Ein Jahr lang musste Österreich auf das ganze Ibiza-Video warten. Die ÖVP möchte die Premiere aber exklusiv für sich genießen. Jetzt schäumt Zadic: auch ihr Resort will endlich das ganze Video sehen. Doch zwischen den Ministerien herrscht ein heftiger Streit.

Zerstrittene Resorts

Heute soll ein Treffen zwischen Justizministerin Zadic und Innenminister Nehammer klären, wie es mit dem Video weitergeht.
Die ÖVP wies bereits im Vorfeld jede Schuld von sich.
Laut ihr sei der Streit die Staatsanwaltschaften Grund für die nicht erfolgte Weitergabe. So stünden die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, die Staatsanwaltschaft Wien und die Soko-Tape in Feindschaft zueinander.

Nur ÖVP kennt die „uncut“-Version

Wie mittlerweile bekannt ist, verfügt das ÖVP-geführte Innenministerium bereits seit April über das Ibiza-Video. Dort ließ man am Montag wissen, dass das Video noch ausgewertet werden müsse, bevor man es weitergeben würde. Auch der Untersuchungsausschuss will die 12 Stunden an ungeschnittenem Material zu sehen bekommen. Auf ihm sollen die Hintermänner zu sehen sein. Damit könnte es Aufschluss über die Motivation der Fallen-Steller geben.

Kriseln in Koalition

Die Spannung zwischen der ÖVP und den Grünen dürfte dieser Tage besonders stark sein. So entmachtete Justizministerin Zadic im Vorfeld den umstrittenen Chef des Strafrechtsresorts Christian Pilnacek. Er galt als mächtigster Beamter im Justizresort und wird der ÖVP zugerechnet. Insider bezeichnen ihn als einen „Zudecker“, der penibel darauf achten soll, dass parteipolitische Interessen gewahrt werden.