Guter Hoffnung, was eine finanzielle Beteiligung des Bundes am Linzer Stadtbahnbau betrifft, sind Landeshauptmann Thomas Stelzer und die beiden Landesräte Markus Achleitner (ÖVP) und Günther Steinkellner (FPÖ) aus Wien zurückgekehrt.

Viel mehr als die Zusicherung, dass sich Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) das Projekt nach dem Erhalt der Unterlagen genau anschauen wolle, haben die Herren zwar nicht mitgebracht, doch allgemein wurde betont, ein sehr gutes Gespräch gehabt zu haben und mit dem Anliegen auf offene Ohren gestoßen zu sein.

Vorreiterrolle in Sachen Verkehrspolitik

Denn das Bestreben, den öffentlichen Verkehr in Linz voranzutreiben, bewertete die Ministerin als sehr positiv, zumal der neue oö. Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) in seiner Antrittsrede von einer „versagenden Verkehrspolitik“ in OÖ schwadronierte. Diese sei auch der wesentlichste Antreiber für die steigenden CO2-Emissionen, sagte Kaineder im Hinblick auf Verkehrslandesrat Günther Steinkellner. Der Tadel folgte auf dem Fuß. „Dieses Foul werden wir nicht akzeptieren“, kontert FPÖ-Klubobmann Herwig Mahr. Gerade durch Steinkellner sei Oberösterreich ein Vorreiter in Sachen Verkehrspolitik. Gerade er sei es, der schon seit Jahren den Ausbau und die Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs vorantriebe.

Durch den Schulterschluss von Land und der Stadt Linz stehen die Chancen dafür so gut wie nie zuvor. „Wir haben nun die Möglichkeit, ein Jahrhundertprojekt zu realisieren“, sagt Steinkellner und der Bund könne nun ganz klar zeigen, dass ihm auch Nahverkehrsprojekte außerhalb Wiens ein Anliegen sind.

Ab 2027 soll Stadtbahn rollen

Da auch eine Stadt wie Linz mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs überfordert sei, müsse der Bund stärker in die finanzielle Pflicht genommen werden, betont der Linzer Vizebürgermeister Markus Hain (FPÖ) und fordert schnellstens einen erheblichen Anteil für die benötigte Nahverkehrsmilliarde zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Großraum Linz ein. Mindestens 50 Prozent, so auch die Vorstellung von Steinkellner, sollte der Bund übernehmen, Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) denkt sogar an 80 Prozent. Ab 2027 sollte die Stadtbahn rollen. Bis es soweit ist, wird sich der Verkehr in Linz jedoch noch gehörig stauen.