aus Südamerika öffnen. Die EU will das Abkommen offenbar bereits diesen Monat zum Abschluss bringen!

Lebensmittel-Standards gefährdet?

Vor allem der Import von Rindfleisch, Geflügel sowie Zucker und Tabak in die EU könnte dann unsere Bauern erheblich unter Druck setzen und deren wirtschaftlich bereits sehr angespannte Lage massiv verschärfen, warnen Experten. Sie befürchten auch Verstöße gegen Lebensmittel-Standards der EU.

„Für Österreichs Bauern existenzbedrohend“

Das Abkommen gefährdet die hohen Standards für Lebensmittel und Umwelt. Die ÖsterreicherInnen wollen weder Gammelfleisch noch Gen-Zucker auf ihren Tellern“, erklären Jörg Leichtfried, SPÖ-Europasprecher, SPÖ-Abgeordnete Doris Margreiter sowie Karoline Graswander-Hainz, handelspolitische Sprecherin der SPÖ im EU-Parlament.

„Zehntausende Bergbauern wirtschaften in Österreich unter sehr schwierigen Bedingungen, wenn sie qualitativ hochwertiges Fleisch produzieren“, betont Margreiter zudem . Sie könnten jedoch nicht mit den industriellen südamerikanischen Fleischproduzenten mithalten. „Die Kontingente für Rindfleischimporte sind im Mercosur-Abkommen viel zu hoch festgeschrieben. Hier zuzustimmen kann für österreichische Bauern existenzbedrohend sein.“

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Die SPÖ-Politiker forderten die Bundesregierung bereits in Zusammenhang mit einem informellen EU-Handelsministerrat, der am Dienstag stattgefunden haben soll, auf, das Mercosur-Freihandelsabkommen klar abzulehnen.

Auch ÖVP-Köstinger gegen Mercosur-Abkommen

Auch Österreichs ÖVP-Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger forderte bereits 2017 – angesichts eines dramatischen Gammelfleischskandals in Brasilien – einen Abbruch der Mercosur-Verhandlungen. Jetzt fühle sie sich jedoch nicht mehr für die Materie zuständig, kritisieren die SPÖ-Politiker.

In Frankreich haben bereits zahlreiche Bauern gegen das geplante Freihandelsabkommen protestiert. In dem Land tobt nun eine lebhafte Debatte um das Abkommen. In Österreich indes äußerten sich bisher vergleichsweise wenig Politiker und Bauern-Vertreter zu dem hochbrisanten Thema.