Milliarden-Skandal: Kanzlerberater Silberstein spaltet Regierung 1
Foto: Kern: Flickr, SPÖ Presse und Kommunikation, CC BY-NC-SA 2.0 / Amon: oevp.at / Hintergrund: Fotolia, underworld / Bildkomposition "Wochenblick"

Rumänische Medien haben ein dubioses Firmengeflecht rund um den Kanzlerberater Tal Silberstein aufgedeckt. „Die Regierungskoalition in Österreich ist am Rande der Spaltung “, schreibt das Online-Magazin „Miscarea de Rezistenta“.

Dort wird über den Hintergrund dazu berichtet – u.a. über den Vorwurf von ÖVP-Generalsekretär Werner Amon, gegen Silberstein liege ein Haftbefehl in Rumänien vor. Ebenso über seine Aufforderung an Kanzler Kern, eine Ehrenerklärung abzugeben, dass „dieser Herr“ nicht mehr für ihn arbeite. Der „Wochenblick“ berichtete dazu.

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Das dubiose Firmengeflecht um den Kanzlerberater

Das Innenministerium muss jetzt eine parlamentarische Anfrage der ÖVP dazu beantworten.

Im Zentrum der Silberstein-Affäre stehen illegale Restitutionsforderungen von Prinz Paul von Rumänien an den Staat. Eine Gruppe israelischer Geschäftsleute um Tal Silberstein soll ihm über ein Netzwerk von Korruption und Beeinflussung höchster Regierungskreise dabei geholfen haben. Schaden für Rumänien: 150 Mio Euro.

Schaden von 150 Mio Euro für Rumänien

Als die Geschichte von der rumänischen Anti-Korruptionsbehörde aufgedeckt wurde, hagelte es im Dezember 2015 Anzeigen, Anklagen und Haftbefehle gegen Prinz Paul und u.a. Tal Silberstein, Geschäftsmann Remus Truica, Diamanten-Milliardär Beny Steinmetz, Ex-Premier Calin Popescu-Tariceanu, etc.

Über das unglaubliche Ausmaß dieser illegalen Transaktion berichtete auch das Online-Magazin Press One. Dort stößt man auf ein dubioses Geflecht von Firmen und Beziehungen – und immer wieder auf den Namen Tal Silberstein.

Skandal um Prinz Paul

Eine zentrale Rolle dabei spielt die Firma Reciplia SRL, in der einige der Angeklagten – auch Silberstein – involviert sind. An sie trat Prinz Paul die Vertretungsrechte für die ihm zugesprochenen Liegenschaften ab. Zum Pappenstiel von 4 Mio. Euro. Ihr realer Wert wird auf 4 Mrd. Euro geschätzt. Repräsentant von Reciplia SRL ist ein gewisser Remus Truica.

Er war die rechte Hand von Ex-Premier Adrian Nastase – den wiederum hat Tal Silberstein beraten – wie jetzt Kanzler Kern oder davor Alfred Gusenbauer. Man lese und staune: Reciplia SRL ist zudem ein Ableger der Offshore Firma Reciplia Ltd. Dahinter stehen wiederum Firmen von Tal Silberstein und anderen Geschäftsleuten.

Umstrittene Bereicherung um 4 Mrd. Euro

Auf „Realitanet“ sind die Liegenschaften und Immobilien aufgelistet, die auf diesem Umweg in die Firma Reciplia „eingebracht“ wurden. Dort heißt es einleitend: Das Unternehmen Reciplia von Remus Truica, Marius Marcovici, Dan Andronicus, Beny Steinmetz, Tal Silberstein und Arthur Finkelstein kaufte strittige Rechte von Paul von Rumänien für die folgenden Liegenschaften/ Waren, die dem Königshaus von Rumänien gehörten.

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