Andreas Mölzer gilt seit den 1980er-Jahren als Vordenker in der FPÖ. Nach dem Zerfall der Haider-FPÖ tingelte er mit Heinz-Christian Strache durch die Bundesländer und richtete die Partei wieder auf. In Zukunft hofft er auf eine starke freiheitliche Handschrift in der Regierung.

Und er wünscht sich, dass die FPÖ unter HC Strache die einheimische Bevölkerung ins Zentrum der Politik rücken wird.

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Bis zu seinem Ausscheiden aus dem EU-Parlament 2014, hatte er als Partei-Ideologe großen Einfluss.

Müssen Inhalte umsetzen

Seither wurde es ruhig um Andreas Mölzer. War er früher oft zu TV-Konfrontationen eingeladen und wurde gern zur Ausrichtung der FPÖ befragt, äußert sich der Herausgeber der freiheitlichen Zeitung „Zur Zeit“ nur mehr selten öffentlich.

Der „Wochenblick“ hat ihn zu einer möglichen Regierungsbeteiligung der FPÖ befragt. Da das freiheitliche Urgestein viele Verirrungen der Partei miterleben musste, weiß er heute genau, worauf es künftig ankommen könnte.

andreas mölzer fpö interview wochenblick„Wohl von Volk und Staat“

Als Lehre aus der Regierungsbeteiligung von 2000 bis 2006 sollte die FPÖ ziehen, dass sie nur dann in eine Regierung gehen darf, wenn sie wirklich zentrale Inhalte umsetzen kann.

„Ob man dabei die stärkere oder die knapp schwächere Kraft ist, ist eigentlich zweitrangig“, erklärt Andreas Mölzer im „Wochenblick“-Gespräch.

Das blaue Urgestein sieht es pragmatisch und gar nicht parteipolitisch: „Es geht bei einer Regierungsbeteiligung ja nicht in erster Linie um das Wohl der Partei, sondern um das Wohl von Volk und Staat.

Und für dieses wäre eine Umsetzung der wichtigsten FPÖ-Anliegen absolut notwendig.“ Die Haider-FPÖ habe damals „so ziemlich alles preisgegeben, wofür sie 15 Jahre gekämpft hat“.

Ausländer-Thema zentrales Problem

Doch Mölzer baut auf Strache: „Man darf der guten Hoffnung sein, dass die FPÖ unter Heinz-Christian Strache aus diesen Fehlern gelernt hat und ihre zentralen Inhalte einer Politik für das Land und die autochthone Bevölkerung nicht vergessen wird.“

Die Massenmigration sei „zweifellos die vielleicht zentralste Frage in der gegenwärtigen Politik“, ist sich Mölzer sicher.

Islam Heftige Ausschreitungen: Muslime fordern radikale Islam-Gesetze
Mölzer fordert die FPÖ auf, bei einer Regierungsbeteiligung einen „absoluten Stopp der illegalen Zuwanderung“ durchzusetzen!

„Nun wird die FPÖ auch wenn sie Teil einer Bundesregierung ist die weltweite Migrationsproblematik, wo nahezu 100 Millionen Menschen auf der Wanderung sind, nicht lösen können.

Absoluter Stopp der illegalen Zuwanderung

Sie wird aber mit aller Macht versuchen müssen, das Problem für Österreich unter Kontrolle zu bringen.“

Und Mölzer hat eine konkrete Forderung an die Partei, wenn sie etwa mit der ÖVP in Regierungsverhandlungen treten sollte: „Ein absoluter Stopp der illegalen Zuwanderung ist dabei das Mindeste was man verlangen muss, die rasche und kompromisslose Rückführung von abgelehnten Asylsuchenden und illegal im Lande lebenden Menschen ist der nächste notwendige Schritt.“

FPÖ erstes Silberstein-Opfer

Zum aktuellen Polit-Streit um „Dirty Campaigning“ verweist Mölzer auf die lange Tradition des „Establish­ments“, ständig ohne Rücksicht und ohne Bandagen die FPÖ anzugreifen.

Und er erinnert an den Fall Johannes Hübner, FPÖ-Nationalrat aus Wien: „Hübner ist eigentlich das erste Opfer des ‚Dirty Campaigning’ von Tal Silberstein geworden, weil man eine missverständliche Aussage Hübners, die vor mehr als einem Jahr gefallen war, strategisch gegen die FPÖ eingesetzt hat.“

Vorsicht bei Mainstream-Medien

Man müsse im freiheitlichen Lager erkennen, „dass das politisch-mediale Establishment im Bedarfsfall oppositionelle Politiker, allzumal solche mit nonkonformistischen Grundsätzen, mit allen Mittel bekämpft. Und es ist eine traurige Tatsache, dass es immer wieder gelingt, solche Persönlichkeiten aus den Reihen der Opposition, herauszuschießen.“

Dagegen habe leider auch die heutige FPÖ noch kein wirksames Rezept gefunden.