Überraschend ist es nicht – und doch ist so viel Ehrlichkeit erstaunlich. Der Impf-Fanatiker im Gesundheitsministerium sprach in der ZiB2 Klartext. Nachdem die Impf-Kampagne der türkis-grünen Regierung ins Stocken geriet, schärfte man nach. Die 3G-Pflicht auf der Arbeit soll den „Impfturbo zünden“. Den Arbeitgebern will man das schmackhaft machen, indem Quarantäneregeln für Geimpfte niedriger seien. Sprich: Damit sollen die Firmen-Chefs den Impf-Druck an ihre Mitarbeiter weitergeben. 

  • Arbeitgeber und Gesundheitsbehörden sollen „stichprobenartig“ kontrollieren
  • Die Strafen für fehlenden 3G-Nachweis sind horrend
  • Impfquote ist ihm zu niedrig: Mückstein will Bürgern die Freiheit vorenthalten
  • Die Nachfrage zu 3G im Parlament ringt ihm verschmitztes Grinsen ab
  • ORF-Moderator Armin Wolf legt Mückstein noch üblere Maßnahmen nahe
  • Lockdown soll künftig nur mehr (dann negativ getestete) Ungeimpfte betreffen
  • Sonst keine Freiheit: Impfung für Mückstein „einziger Weg aus der Pandemie“
  • Das, obwohl angeblich neue, impfresistente „Delta Plus“-Variante auftauchte.

Drakonische Strafen ohne 3G-Nachweis drohen

Mit 1. November drohen Millionen heimischer Arbeitnehmer bis zu 500 Euro Strafe, wenn sie ohne 3G-Nachweis auf der Arbeit erscheinen. Ihr Chef kann sie zu Zwangsurlaub zwingen, ihnen das Gehalt für den Tag verweigern oder in letzter Konsequenz kündigen. Der Druck auf den Arbeitgeber ist ebenfalls hoch: Ihm drohen 3.600 Euro Strafe pro Fall.

Zwar soll die Kontrolle großteils innerbetrieblich geschehen. Doch „stichprobenartig“ sollen auch Gesundheitsbehörden das überprüfen. Rein rechtlich könnte übrigens auch die Polizei in Büros schnüffeln, ein entsprechender Passus wurde nie gestrichen.

Durchtesten, um zu arbeiten – außer im Parlament

Ein „zusätzliches Sicherheitsnetz“ sei das, so Mückstein. So würden keine Infizierten mehr in die Arbeit gehen. Das sagt der grüne Minister trotz mittlerweile mindestens über 18.000 Impf-Durchbrüchen.  Und er knüpft die Grund- und Freiheitsrechte ohnehin an die Impfquote. „Nur“ 70 Prozent Impfquote sei zu wenig, um irgendwelche Maßnahmen zu lockern. Und: „Der, der sich gegen das Impfen entscheidet, muss sich eventuell durchtesten, um arbeiten gehen zu dürfen – ja„, sagt Mückstein lapidar.

Ganz anders sieht er das freilich im Parlament. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Martin Kocher, der ungeimpften Arbeitslosen das letzte Hemd ausziehen will, wurde bekundet, dass dort 3G nicht gehe. Denn das freie Mandat sei ein wichtiges Gut in einer Demokratie. Das mag stimmen. Aber gilt das nicht eigentlich auch für die freie Erwerbsarbeit mündiger Bürger, die um ihre Existenz kämpfen? Auf die Nachfrage eines Journalisten musste Mückstein übrigens verschmitzt lachen…

ORF-Wolf hätte wohl gern noch schärfere Maßnahmen

Seinem Gesprächspartner Armin Wolf – der gerne gegen kritische Experten hetzt – ist das wohl noch zu wenig. Der ORF-Nachrichtensprecher fragt, ob es nicht sinnvoll wäre, überhaupt die Tests kostenpflichtig zu machen. Oder man könne ja, wie in Wien, nur PCR-Tests zulassen. Denn das würde ja noch mehr Leute zur Impfung treiben. Zudem hakt Wolf sogar nach, ob denn nicht ein Lockdown angebracht wäre wie letztes Jahr bei ähnlichen Zahlen?

Mückstein gibt in der Folge an, dass er dies zumindest für Geimpfte ausschließt. Sprich: Wenn ein Lockdown kommt, dann gilt der nur für Menschen, die bereits ständig per Test nachweisen müssen, dass sie das Virus nachweislich nicht in sich tragen. Auch hier hätte Wolf offenbar gerne strengere Regeln. Er spricht die weitreichende Impf-Pflicht in New York an. Mückstein feixt daraufhin, dass man das ja ohnehin schon in einigen Berufen wie in der Pflege oder im Gesundheitsbereich machen könne…

Alle zum Drittstich: Trotz impfresistenter Variante?

Impfen, impfen, impfen – für Mückstein das einzige Mantra: „Impfen ist der einzige Weg aus der Pandemie“. Mittlerweile ruft er die Bürger sogar zum Drittstich auf – und will allen Österreichern daher einen Impf-Brief schicken (Wochenblick berichtete). Man sei mitten der vierten Welle, man müsse Menschen klarmachen, dass es keinen anderen Weg aus der Pandemie gebe. Derzeit hält er die Impfquote noch für zu niedrig – und kann sich daher auch nicht vorstellen, den Menschen ihre Freiheit wiederzugeben.

Besonders skurril ist dieser Impf-Druck aber noch vor einem anderen Hintergrund. Denn just am Folgetag des Mückstein-Auftritts beim Staatsfunk kommt ein Inseratenkaiser-Blatt mit neuer Panikmache um die Ecke. Demnach mache sich bald in Österreich die „Delta Plus“-Variante breit. Diese sei wiederum noch ansteckender. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie der Impfung entkomme, sei besonders hoch. Die Regierung will die Menschen also über Existenzsorgen zu einer Impfung treiben, die bald noch weniger Schutz bietet. Oder aber zumindest eine der Erzählungen ist falsch (oder beide).

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