Die italienischen Behörden warnten nun davor, dass Menschen, die Symptome eine Corona-Ansteckung aufweisen und sich nicht in Selbst-Quarantäne begeben, eine Mordanklage bekommen können, wenn sie jemanden anderen infizieren, der daran stirbt. Darauf stehen bis zu 21 Jahre Gefängnis.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Anklage wegen vorsätzlichem Mord

Italiener, die klassische Symptome von COVID-19 haben – wie Fieber, Husten oder andere Anzeichen von Krankheit und sich nicht selbst isolieren, werden strafrechtlich verfolgt. Wenn jemand die Quarantäne abbricht, eine ältere Risikoperson ansteckt und diese an den Folgen stirbt, kann der Viren-Verbreiter wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt werden. Darauf steht eine Freiheitsstrafe von mindestens 21 Jahren, schreibt die Zeitung Il Sole 24 Ore. Die Strafe könne auch jene betreffen, die sich weiterhin in Gesellschaft begeben, obwohl man ihnen mitgeteilt hat, dass sie Kontakt mit einem bestätigten Corona-Infizierten hatten.

Harte Strafen auch für Irreführung der Behörden

Jene, die Behörden über die Notwendigkeit einer Reise während der Abriegelung eines Ortes oder einer Region belügen, können zwischen ein und sechs Jahren Gefängnis ausfassen. Jeder, der die Reiseeinschränkungen durchbricht – dazu zählt auch das Ausfüllen eines Behördenformulars zum Verlassen der Wohnung – kann bis zu drei Monaten bekommen und eine Strafe bis zu 206 Euro.

Die Strafanzeigen für die Verbreitung des Corona-Virus im Land richten sich nach dem gleichen Prinzip, wie die wissentlichen Übertragung von HIV (Aids).

Behandlung jüngerer Patienten hat Vorrang

Der Ausbruch des Virus hat das italienische Gesundheitssystem an sein Limit gebracht. Die Ärzte haben laut eigenen Angaben damit begonnen, die Versorgung älterer Coronavirus-Patienten zugunsten der Behandlung junger Menschen einzuschränken. Wenn jemand zwischen 80 und 95 ernsthafte Atembeschwerden hat, werde man wahrscheinlich nicht mit der Behandlung fortfahren, sagte Christian Salaroli, Anästhesist in einem Krankenhaus in Bergamo.

Infektionen können weiter steigen

Italien erlebt zur Zeit den schlimmsten Ausbruch des Corona-Virus in Europa, mit über 15.000 bestätigten Infektionen und 1.016 Toten. Jüngste Maßnahmen zur Eindämmung sind auch die Schließung aller Geschäfte im Land – außer Apotheken und Lebensmittelgeschäfte – bis 25. März. Schulen, Nachtclub, Schwimmbäder und andere öffentliche Einrichtungen sind bereits geschlossen. Der Effekt dieser Maßnahmen werde in einigen Wochen sichtbar werden, sagte Premierminister Guiseppe Conte, die Infektion können weiter steigen.