Was passiert hinter den geschlossenen Türen der Linzer Moscheen? Das wollen Vizebürgermeister Markus Hein und Sicherheitsstadtrat Michael Raml, beide FPÖ, nun untersuchen und feststellen lassen, „um das Risiko von Radikalisierungstendenzen“ in der oberösterreichischen Landeshauptstadt zu minimieren.

Von Kurt Guggenbichler

Dass in manchen Moscheen nicht nur gebetet wird, ist bekannt. Raml verweist auf die Stadt Graz, wo es sich ganz deutlich gezeigt hätte, dass dort viele Moscheen die Gründung von Parallelgesellschaften förderten und wo auch der der Radikalisierung Vorschub geleistet würde.

Aufruf zu Integrations-Verweigerung in Moscheen

Dies bestätigt auch eine Studie für die steirische Landeshauptstadt aus dem Jahr 2018, der zufolge sich ein Teil der islamischen Gebetshäuser aktiv von unserer Gesellschaft abschottet, wie Raml erläutert. In Predigten werde dort sogar explizit dazu aufgerufen, sich nicht zu integrieren.

So etwas müsse in Linz verhindert werden, betont Hein: Der radikale Islam dürfe auf gar keinen Fall eine Gefahr für die Bevölkerung werden. „Deshalb werden wir uns auch mit aller Kraft gegen eine Ausbreitung des politischen Islam stemmen. Islamisten haben in Linz keinen Platz.“

Zuwanderungswellen lassen Moslem-Zahl anschwellen

Dafür brauchen Hein und Raml jedoch Klarheit über die tatsächliche Situation, weshalb sie nun eine Moscheen-Studie nach Grazer Vorbild fordern. Denn das Wissen über die islamische Szene in Linz ist nicht groß. „Aktuell weiß niemand genau, wie hoch der Anteil an Muslimen in unserer Stadt ist“, betont der Vizebürgermeister.

Zum Zeitpunkt der letzten Zählung vor fast zwei Jahrzehnten wurden 12.233 Bürger islamischen Glaubens in Linz registriert. Das entsprach damals etwa 6 Prozent der Gesamtbevölkerung. Durch die verstärkte Zuwanderung der letzten Jahre könnte die Zahl auf das Doppelte oder Dreifache angewachsen sein.

Hein: Licht ins Dunkel der Islam-Szene in Linz bringen

Zurzeit gibt es vier offizielle Moscheen auf Linzer Stadtgebiet, bilanziert Hein, doch die Zahl der sogenannten Hinterhofmoscheen dürfte noch um ein Vielfaches größer sein.
Darüber müssen wir Bescheid wissen, konstatieren die beiden FPÖ-Mandatare, die nun gemeinsam mit dem österreichischen Integrationsfond Licht ins bisherige Dunkel der Muslimen-Szene in Linz bringen wollen.

Nach den jüngsten Äußerungen von Landeshauptmann Thomas Stelzer dürfte dies auch im ÖVP-Interesse sein, wie Raml vermutet. Denn auch die ÖVP sieht im politischen Islam eine zunehmend stärker werdende Gefahr (Stichwort: Parallelgesellschaften), wogegen man Maßnahmen ergreifen müsse, wie OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer meint. Daher fordert er: „Oberösterreich braucht ein Maßnahmenbündel gegen den politischen Islam.“