Lehrer und Direktoren sind derzeit in einer besonders misslichen Lage. Von allen Seiten prasseln verschiedenste Interessen auf sie ein – von Schülern, Eltern, Kollegen und Vorgesetzten. Hinzu kommen noch ihre eigenen Anliegen. Denn sie sind ja nicht nur (meist) Staatsbedienstete und Pädagogen, sondern auch eigenständig denkende Menschen.

Ein Kommentar von Elsa Mittmannsgruber

Was also tun, wenn einer von ihnen die Täuschungen und Lügen rund um Corona enttarnt hat? Wie der neueste Fall eines Grieskirchner Schulleiters zeigt, gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Sich selbst verbiegen, Mund halten, Maske tragen, im Stillen leiden und auch das an sie herangetragene Leid von Kindern, Eltern und anderen Lehrern stoisch ertragen.

Wer Widerstand leistet, riskiert seinen Beruf

Oder aber sie kämpfen für sich und die Kinder und riskieren damit ihren Beruf. Werden darüber hinaus mit Hass und Drohungen von ängstlichen Eltern und Kollegen konfrontiert. Der Leiter mehrerer Volksschulen in Grieskirchen entschied sich, gegen das Unrecht, gegen Zwang und Willkür aufzustehen und demonstrierte am 16. Jänner mit tausenden anderen in Wien.

Auf Videos wurde er erkannt und von Denunzianten verpetzt. Für sie besonders verstörend: Er trug keine Maske. Ja, weil ihn ein Attest davon befreit und er auch in der Schule keine trägt. Beides dürfe er laut eines Berichts in den OÖ Nachrichten nicht. Es sei nicht seine Privatsache, denn er gefährde alle anderen, wenn er auf Demos gehe und dann die Viren in der Schule verbreite, empört sich im Bericht eine angeblich „betroffene Mutter“.

Unsinnige Medienbehauptung über Maskenbefreiung

Dass er sich laut eigenen Angaben regelmäßig testet und immer genug Abstand hält, zählt nicht. Auch die Bildungsdirektion prüft den Fall nun und schießt sogleich über ihre Kompetenzen hinaus: Denn kein ärztliches Attest könne einen Lehrer von seiner Maskenpflicht befreien, schreibt zumindest die OÖN. Das ist natürlich Schwachsinn.

Dennoch wird dem betroffenen Schulleiter genug zugesetzt werden. Er und auch die vielen Lehrer und Direktoren, die sich bereits an den „Wochenblick“ wandten, sind innerlich zerrissen. Manche haben schon gekündigt, andere planen es. Mein Appell: Bitte vernetzt euch!