Nach außen hin geben sie sich dialogbereit und friedlich. Ihr Ziel ist die Errichtung eines Gottesstaats auf Grundlage der Scharia. Sowohl der österreichische wie auch der deutsche Verfassungsschutz warnen vor der Gefahr des grassierenden Islamismus.
Der breite sich kontinuierlich aus. Aufgrund der verborgenen Strukturen und ihrer Strategien der Doppelzüngigkeit, fällt es den Behörden oft schwer, ihr Wirken rechtzeitig zu identifizieren.

Mächtige Terrororganisation

1928 gründete Hassan al-Banna die Muslimbruderschaft in Ägypten. Nach den Turbulenzen des „Arabischen Frühlings“ und ihrer erneuten Machtergreifung durch Mohammed Mursi, wurde sie 2013 als Terrororganisation verboten. Laut eigenen Angaben unterhält sie Zweige in 70 Staaten weltweit. Bereits seit den 1950er-Jahren baut der Geheimbund seine Macht in Großbritannien aus, seit Mitte der 90er-Jahre auch in Deutschland und Österreich.

Ziel: Spaltung der Gesellschaft

Lorenzo Vidino von der University of Washington erforschte gemeinsam mit dem Verfassungsschutz die Situation in Österreich und das Ergebnis ist alarmierend. Die vor allem aus Katar finanzierte Muslimbruderschaft arbeitet intensiv daran, sich in Schlüsselpositionen für zugewanderte Moslems zu etablieren. Ihr Ziel ist die Spaltung der Gesellschaft, die Ablehnung und Abkehr vom Lebenswandel der „ungläubigen“ Europäer und nicht zuletzt das Schaffen einer islamischen Welt auf Grundlage der Scharia. Eine Assimilierung von Muslimen in westlichen Gesellschaften soll um jeden Preis verhindert werden.

Rekrutierungsfeld Asyl

Wie die Studie ermitteln konnte, findet sich die Muslimbruderschaft nicht nur in unzähligen österreichischen Moscheen, Islamschulen und Kulturvereinen wie der IGGÖ wieder. Dass die meisten Personen, die einen Asyl-Status in Österreich ersuchen, aus islamischen Ländern kommen, ist der Muslimbruderschaft bewusst. So zeigt sie in der Betreuung von „Flüchtlingen“ außerordentlich viel Engagement, um geistige Mitstreiter für den stillen Dschihad zu rekrutieren.

Unterwanderung

Der Geheimbund setzt auf die Strategie der Unterwanderung. Die moderne, islamische Bewegung, die als Geheimbund organisiert ist, hat verstanden, dass der wesentlich unauffälligere Weg der stillen Landnahme erfolgreicher ist als dschihadistische Terroranschläge. Denn solche fordern die Akzeptanz der islamischen Bevölkerung in westlichen Gesellschaften mit jedem Mal heraus und stellen das Zusammenleben in Frage.

Strategie: falsche Ablehnung von Gewalt

Wie der Verfassungsschutzbericht aus 2018 festhält, lehnt die Muslimbruderschaft Gewalt nicht per se ab: „In Europa wird von Muslimbrüdern im Allgemeinen Gewalt öffentlich nicht propagiert, um nicht mit islamistisch-extremistischen bzw. terroristischen Gruppen gleichgesetzt zu werden. Jedoch im Zusammenhang mit politischen Entwicklungen im Nahen Osten – insbesondere mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt – kam es in den vergangenen Jahren auch zu Aufrufen zur militärischen Gewalt und zur Unterstützung terroristischer Organisationen, etwa durch Spendensammelaktionen für die Hamas.“

Marsch durch die Institutionen

Die zunehmende Akademisierung der Muslime, die Christen und Juden auch heute noch zum Teil abwertend als „Schriftbesitzer“ bezeichnen, hat ihre Spuren hinterlassen. Die Muslimbruderschaft setzt auf Bildung und den Marsch durch die Institutionen.
Sie versteht es, den Westen zu täuschen und bringt durch ihren regelrechten Elitarismus vermeintliche Vorzeige-Muslime, Politiker und in Talkshows gern geladene, oft auch preisgekrönte „Experten“ hervor.
Jede Form der Islamkritik wird seitens ihrer Organisationen stets als „islamophob“ zurückgewiesen. Vor allem in der SPÖ findet sich eine Vielzahl von Politikern, denen eine Nähe zur Muslimbruderschaft nachgesagt wird.

Hausgemachter Islamismus

Der österreichische Verfassungsschutz spricht von einer „Home-grown-Szene“ und stellt fest, dass Österreich von einer islamistischen Radikalisierung betroffen ist. Das Problem sei insofern hausgemacht, als dass sich vor allem junge Muslime aus zweiter und dritter Einwanderergeneration für die Muslimbruderschaft entscheiden.