Flüchtling vs “Flüchtling”: Frauen und Kinder, statt junger Männer

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Eine wirkliche Krise

Flüchtling vs “Flüchtling”: Frauen und Kinder, statt junger Männer

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Nur wenige Jahre nach 2015/16 wird Europa von der nächsten Flüchtlingswelle heimgesucht. Grund ist der Krieg in der Ukraine, der Millionen von Menschen zwingt, das Land zu verlassen und in anderen europäischen Staaten Schutz zu suchen. Doch im Vergleich zu der Krise 2015/16 gibt es gravierende Unterschiede, die auch die Politik und die Mainstreammedien in Bedrängnis und Erklärungsnöte bringen. Und es zeigt sich auch, nach der Flucht ist man nicht unbedingt in Sicherheit.

Seit dem russischen Einmarsch und dem Krieg in der Ukraine am 24. Februar sind laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mehr als drei Millionen Menschen aus der Ukraine geflüchtet. Und man geht davon aus, dass noch eine Million dazukommen könnten. Mit Stand 13. März hatte Polen mit 1.791.111 die meisten Ukrainer aufgenommen. Gefolgt von Ungarn 263.888, Slowakei 213.000, Republik Moldau 337.215, Rumänien 422.086, Russland 142.994 und Weißrussland 1.226. In den restlichen europäischen Staaten waren es 304.156, darunter auch 117.000 die nach Österreich kamen.

Migranten, Asyl und “echte” Flüchtlinge

Dabei sind allerdings ein paar Punkte auffällig, die das Flüchtlingsnarrativ der vergangenen Jahre, so wie es von Medien und Politik transportiert wurde, erschüttern. Offenbar ist kaum ein Ukrainer bisher um die halbe Welt gereist, um Schutz zu suchen, anders als man es von Afghanen, Syrern, Irakern oder Afrikanern gewohnt war. Zudem handelt es sich bei den ukrainischen Kriegsflüchtlingen vornehmlich um Frauen und Kinder, während in den Jahren zuvor mehrheitlich junge und gesunde Männer „flüchteten“ und sich auf den Weg nach Europa machten, während Frauen und Kinder in den Krisengebieten zurückblieben. Schon damals stellte sich die Frage, ob es sich bei diesen Migranten überhaupt um Flüchtlinge gemäß der Genfer Konvention handelt. Denn laut dieser wurden Flüchtlinge in der Regel als Personen definiert, „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt“. Wobei auch Kriegsflüchtlinge nicht unter den engen Begriff des Flüchtlings gemäß Genfer Konvention fallen, bei ihnen ist, sollte das Asylverfahren dennoch auf der Flüchtlingskonvention beruhen, eine Einzelfallprüfung vorzunehmen. In der Regel wird ihnen jedoch subsidiärer Schutz für die Dauer des Konflikts gewährt.

Rückkehr in die Heimat, sobald es geht

Die Frage nach Asyl dürfte sich allerdings bei vielen der ukrainischen Flüchtlinge nicht stellen. Sehr häufig hört man, dass diese so schnell wie möglich in ihre Heimat zurückwollen, sollte die Lage es zulassen und der unselige Krieg vorbei sein. Dies stellte auch der Ex-Neos-Nationalratsabgeordnete und Hotelier Sepp Schellhorn fest, der jetzt in seinem Hotel Ukrainische Frauen und Kinder aufnahm. Auf Twitter schreibt er: „5 Frauen und 4 Kinder sind mit dem heutigen Tag in Goldegg. Sie haben hier ein vorübergehendes Zuhause, aber sie finden hier keine Heimat. … denn ihre Heimat ist dort, wo Zähneputzen vom Bombenalarm unterbrochen wird, wo Kuscheln aus Furcht ist … Das Einzige, was sie eigentlich wollen, ist wieder heim. Zu ihren Vätern, zu ihren Männern, ihren Freundinnen und Freunden. Zu einem Zähneputzen als lästige Routine und einem Kuscheln aus Sehnsucht.“ Auch 2015 engagierte sich Schellhorn für die Aufnahme von „Flüchtlingen“. Allerdings handelte es sich damals um Männer – und eine Rückkehr in die Heimat stand wohl auch nicht zur Debatte.

Grenzschutz und Studenten

Polen wird nun medial dafür gefeiert, dass es so viele Flüchtlinge aufnimmt. Allerdings gab es auch Kritik über Abweisungen an den Grenzen bzw. Schikanen gegenüber Drittstaatsangehörigen und Rassismusvorwürfe. So soll der polnische Grenzschutz afrikanische Studierende aus der Ukraine abgewiesen haben. Das Land widersprach den Vorwürfen und selbst die ghanaische Außenministerin Shirley Ayorkor Botchwey erklärte dann, dass Studenten aus ihrem Land bisher keine Probleme bei der Ausreise hatten. Insgesamt hätten 38 der bisher aus der Ukraine ausgereisten 220 Ghanaer problemlos die polnische Grenze überquert. Einigen Berichten zufolge soll es hauptsächlich bei Personen ohne Papiere zu Problemen gekommen sein. Selbst die deutsche Polizeigewerkschaft kritisierte bereits, dass an den deutschen Grenzen nicht kontrolliert würde und man wieder nicht wisse, wie schon 2015/16, wer eigentlich ins Land komme.

Migranten-Vergewaltigung

Dies musste auch eine 18-jährige Ukrainerin leidvoll erfahren, die es dann vorzog, von Deutschland weiter bzw. zurück nach Polen zu flüchten. Denn dem Krieg entkommen, war sie in Düsseldorf in einer Flüchtlingsunterkunft von zwei Männern (26 und 37 Jahre alt) vergewaltigt worden. Die mutmaßlichen Täter, offenbar ein Tunesier und ein Nigerianer dürften zudem im Besitz ukrainischer Pässe gewesen sein. Die Täter sitzen in U-Haft und es wird zudem ermittelt, wie sie zu den Pässen gelangt sind. Sofort setzten die üblichen Rufe vonseiten der Politik ein, dass der Vorfall aufzuklären sei und es auch Abschiebungen geben müsse. An der grundsätzlichen Linie der deutschen „Flüchtlingspolitik“ wird sich jedoch vermutlich nichts ändern. Den Vorfall nahm auch Oberösterreichs FPÖ-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner zum Anlass, an die Verfehlungen der Migrationspolitik der vergangenen Jahre zu erinnern. Der Respekt vor ukrainischen Schutzbedürftigen gebietet die Unterscheidung zu Straftätern und Glücksrittern, so Haimbuchner, der präzisierte: „Das Europarecht zieht eine scharfe Trennlinie zwischen wirklich schutzbedürftigen Menschen und jenen Migranten, die illegal und durch unzählige sichere Drittstaaten ins Herz Europas kommen, um sich Asyl zu erschleichen und unsere Gastfreundschaft für schwerste Straftaten zu missbrauchen.“

Sexuelle Belästigungen

Ob der schreckliche Vorfall mit der 18-jährigen Ukrainerin ein Einzelfall bleibt, darf fast bezweifelt werden. Denn bereits in den vergangenen Wochen, seit Einsetzen der Fluchtbewegung mehrten sich Berichte, dass junge Ukrainerinnen gleich nach ihrer Ankunft in Berlin belästigt wurden. Einigen wurde nachgestellt, anderen wurden „Schlafplätze“ gegen sexuelle Gunstbezeigungen offeriert. Laut Augenzeugen handelte es sich bei den aufdringlichen Männern ebenfalls um solche „mit Migrationshintergrund”. Zudem gibt es auch zunehmend Berichte aus dem polnisch-ukrainischen Grenzgebiet, wonach flüchtende Ukrainerinnen der Gefahr ausgesetzt sind, von Migranten überfallen oder vergewaltigt zu werden. Und auch die schwedische Zeitung “Samnytt” berichtet bereits von einem Zwischenfall in Örebro. Dort waren Afrikaner und Araber in das Wohnheim mit ukrainischen Frauen und Kindern eingedrungen. “Vor Bomben kann ich mich im Keller verstecken, aber hier bin ich ausgeliefert”, sagte gegenüber der Zeitung eine der Frauen, die jetzt zurück in die Ukraine flüchten will. Nicht umsonst beginnen offenbar einige Medien die Ukrainer inzwischen als „Vertriebene“ zu bezeichnen, würde doch sonst das bis dato geltende „Flüchtlings“-Narrativ vollends in sich zusammenbrechen.

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