Kritiker sprechen von Schlepperei. Tatsächlich ist es interessant, dass das von der evangelischen Kirche Deutschland gesponserte Schiff Sea Watch 4 nur wenige Tage nach dem Auslaufen ganz zufällig und spontan 200 frische Migranten auflesen konnte. Nun beginnt der bekannte Tanz über emotionalen Druck auf die Politik: Gesucht wird ein Hafen für die Entladung der nordafrikanischen Fracht.

Ein Kommentar von Willi Huber

Am 20. Februar wurde das Schiff „getauft“, am 15. August stach es erstmals für seine neue Aufgabe, die vorgebliche „Menschenrettung“ in See. Nur wenige Tage später, am 25. August meldete die Crew einen „vollen Erfolg“. 200 „Flüchtlinge“ wären gerettet worden und an Bord.

Wie die Beutefahrt abläuft

Das Meer vor Nordafrika wimmelt aber nicht vor Flüchtlingsbooten, die man aufsammeln kann wie in einem Computerspiel. Vielmehr haben sich die nordafrikanischen Schlepperkartelle gut auf die Ankunft des Schiffes vorbereitet, dessen Transponder seine Position für jeden Internetnutzer sichtbar macht. Sobald das Schiff vor der Seegrenze kreuzte, ließen sich die „Flüchtlingsboote“ ganz gezielt auf die Reise schicken, gerieten zufällig in Seenot, wurden glücklicherweise rechtzeitig gefunden und schnell entladen.

Welche Regierung knickt zuerst ein?

Jetzt geht wieder die multimediale Suche nach einem Hafen in Europa los. Vor wenigen Jahren verging kaum eine Woche ohne eine entsprechende Titelseite in den etablierten Medien. Regierungen und Politiker werden so lange emotional erpresst, bis sie nachgeben und die europäische Bevölkerung weitere 200 Neuankömmlinge zu alimentieren hat. Wie bei vergangenen „Rettungsfahrten“ beginnt nun auch das Feilschen um angebliche Jugendliche und Kranke. Der erste wurde bereits von Bord gebracht. Inzwischen stellt sich nur noch die Frage, ob Italien oder Malta zuerst nachgeben wird. Oder die Anlandung erfolgt auch wieder illegal und unter Gefährdung von Menschenleben wie bei der Sea Watch 3 unter Kapitänin Rackete.