Die Debatte rund um die maßnahmenkritische Satire-Video-Reihe #allesdichtmachen reißt auch nach einer Woche nicht ab. Nachdem 53 bekannte Schauspieler aus Deutschland und Österreich in kurzen Botschaften die Absurdität des Corona-Regimes punktgenau aufs Korn nahmen, folgte eine beispiellose Hetzjagd weiter Teile des Mainstreams.

Kritische Künstler, die den Mächtigen den Spiegel vorhalten, werden offensichtlich bei den Eliten nicht gerne gesehen. Nach heftigem Druck – im Fall von Meret Becker sogar nach Morddrohungen – nahmen einige Teilnehmer der mutigen Aktion ihre Videos wieder vom Netz, am Donnerstag waren noch 31 der etwa einminütigen Ausschnitte im Netz verfügbar. Nun bekommen sie Rückenwind – und zwar von einigen kritischen Ärzten, die ihrerseits in Videobotschaften den Schauspielern einmal laut „Danke“ sagen.

„Geniale Kritik des Versagens der Regierung“

Der neue Kanal „danke-allesdichtmachen“ sammelt Videos von unbotmäßigen Ärzten, die ebenfalls nicht länger schweigen wollen – oder sich einfach nur dankbar zeigen, dass sich einige Prominente in diesen schwierigen Zeiten trauen, das auszusprechen, was auch sie sich denken. Treibende Kraft hinter der Solidaritätsaktion sind der Notarzt und Publizist Dr. Paul Brandenburg sowie der ehemalige Amtsarzt von Aichach-Friedberg, Dr. Friedrich Pürner. Selbstredend sind auch sie beide unter den ersten Videos vertreten, die Sie gesammelt hier finden.

Brandenburg, der bereits mit einem offenen Brief an SPD-Politiker Karl Lauterbach mit der Forderung, dieser möge seine beruflichen Ansichten als Mediziner und seine politischen Ideen sauberer voneinander trennen, für Aufsehen sorgte, bezeichnete die Satire-Videos als „geniale Kritik des Versagens unserer Regierung“. Jene habe ohne Not tausendfaches Leid über die Menschen gebracht. Er könne hinter den Filmen keine andere Motivation erkennen als Menschlichkeit und Mitgefühl. Auch, weil man gerade in schweren Zeiten dem „Horror ins Gesicht lachen“ müsse, danke er den Künstlern für ihren Mut.

Mut-Amtsarzt lobt „hervorragende“ Aktion

Pürner, der im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg bis vor wenigen Monaten als Amtsarzt fungierte, weiß, wie sich Repression anfühlt. Im Oktober sorgte er für viel Aufsehen, als er die Maßnahmen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) scharf kritisierte. Seine Ansicht, dass die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und in den Schulen „ein Symbol mit angsterzeugender Wirkung“ sei, stieß unter Dissidenten auf offene Ohren. Das offizielle Bayern als Dienstgeber reagierte nur Wochen später hingegen mit Zwangsversetzung.

Pürner ist der Ansicht, dass sein Berufsstand verpflichtet ist, das Wort zu ergreifen: „Ärzte dürfen niemals schweigen. Die Aktion #allesdichtmachen fand ich persönlich hervorragend. Die Künstler zeigten uns auf ihre ganz spezielle Art und Weise die negativen Seiten der Corona-Maßnahmen. Humorvoll, wie ich finde. Als Arzt kann ich das nur unterstützen. Denn wir Ärzte haben ALLE Menschen im Blick.“

Bekenntnis mit Symbolkraft

Bis Donnerstagabend beteiligten sich bereits 24 Mediziner an der Soli-Aktion, gefühlt im Stundentakt kommen neue hinzu. Viel Beachtung fand etwa auch der Beitrag von Dr. Thomas Külken. Der Arzt aus dem badischen Staufen im Breisgau kann sich mit den Beiträgen der Künstler sehr gut identifizieren: „Aus den treffenden Bildern eurer bitteren Ironie spricht die Empörung über das unerträgliche Unrecht, das uns alle beherrscht.“

Külken sieht im Bekenntnis der Mut-Schauspieler auch Symbolkraft. Die eigentliche Botschaft, die er erkennt sei: „Wenn du in der Ohnmacht aus dir heraus gehst und nach deinen Möglichkeiten aufrichtig schöpferisch wirst, dann wird die Ohnmacht zu einem festen Boden, auf dem du stehen und gehen kannst.“ Hier freut er sich, dass die Künstler vorangingen: „Danke für euren Schritt, er steckt an.“

Mitmach-Aufruf der kritischen Ärzte

Die Mut-Ärzte stellen auch klar, dass es sich dabei um keine abgeschlossene Aktion handelt. Im Gegenteil: Sie ermutigen andere kritische Mediziner, sich anzuschließen und sich ebenfalls solidarisch mit den Schauspielern zu zeigen.

Sind auch Sie ein mutiger Arzt und wollen es Ihren Kollegen gleichtun? Unter diesem Link erklären sie Schritt für Schritt, wie Sie sich beteiligen können!

Dass sie mobilisieren können, zeigten Brandenburg, Pürner & Co. übrigens bereits mit ihrem bereits erwähnten „Ärztebrief“ an Lauterbach, über den Wochenblick vor einiger Zeit berichtete. Bis dato fand dieser nicht weniger als 13.000 Unterstützer aus allen Bereichen des Lebens, aus allen Schichten der Gesellschaft und aus allen Berufssparten. Einmal mehr unterzeichneten aber besonders viele Mediziner den Aufruf.

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