Die Vermittlung der Einwanderung in die EU via Scheinehe ist ein lukratives Geschäft. Kürzlich wurden deshalb elf rumänische Frauen am Flughafen in Zypern verhaftet, die auf der Insel vor allem Asiaten und Afrikaner heiraten wollten, um diesen ein Aufenthaltsrecht und damit freie Fahrt in die EU zu verschaffen. Für eine Fake-Ehe gibt es bis zu 10.000 Euro.

Von Kornelia Kirchweger

Gut organisierte Banden

Gut organisierte Banden betreiben dieses florierende Scheinehen-Business. Die festgenommenen Frauen gaben zu, Schmiergeld von 700 bis 1.000 Euro erhalten zu haben, um nach Zypern, zur Scheinheirat, zu fliegen. Zehn der Verhafteten wurden nach Rumänien abgeschoben. Die Elfte wird noch festgehalten, sie könnte der Kopf der Bande sein. Die „falschen Bräute“ bekommen dafür bis zu 10.000 Euro und sind zu Hause zumeist schon verheiratet. Ein Teil ihres „Lohnes“ geht an die Vermittler, die Teil des Ehe-Schlepper-Programmes sind.

Frauen aus Rumänien und Portugal

Die Vermittler haben es vor allem auf arme Frauen in Rumänien, aber auch aus Portugal abgesehen, die das Geld brauchen. Diese verpflichten sich, mindestens zwei Jahre verheiratet zu bleiben. In dieser Zeit müssen sie verfügbar sein, sollte die Polizei die Echtheit der Heirat überprüfen. Rumänien ist 2007 der EU beigetreten, neben Bulgarien das ärmste Mitglied und beliebtes „Aufreißgebiet“ für solche Fake-Ehen. Weil sich solche Fälle nun häufen, kündigte der zypriotische Innenminister eine Gesetzesänderung an, um das künftig zu verhindern.