Vor wenigen Tagen wandten sich insgesamt 36 Ärzte mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. Sie entstammen einem Kreis rund um den deutschen Mediziner Dr. Paul Brandenburg, der sich zuvor bereits auch im Fernsehen maßnahmenkritisch äußerte und den später zwangsversetzten Mut-Amtsarzt Dr. Friedrich Pürner. Darin fordern die Mut-Ärzte den SPD-Corona-Guru Karl Lauterbach, der in seiner Doppelfunktion als Mediziner und Politiker seit Monaten in Talkshows ein- und ausgeht, dazu auf, seine beruflichen und politischen Ansichten klarer zu trennen. 

Die Ärzte stoßen sich vor allem daran, dass Lauterbach „immer wieder […] mit extremen Meinungsbekundungen im Zusammenhang mit SARS-CoV2-Infektionen“ auftrete. Damit nehme der sozialistische Politiker „zumindest billigend in Kauf, in der Bevölkerung den Irrtum auszulösen“, seine Äußerungen gründeten auf ärztlicher Kompetenz oder auf ärztlicher Verpflichtung gegenüber dem Allgemeinwohl. Dies sei aber nicht der Fall.

Extreme Aussage als Auslöser für Offenen Brief

Als beispielhaft dafür werten Brandenburg & Co. etwa einen Lauterbach-Tweet vom 26. März. In diesem behauptete er: “Viele 40-80 Jährige werden einen Moment der Unachtsamkeit mit dem Tod oder Invalidität bezahlen. Junge Männer werden von Sportlern zu Lungenkranken mit Potenzproblemen…”

Die Unterzeichner verwehren sich gegen diese Deutung und stellen klar, dass diese Äußerung Lauterbachs – „wie eine überwältigende Vielzahl zuvor“ – gleich mehrere Probleme mit sich bringe. Die Aussage widerspreche dem medizinischen Kenntnisstand sowie der ärztlichen Berufserfahrung. Zudem verbiete sie sich „in derartig sinnentstellender Überzogenheit als Warnung eines Arztes an ratsuchende Menschen kategorisch“.

„Schüren irrationaler und extremer Angst“

Die oberste Regel der Ärzte laute, keinen Schaden anzurichten („primum, non nocere“), so die widerständigen Mediziner. Dies gelte „unbeschadet aller zulässigen Differenzen bei der Kommunikation des Kenntnisstandes“. Daher sei es auch die grundlegende Berufspflicht, bei „jeglichem Handeln gegenüber Patienten zusätzlichen Schaden für diese zu vermeiden.

Im vorliegenden Fall überwiege jedoch „vor jedem Informationsgehalt das Schüren irrationaler und extremer Angst.“ Damit seien diese Äußerungen geeignet, einer Vielzahl von Menschen psychisch wie mittelbar körperlich schweren gesundheitlichen Schaden zuzufügen. Man fordere Lauterbach daher höflich auf, seine „politische Betätigung für die Öffentlichkeit deutlich erkennbar“ von der Berufszulassung als Arzt zu trennen.

Mehr als 10.000 Unterstützer aus allen Berufssparten

Mit dieser klaren und deutlichen Aussage scheinen die Ärzte einen Nerv der Zeit getroffen zu haben. Denn auch wenn die 36 Erstunterzeichner auf weitere Mitunterzeichner abzielten, dürfte sie der Widerhall überraschen. Nach nur drei Tagen hatte die Liste der zusätzlichen Unterstützer nämlich die 10.000er-Marke bereits überschritten.

Unter den Unterzeichnern befinden sich Personen aus allen Berufen und sozialen Milieus. Von Hausfrauen, Kraftfahrern und Lehrern über Ingenieure und Zahntechniker bis hin zu einigen Unternehmern unterzeichneten Bürger aller Stände mit ihrem Namen. Auffällig ist aber, dass auch weiterhin eine große Anzahl von Mediziner-Kollegen diesen Aufruf unterstützen. Der offene Brief kann hier unterschrieben werden.

Die Luft für Lauterbach wird immer dünner

Damit wächst wohl auch die Zahl jener, die ein Ende der Dauerbeschallung durch den SPD-Politiker wünschen, der schon im Vorjahr der häufigste Gast in deutschen Talkshows war. Freilich hat Lauterbach auch Zeit, sich immer und immer wieder zum gleichen Thema möglichst apokalyptisch zu äußern. Kürzlich beschwerte sich der Single nämlich darüber, dass ihm sein Pensum in der Krise nicht erlaube, sich um eine Partnerin umzusehen. 

Ex-Frau warnte vor Maßnahmen und Lauterbach

Eine frühere Partnerin war es auch, deren Worte schon vor Jahren aufhorchen ließ. Als Lauterbach 2013 als möglicher Kandidat für einen Ministerposten im Gespräch war, warnte seine Ex-Frau Angela Spelsberg: „Er stellt in der Öffentlichkeit immer sein soziales Gewissen in den Vordergrund. Privat habe ich ihn allerdings von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Ich halte es für bedenklich, was in seinem Kopf vorgeht.“

Auch zur Corona-Thematik hat die Frau, mit der Lauterbach vier gemeinsame Kinder hat – ein weiteres hat er mit einer der beiden Chefredakteurinnen der linksradikalen „taz“ – eine ganz andere Meinung. Spelsberg ist als Epidemiologin direkt vom Fach und forderte im Herbst: „Wir brauchen ein Abbrechen der Maßnahmen und müssen zum Alltag, zur Normalität zurückkehren.“

Ex-Frau über Lauterbach:

 

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