Nach der verheerenden Brandstiftung im überfüllten griechischen Migranten-Lager Moria breiten sich die Forderungen nach einer Aufnahme der Insassen wie ein Lauffeuer aus. 

Kommentar von Alfons Kluibenschädl

Überall herrscht Betroffenheit nach der Feuerhölle auf der griechischen Insel Lesbos. Dort harrten seit Monaten und Jahren über 10.000 Menschen in einem überfüllten Lager aus. Sie wurden an die europäischen Außengrenzen gelockt von den falschen Hoffnungen des „Wir schaffen das“. Manche von ihnen mögen sogar das blutende Herz europäischer Linker antizipiert haben und dürften ihrem Glück etwas nachgeholfen haben. Videos kursieren, die zeigen, wie Migranten noch Baumstämme ins lodernde Feuer zerren.

Einwanderungsfreunde wittern Morgenluft

Der Chef der Wiener Freiheitlichen, Dominik Nepp, warnte vor einer Verteilung der 13.000 Leute aus dem Lager. Wenn die Brandstifter einen Erfolg hätten, würde es „weiteren Zustrom geben und das Erfolgsmodell ‚Einreise durch Brandstiftung‘ fortgesetzt.

Eine scharfe, aber berechtigte Sichtweise. Denn während etwa bei der Alpen-Prawda längst die Legung des Brandes verschleiert wird, wittern einschlägige Kreise längst Morgenluft. Dies obwohl einige der obdachlos gewordenen Migranten offenbar weiter zündeln und auch noch die letzten Zelte ein Raub der Flammen wurden.

ORF-Migrationsexperte schwingt die Moralkeule

Unter ihnen kein geringerer als Gerald Knaus, der mitsamt seiner Denkfabrik derzeit auch aufgrund der finanziellen Zuwendungen des Soros-Netzwerks in einem unserer Nachbarländer schwer in der Kritik steht. Für den ORF ist er aber weiterhin der „Migrationsexperte“ des Vertrauens und darf in der ZiB-Nacht unverblümt die Stoßrichtung vorgeben:

„Nehmen wir einmal an, es handelt sich um einige gewaltbereite Migranten die hier ein Feuer gelegt haben. Kann dann die Antwort sein, Familien, Kinder, 13.000 Menschen mit diesen gewaltbereiten Migranten zusammen einzusperren, um sie ihrem Schicksal zu überlassen? Oder brauchen wir nicht viel eher Bedingungen, wo Sicherheit für alle diese schutzsuchende Menschen gewährleistet ist?“

Ein dreister Guantanamo-Vergleich

Hatten die Verteilungs-Forderer im März noch mit angeblichen frostigen Temperaturen – in Wirklichkeit waren es zweistellige Plusgrade – argumentiert, führt er nun die Hitze in Griechenland ins Felde. Ganz wichtig dabei: Es seien tausende Kinder dabei. Wie viele davon kleine Mädchen mit Kulleraugen und in zerrissenen Lumpen sind – und wie viele männliche Jugendliche in Markenklamotten und mit polizeifeindlichen Pulli-Aufdrucken – wissen wahrscheinlich nicht einmal die Götter des Olymp. 

Knaus geht noch weiter und unterstellt den Einwanderungskritikern die „Logik […], dass diese Männer, Frauen und Kinder auf alle Ewigkeit auf diesen Inseln festgehalten werden müssen zur Abschreckung. […] Das ist, zynisch gesprochen, für Flüchtlinge, wie eine Art Guantanamo“. Dieser Vergleich ist ziemlich drastisch, sogar vor dem Hintergrund, dass in Moria Teile des Camps von Islamisten kontrolliert werden. Denn unterschwellig suggeriert es ohne jeden Beleg auch grobe Misshandlungen bis zur Folter seitens griechischer Beamten.

Tausende Migranten als „überschaubare“ Menge

Als einzige Lösung dafür sieht der Architekt des umstrittenen EU-Türkei-Abkommens, mit dem die Erpressbarkeit an der Außengrenze erst zementiert wurde, offenbar, Migranten von dort in Europa zu verteilen – zumindest jene vom griechischen Festland. Einen Pull-Effekt für weitere Zuwanderung kann er sich freilich dabei „ganz sicher nicht“ ausmalen.

Österreich ruft er trotz seiner regen Aufnahme in die Pflicht – mit dem Hinweis, dass auch Politiker bei großen deutschen Bruder dafür plädierten. Es gehe ja um „überschaubare“ Mengen von Menschen, die Not leiden würden. Es gehe nicht um Hunderttausende oder Zehntausende, sondern im deutschen Fall um vielleicht 5.000 Migranten- und andere Länder sollen sich in ähnlicher Größenordnung beteiligen.

Moria und der amphibische grüne Bus-Traum

Apropos deutsche Politiker: Bei diesen dürften manchen das Feuer in Lesbos auch den zum Denken nötigen Sauerstoff der Luft entzogen haben – oder zumindest den Blick auf die Realität verdeckt haben. Den Vogel schoss dabei die Grünen-Politikerin Henrike Müller aus Bremen ab. Sie will „Busse schicken“, um die Migranten zu holen.

Ja, Busse. Auf eine Insel. Ob die Hansestadt Bremen, wo sie auf üppige Steuerzahler-Kosten ihr Mandat ausfüllen darf, derart amphibische Fahrzeuge besitzt oder die Migranten wie Rennautos auf Lesbos im Kreis fahren lassen will bis sich eine andere Lösung ergibt, ist zumindest … nennen wir es „zu Redaktionsschluss noch ungeklärt“.

Hilfe vor Ort statt überfüllte Lager in Europa

Der eigentliche Hund liegt aber wo anders begraben. Denn niemand wird in Abrede stellen können, dass die hygienischen Zustände in vielfach überfüllten Lagern in Griechenland wirklich menschenunwürdig sind. Diese könnten man allerdings auch leicht verhindern. Zum einen müsste Europa einmal aufhören, im Nahen Osten im Zuge seines transatlantischen Bündnisses eine Destabilisierungspolitik mitzutragen, die erst derart schwierige humanitäre Zustände ermöglicht.

Sollten Verwerfungen oder wirtschaftliche Not in nordafrikanischen und westasiatischen Ländern dann trotzdem auftreten, wäre es viel sinnvoller, dem Menschen vor Ort zu helfen. Sie würden nicht aus ihrem angestammten Umfeld entwurzelt – und obendrein kann derselbe Euro in den Krisenregionen weitaus mehr Leuten helfen als in Europa. Dann gäbe es nämlich auch keine überfüllten Lager. Wir sprächen über ein paar hundert Leute mit tatsächlichem Asylgrund, die dann – im ersten sicheren Drittland, versteht sich – wirklich bewältigbar wären.