Die Motorradsaison ist bereits in ihrer Hochzeit und viele Biker nutzen das schöne Wetter der letzten Wochen, um eine Spritztour auf Österreichs Straßen zu machen. Schon jeder dürfte sich einmal vorgestellt haben, mit einem „heißen Eisen“ durch die Gegend zu cruisen. Doch welches Bild prägt den Motorradfahrer von heute? Ist er ein Rebell wie noch in früheren Zeiten?

Ein Bericht von Julian Utz

Rebellen sind sie nicht mehr. Das war einmal. Heute fahren vor allem ältere und besser verdienende Menschen Motorrad. Hersteller müssen sich mittlerweile neue Konzepte überlegen, um „junge Wilde“ anzulocken. Welche Dinge gibt es für diejenigen zu beachten, die sich den Motorradführerschein zulegen möchten?

Der Wochenblick klärt auf! Das typische Bild des rebellischen Motorradfahrens ist für viele durch den amerikanischen Kultfilm „Easy Rider“ geprägt. Für viele verkörpert das Motorrad ein jugendliches Freiheitsgefühl.

Meistens aber nur für Junggebliebene, denn viele Jugendliche brauchen mittlerweile auch das Moped als Transportmittel nicht mehr und das Bike als Statussymbol schon gar nicht. Für junge Leute steht meist an erster Stelle der B-Führerschein für das Auto.

Der sogenannte „A-Schein“ für Motorräder wird erst später interessant. Viele Motorradclubs verlangen daher immer wieder Lockerungen bei der Führerscheinprüfung, wenn man den Motorradführerschein später macht.

Hobby für Jung und Alt

Mittlerweile wird beim Verkauf von Motorrädern sogar eine individuelle Zusammenstellung der Einzelteile angeboten, so kann sich ein Kunde sein Unikat selbst designen. Das Motorrad kann durch den Austausch von Einzelteilen schnell modifiziert werden und verändert auch je nach Geschmack sein Aussehen.

Neuerdings macht das Umweltbewusstsein vor dem Motorrad-Markt auch nicht halt. Traditionsmarken reagieren dementsprechend auf diese Entwicklung mit einem Angebot von Motorrädern mit Elektromotoren.

Bei Harley Davidson lässt zumindest ein neues Produkt das Interesse an neuen Zielgruppen vermuten, da bei dem amerikanischen Traditionsunternehmen aus Milwaukee, Wisconsin, nun ein Elektromotorrad angeboten wird.

Für die Hersteller sind jedoch zentrale Fragen im Vordergrund: Wie kann man neue Zielgruppen für Motorräder erschließen und wer kann sich dieses Hobby überhaupt noch leisten?

Billige Alternative zu Auto

Im städtischen Bereich merkt man, dass die Anzahl an Motorrädern oder Motorrollern ansteigt – oft als Autoersatz. Es bietet eine billigere Alternative zum Auto und man kann es in der Stadt einfacher nutzen.

Jedes Jahr steigen die Verkaufszahlen um vier Prozent, die Anzahl an Motorrädern in Österreich liegt in etwa bei 500.000 Stück, so Zahlen vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Den „typischen“ Biker gibt es nicht mehr.

Mittlerweile hat eine Veränderung stattgefunden, denn Motorradfahrer sind älter geworden. Oft handelt es sich um Wiedereinsteiger, die sich einen Traum erfüllen wollen. Circa zehn Prozent der Biker sind Frauen.

Motorradfahrer sind im Gegensatz zu früher weit zugänglicher für Einstiegskurse, Risikokompetenz und Gefahrenwahrnehmung. Grundsätzlich ist bei vielen das Motorradfahren eine Lebenseinstellung geworden, die einen Großteil der Freizeit einnimmt.

Beim Fahren sollte man jedoch mit Bedacht lenken und keine Angst vor der Nutzung des Motorrades haben. Für alle Anfänger und angehende Motorradfahrer, die es sich auf einem „Feuerstuhl“ gemütlich machen wollen, gibt es nützliche Tipps und Tricks, wie ein sicheres Biken gewährleistet wird und viele Unfälle vermieden werden können.

Wer es einmal probiert hat, weiß: Motorradfahren macht Spaß, befreit den Geist und bedeutet vor allem für viele Biker die pure Freiheit, obwohl jeder Motorradfahrer weiß, wie risikobehaftet das Fahren eines einspurigen Kraftfahrzeuges ist und sicherlich um einiges gefährlicher als das Lenken eines Autos.

Sicheres Fahren ist Pflicht

Doch zu allererst: Wie lernt man Motorradfahren? Die Grundbausteine sind am wichtigsten. Fast alles fängt bei der Wahl der richtigen Fahrschule an. Wer mit der Überlegung spielt, Motorrad zu fahren, sollte sich vorher mit Bekannten, Freunden oder im Internet informieren, welche Fahrlehrer gut sind und einen großen Erfahrungsschatz mitbringen.

Denn eines sei bedacht: Gute Fahrlehrer für das Auto sind nicht gleich auch gute Fahrlehrer für das Motorrad! Es gilt zu beachten, dass dieser auch privat Motorradfahrer ist und dementsprechende Erfahrung hat.

Wenn man einen kompetenten Fahrlehrer gefunden hat, ist es wichtig, diesen nicht wieder gleich zu wechseln, denn es ist besser, man hat während der gesamten Motorrad-Ausbildung eine feste Bezugsperson.

Eine richtige Schutzkleidung ist immens wichtig und unerlässlich für sicheres Fahren. Wer nicht ausreichend geschützt ist, gefährdet seine Gesundheit und erhöht das Risiko, sich drastisch bei Unfällen schwere Verletzungen zuzufügen.

Das wichtigste Element ist definitiv der Helm. Viele Varianten stehen dabei zur Auswahl wie der Integral-, Jet- oder Klapphelm. Beim Helmkauf ist vor allem zu beachten, dass er richtig sitzt und nicht zu eng ist. Beim Motorradfahren ist außerdem eine geeignete Kleidung erforderlich – Motorradjacke und -hose, Spezialhandschuhe und ein Nierengurt.

Die richtige Schutzkleidung bietet den notwendigen Aufprallschutz bei Stürzen und äußerlichen Gegebenheiten wie schlechten Wetterumständen. Auch wenn es sehr heiß ist, sollte man die Kleidung bei jeglicher Witterung tragen.

Bei einer Motorradtour mit heißen Temperaturen sollten außerdem viele Pausen gemacht und ausreichend Wasser getrunken werden. Bei Eis und Kälte ist vorsichtiges Fahren das Gebot der Stunde oder es sollte auch ganz darauf verzichtet werden.

Ausrüstung muss sitzen

Wie beim Auto ist zu beachten, dass im Winter Winterreifen aufgezogen werden müssen. Durch angebrachte Reflektoren an der Schutzkleidung wird man bei Tag und Nacht besser gesehen.

Dies senkt das Risiko erheblich, schwere Verletzungen bei Unfällen davonzutragen und erhöht die Sicherheit beim Fahren. Ein weiterer Tipp für eine sichere Ausfahrt ist, nie aus der Übung zu kommen. Ausweichmanöver, Bremsungen usw. sollte man regelmäßig trainieren.

Je seltener man unterwegs ist, desto mehr verlernt man das Fahren. Eine der schwierigsten Herausforderungen beim Motorradfahren ist das Bremsen. Es bedarf viel Übung, um es zu perfektionieren.

Man übt am besten auf einer nicht befahrenen Straße. Idealerweise wird die Bremskraft auf Vorder- und Hinterrad gleichmäßig verteilt. Viele Fahrer machen den Fehler, nur mit dem Vorderrad zu bremsen.

Das Hinterrad spielt eher eine untergeordnete Rolle beim Bremsen, eine Kombination ist trotzdem unerlässlich, um ein schlitterndes oder eventuell ausbrechendes Hinterrad zu vermeiden. Das Antiblockiersystem (ABS) ist bei neueren Motorrädern serienmäßig eingebaut und für eine bessere Bremsung hilfreich.

Es verhindert das Blockieren der Räder und der Bremsweg verkürzt sich erheblich. Bei Eis und Glätte sind diese Voraussetzungen sehr dienlich. Das Bremsen sollte man bis zum Maximum üben, denn es kann Leben retten!

Für sicheres Motorradfahren ist außerdem das Ausweichen essenziell. Wer regelmäßig fährt, sollte dies gut beherrschen. Egal, ob man einem plötzlich ausparkenden Auto oder einem vorbeirollenden Ball ausweichen muss, der Lenkimpuls kann einen in brenzlichen Situationen retten.

Ein Zusammenspiel zwischen Bremsen und Ausweichen ist daher unabdinglich. Den folgenden Tipp kann sich eigentlich jeder denken: Das Motorrad sollte für sicheres Fahren in einem einwandfreien Zustand sein!

Deshalb ist es notwendig, das Bike nach und vor jeder Tour einer ordentlichen Pflege zu unterziehen und regelmäßig durch- zuchecken. Batterien, Beleuchtung und die Bremsen sollten keine Mängel aufweisen, um sicher fahren zu können.

Bei den Reifen sollte der Reifenfülldruck und die Profiltiefe (mindestens 1,6 Millimeter) in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Bei der Beleuchtung des Motorrades ist ein bestimmtes Licht erforderlich.

Es soll eine gute Sicht auf die Straße ermöglichen und gleichzeitig ein Signal sein, mit dem andere Beteiligte des Straßenverkehrs identifizieren können, um welchen Fahrzeugtyp (ein- oder zweispurig) es sich handelt.

Ausweichen und Bremsen

Es muss sich immer um eine ausdrücklich erlaubte Beleuchtung handeln. Vorne am Motorrad muss sich ein weißes, hinten ein rotes Licht befinden. An den Seiten kann es aber auch gelb sein.

Das Mitführen von Warnblinkanlage, Warndreieck und Warnleuchte als Ausrüstung ist nicht gesetzlich für Motorradfahrer vorgeschrieben. Jedoch kann dadurch der Sicherheitsstandard für tadelloses Motorradfahren maßgeblich erhöht werden.

Mit diesen Tipps kann das Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein, gesenkt werden, jedoch ist immer ein gewisses Risiko vorhanden und darüber sollte man sich auch im Klaren sein. Nichtsdestotrotz sollte man mit gutem Gefühl die Fahrt mit seinem Motorrad geniessen können!