Religionsfreiheit innerhalb einer Gesellschaft ist etwas Scheinheiliges. Sie existiert am Papier, ist aber unrealistisch, da Vertreter von Religionen immer nach der Herrschaft in einem Gebiet streben.

Ein Kommentar von Elsa Mittmannsgruber

Das liegt in der Natur der Sache. Religionen haben eigene Gesetzgebungen, sie geben Strukturen und Regeln für das gemeinschaftliche Zusammenleben vor. Umso komplizierter wird es deshalb, je mehr Glaubensrichtungen innerhalb einer Gemeinschaft existieren.

In Österreich hat sich das Christentum durchgesetzt und ist (noch) der Platzhirsch. Zumindest oberflächlich betrachtet. Denn schick ist es schon lange nicht mehr, christlich-konservativ zu sein. Eher hat der Nihilismus die Oberhand gewonnen.

Islam hat leichtes Spiel

Also eine Grundhaltung, die ohne Gott, ohne positive Zielsetzung und ohne übergeordnete Werte und Moral auskommt. In ihr ist sich jeder selbst überlassen, sucht Sinn und Orientierung alleine. Eine importierte Religion wie der Islam und seine starke Glaubensgemeinschaft haben es hier denkbar einfach.

Durch Zusammenhalt und gemeinsame Zielsetzung erobern sie immer mehr Gebiete für sich. Offener Widerspruch wird als Rassismus abgetan und hart bestraft. Und im Inneren unserer alteingesessenen Gesellschaft haben wir nichts entgegenzusetzen.

Keine Gemeinschaft

Die einzige Antwort in konservativen Kreisen ist oft eine verstärkte Rückgewinnung der „verlorenen Schäfchen“ in das Christentum. Dabei übersieht man aber das eigentliche Problem. Es ist ein Vakuum an Werten und Gemeinschaftsgedanken entstanden, das nicht durch diese Religion zu stopfen ist.

Zu viele haben sich bereits vom Christentum abgewandt und suchen nach einer Alternative, die Leere zu füllen. Einsame Rudeltiere sind aber leichte Beute für eine starke Glaubensgemeinschaft wie den Islam in einem brach liegenden Land, das gar nicht weiß, was es eigentlich verteidigen soll.

Umso mehr drängt deshalb eine Spurensuche nach unseren Wurzeln, die unsere Werte und Wesenszüge erforscht, als Grundlage für eine Gemeinschaft, die der Wucht des Islam etwas entgegensetzen kann und nicht kampflos seine Heimat verfremden lässt.