Für mich gibt die wirtschaftliche Entwicklung in Europa Anlass zu Optimismus. Die Arbeitslosigkeit in Österreich und im Euroraum sank in Summe im alten Jahr.

Finanz-Check von Dr. Herbert Samhaber

Das heimische BIP ist deutlicher als von der Nationalbank prognostiziert gestiegen und ein weiterer Anstieg im neuen Jahr scheint realistisch zu sein. Man kann in Summe zumindest von einer Fortsetzung des Trends hin zur Erholung von den letzten Krisen sprechen.

Mehr Fachkräfte für den Forschungsbereich

Europa hätte die Chance sich im Vergleich zur eher turbulenten Politik des US-Präsidenten, als verlässlicher, seriöser Ruhepol zu etablieren. Das betrifft sowohl den Wirtschaftsstandort als auch andere Bereiche wie beispielsweise die Außenpolitik. In der Vergangenheit wurden die USA häufig als „sicherer Hafen“ für das Vermögen gesehen. Hier könnte der „alte Kontinent“ eine Lücke füllen.

Österreich hat durch seine Infrastruktur, Neutralität und Sicherheit (für den globalen Terrorismus sind wir hoffentlich noch längere Zeit kein lohnendes Anschlagsziel) die Möglichkeit zu punkten. Um die Attraktivität als Standort für Unternehmen zu erhöhen wären mehr Fachkräfte für den Forschungs- und Entwicklungsbereich ein wesentlicher Faktor – in diesem Bereich herrscht Nachholbedarf.

Ein Blick auf die Aktien

Es gilt den vorhandenen guten Grundstock auszubauen. Hier würde ich mir von der neuen Regierung entsprechende Impulse wünschen.
Neben den wirtschaftlichen Perspektiven werden auch die Aussichten auf den Aktienmärkten von Analysten positiv gesehen. Hierbei besteht speziell in Europa noch Potenzial. Die Zinssituation lädt dazu ein einen Blick auf Aktien zu werfen.

Manche sprechen von Dividenden als den neuen „Zinsen“. Eine vernünftige Streuung und die Berücksichtigung der individuellen finanziellen Verhältnisse sind neben Disziplin und einem längeren Investitionshorizont wichtige Basiselemente für Investitionen im Aktienbereich. Über die teilweise noch immer negative Grundhaltung gegenüber Aktio­nären und Aktieninvestments kann ich mich nur wundern.

Worst-Case-Szenarien

Aktien bieten als Sachwerte und Sondervermögen auf dem Depot die Möglichkeit für den Fall von Bankencrashs und Staatspleiten Alternativen zu schaffen, die auch in Worst-Case-Szenarien zumindest die Chance auf einen gewissen Werterhalt bieten. Zudem bieten sie die Chance der Niedrigzinssituation entgegen zu steuern.

Nicht zuletzt machen Aktien unabhängiger von der Allmacht des Staates! Aktien bedeuten Freiheit, wenn man bereit ist, die damit verbundenen Risiken einzugehen. Ein bloßes Vertrauen auf Staat und Einlagensicherung kann im schlimmsten Fall eine zu geringe Streuung des persönlichen Risikos bedeuten.

Bei persönlichen Finanzen ist Risikostreuung sinnvoll

Nicht nur im Wertpapierdepot sondern auch auf der Ebene der persönlichen Finanzen ist Risikostreuung sinnvoll. Von einer wirtschaftlich optimalen Situation sind wir noch deutlich entfernt.

Die größeren Baustellen heißen nach wie vor Niedrigzinsen, Staatsschuldenberge und steigende Lebenshaltungskosten – z. B. ist die Inflation für Waren des täglichen Einkaufs auf mehr als 5 % gestiegen – zu Beginn des Jahres lag die Steigerung noch bei knapp über 2 % (Quelle: Statistik Austria Vergleich Mikrowarenkorb Oktober 2016 zu Oktober 2017). Trotzdem ist für mich eine Portion Optimismus für das neue Jahr angebracht. Freuen wir uns auf 2018!