Die Frauenrechtsbewegungen sind in der Vergangenheit über das Ziel hinaus geschossen – auf Kosten der Frauen?

Job, Kinder, Haushalt und vielleicht noch die Pflege von Angehörigen, dreimal die Woche Sport und ein Ehrenamt. Irgendwie schafft Frau alles. Aber genau das ist der Punkt: Irgendwie.

Blickwinkel von Elsa Mittmannsgruber

Werbung

Hohe Belastung trotz Emanzipation

Irgendetwas bleibt auf der Strecke, meist die Kinder, die Beziehung und man selbst. Wenn Birgit Kelle (siehe Exklusiv-Interview) meint, die Befreiungsbewegung der Frau habe übers Ziel hinausgeschossen, hat sie nicht unrecht. Denn, haben wir uns das alles wirklich so vorgestellt? Ohne Kinder erscheint das Leben einer Frau im Vergleich zum 19. Jahrhundert einfacher und freier.

Die 43-jährige, oft als „Antifeministin“ bezeichnete Birgit Kelle siedelte 1984 die Rumäniendeutsche in die Bundesrepublik Deutschland. Sie ist Journalistin, Publizistin und Mutter von vier Kindern.

Erwartungssystem

Ist es das aber gewiss oder haben die Ketten nur eine andere Form angenommen? Spätestens wenn sich Nachwuchs einstellt, treten diese zu Tage. Dann artet alles in ein ausgeklügeltes Planungssystem aus, dem die Natürlichkeit von Leben und Geburt abhanden kam.

In der bekannten „Rush Hour des Lebens“, meist in den Zwanzigern bis Dreißigern, kommt sämtliches zusammen. Schließlich sollen alle Erwartungshaltungen erfüllt werden: Gute Ausbildung, steile Karriere, engagierter Mitbürger, vorbildliche Mama, Hausfrau, attraktive und einfühlsame Ehefrau.

migration multikulti magazin

Motto: „Selber schuld“

Dass da ein mächtiger Druck aufgebaut wird, ist klar. Frauen, die sich diesem Erwartungssystem aber zumindest mit dem temporären Verzicht auf die Karriere entziehen wollen, bestrafen ihre emanzipierten Artgenossen, Wirtschaftsunternehmen, die Politik und manchmal sogar die eigene Familie. Unterstützung? Wieso? Selber schuld, wenn sie sich Kinder einbildet!