Klotzen statt kleckern: Das dachten sich wohl ÖVP-Landeshauptmann Stelzer und seine Gesundheits-Landesrätin Haberlander, als sie die Wiederkehr der Maskenpflicht beschlossen.

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Seitdem ich aus meiner sturen Tiroler Bergwelt ins weitläufig hügelige Oberösterreich zog, genieße ich die gemütliche Ader der Menschen im „Landl“. Egal, wohin man geht, findet man eine gesellige Runde – und die Politik ist angenehm für den pragmatischen und wenig überschießenden Weg bekannt. Beziehungsweise, sie war es bis zur Vorwoche.

Maskenball folgt überschießenden Schulschließungen

Da wurden plötzlich wegen ein paar dutzend Corona-positiven Schülern ohne Vorwarnung die Schulen im Großraum Linz geschlossen, die Eltern von 90.000 Kindern mussten nur eine Woche vor dem Zeugnistermin improvisieren. Nachdem man auch im Umfeld von Schlachtbetrieben ein Cluster entdeckt haben will, fackelt Landeshauptmann Stelzer nicht allzu lange und verordnet die weitgehende Rücknahme der jüngsten Lockerung.

Bereits seit heute müssen die Menschen in Amtsgebäuden wieder einen Gesichtsfetzen tragen. In Bälde soll das ganze auch wieder in Geschäften und Restaurants kommen. Nicht einmal einen Monat, nachdem wir die Verhüllung ablegen durften, ist das Nuscheln beim Bäcker zurück. Belohnte man uns einst, weil wir uns „brav“ an die Regeln hielten, folgt die Strafe auf dem Fuß, sobald die Infektionszahlen wieder steigen.

Schweißgebadete Lebensgefährder

Als jemand, der täglich eine respektable Distanz mit dem Zug in die Arbeit pendeln muss, hatte ich den Vorgeschmack bereits zuletzt. In der sonnenbestrahlten Garnitur waren die Fahrten dermaßen schweißtreibend, dass die als Allheilmittel gepriesene Maske am Ende nasser war als ein Handtuch in der finnischen Sauna. Als Resultat versetzen viele Leute, als sich spätestens hinter Wels die Abteile lichteten, die Maske unters Kinn – und mussten sich, no na, in der Folge weniger oft ins Gesicht fahren, um den Schweiß abzuwischen.

Dieser Trick geht freilich demnächst nicht mehr: Denn künftig will man auch in den Zügen kontrollieren, ob die Menschen sich ihr Schwitztuch brav vors Antlitz klemmen. Sprich, wer im falschen Moment aus der Wasserflasche die vollständige Austrocknung verhindert, kann mit hunderten Euro an Bußgeld belegt werden, weil eh wissen: Lebensgefährder sind immer die Pendler und niemals die zigtausenden linken „Anti-Rassismus“-Demonstranten beim gemeinsamen Auflauf ohne Babyelefant.

Ohne Maß und Ziel

Ebenfalls keine „Lebensgefährder“ sind freilich Migranten aus aller Herren Ländern. Nach dem Pakistaner, der nach dem Heimaturlaub quer durch Österreich fuhr, ehe er in Tirol einen positiven Test lieferte, zog ein Afghane in Salzburg nach. Dieser urlaubte ebenfalls in der angeblich so gefährlichen Heimat, aus der er einst floh. Bei der Rückkehr brachte er das Virus mit. Wetten, dass die Grenze zu Bayern zugeht, ehe ein solch absurdes „humanitäres Grundbedürfnis“ unterbunden wird?

So oder so: Demnächst gibt es jedenfalls wieder eine Gratis-Sauna, auch für Kellnerinnen und Verkäuferinnen, acht Stunden am Tag. Damit wir uns alle schützen, ganz wichtig. Und just, als ich die Wiederkehr dieser irgendwie postapokalyptisch anmutenden Szene imaginiere, fliegt vor dem inneren Auge ein alte Schwarzkopf-Werbung in abgewandelter Form vorbei: „Steyr, 30 Grad, zwei Corona-Fälle, alle beim Maskenfasching. Die Sonne brennt, der Schweiß in den Augen auch.“