Der WOCHENBLICK berichtete bereits mehrfach von der mutigen, kritischen Ärztin Konstantina Rösch, die sich seit Monaten unaufhaltsam bei Corona-Sprechstunden, Spaziergängen und Demonstrationen gegen die Corona-Politik der Regierung einsetzt. Jetzt wurde ihr aufgrund ihres Engagements ein Berufsverbot erteilt. Lässt sich Frau Doktor Rösch nun letztendlich doch noch von den Behörden ausbremsen? Der WOCHENBLICK fragte exklusiv bei der mutigen Medizinerin nach.

Von Bernadette Conrads

Bereits im August wurde ein Verfahren beim Disziplinarrat der Österreichischen Ärztekammer gegen Frau Dr. Konstantina Rösch eingeleitet. Der Vorwurf: Frau Dr. Rösch habe die Gefährlichkeit der Pandemie geleugnet. Dadurch würde sie das Standesansehen der Ärzteschaft verletzen. Darüber hinaus seien „schwere Nachteile für Patienten, insbesondere auch erst zukünftige, zu erwarten“. Im Schreiben werden Youtube-Links zu Demonstrations-Reden von Frau Dr. Rösch angeführt, die die inkriminierten Handlungen belegen sollen.

Zu kritisch gegenüber Maßnahmen

Im Bescheid zum Berufsverbot steht Röschs Regierungskritik im Fokus. Die Ärztekammer scheint Österreichs Ärzten kein Recht auf Maßnahmenkritik einzuräumen. Das zeigt auch folgender Auszug des Schreibens der Disziplinarkommission der Ärztekammer.

Auszug aus Bescheid zu Dr. Röschs Berufsverbot:

„Seitens der Disziplinarbeschuldigten wurde in dieser öffentlichen Veranstaltung behauptet, die Schutzmasken, die in den vergangenen Monaten vor einer Übertragung des Coronavirus schützen sollten, hätten nur den Sinn, die Bürger zu demütigen. Jeder der behaupte, dass Masken vor irgendwas schützen, der Lüge. Das Volk solle durch die Politik dumm und arm gehalten werden, die Regierung wolle einen autoritären Staat etablieren. Jene, die die Verfassung aushebeln wollten, sollten auch zur Verantwortung gezogen werden. Grundsätzlich stelle das Coronavirus keine Gefahr für einen großen Teil der Bevölkerung dar.“

Frau Doktor Rösch im WOCHENBLICK-Interview

Wochenblick-Redakteurin Bernadette Conrads sprach mit Dr. Konstantina Rösch

Wir wollten wissen, wie es der kritischen Ärztin nun ergeht und ob sie sich durch das brutale Berufsverbot aufhalten lässt.

WOCHENBLICK: Frau Dr. Rösch, wie gestern bekannt wurde, wurde ein Berufsverbot über Sie verhängt. Was sagen Sie zu den zugrundeliegenden Vorwürfen? 

Dr. Konstantina Rösch: Das ist alles so absurd. Wie tief kann man als Staat sinken? Ich bin ja schon einiges gewohnt, aber es wird immer surrealer. Mir wurde bereits vorgeworfen, dass ich mich sittenwidrig verhalten würde, weil ich im Zuge eines Corona-Spaziergangs nicht auf dem Gehsteig gegangen wäre und Strafen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht bekomme ich sowieso regelmäßig, obwohl ich ein Befreiungs-Attest habe. Mir wird ja nicht einmal ein individuelles Fehlverhalten in der Behandlung eines Patienten vorgeworfen, sondern dass ich in Zukunft Patienten gefährden könnte! Was soll das für eine Begründung sein?

Wie geht es Ihnen jetzt?

Mir persönlich geht es nicht schlecht, denn ich habe damit gerechnet. Von Anfang an. Ich erfahre so viel positiven Zuspruch von allen Seiten, dafür möchte ich mich bei allen bedanken! Ich weiß das sehr, sehr, sehr zu schätzen!

Sie haben doch erst Ende Jänner eine Ordination in Leibnitz eröffnet. Wie lief der Betrieb und wie geht es nun weiter?

Viele hilfesuchende Menschen nahmen meine ärztliche Betreuung in Anspruch, die gesagt haben, sie können ihrem bisherigen Hausarzt nicht mehr vertrauen. Manchen wurde auch ärztliche Hilfe verwehrt und sie wandten sich an mich. Jetzt bin ich gezwungen, meine Patienten wieder im Stich zu lassen. Doch ich bin und bleibe Ärztin. Ich habe Anfragen aus ganz Österreich und versuche nach wie vor jedem so gut zu helfen, wie ich kann!

Das muss doch alles sehr schmerzhaft für Sie sein?

Ich kann alles hinnehmen. Aber was ich nicht hinnehmen kann, ist der Vowurf, dass ich mich nicht gut um meine Patienten kümmern oder sie im Stich lassen würde. Ich habe meine Patienten nie im Stich gelassen, nicht eine Sekunde! Das lasse ich mir nicht gefallen, da werde ich wirklich wütend und stelle mich auf die Hinterfüße.

Wie werden Sie nun weiter verfahren?

Ich werde Einspruch beim Verwaltungsgericht erheben. Ich werde mir eine andere Arbeit suchen, ich bin mir für nichts zu schade! Ich habe jahrelang Medizin studiert und jetzt darf ich meinen Beruf nicht mehr ausüben. Wie dumm von mir! Hätte ich nichts gelernt und wäre ich stattdessen Bundeskanzler geworden, könnte ich nun auch kein Berufsverbot bekommen.

Man hört schon… der Protest gegen die Bundesregierung lässt Sie nicht los?

Natürlich mache ich weiter! Die österreichweiten Spaziergänge finden natürlich weiterhin statt. Salzburg war wieder ein starkes Zeichen! Und auch die Kundgebung in Innsbruck war sehr groß. Ensetzlich, wie Polizisten gegen ein Kind und den älteren Mann vorgegangen sind! Wie in einem Polizeistaat! Doch gerade deswegen lassen wir uns erst recht nicht aufhalten.

Aber haben Sie denn gar keine Angst?

Ich habe keine Angst! – Außer vor großen, schwarzen Spinnen. Ich bin entschlossen, dieser Ungerechtigkeit ein Ende zu bereiten, meinen Teil dazu beizutragen, damit wir das beenden! Die Corona-Sprechstunden werden weiterhin stattfinden ebenso wie die Demonstrationen und die Spaziergänge. Und das so lange bis diese Sache beendet ist!

Und wenn der Staat weitere Repressalien gegen Sie anwendet?

Das wichtigste Wort in diesen Angelegenheiten ist „Nein!“. Nein heißt nein. Auch wenn der Staat das Recht mit Füßen tritt, werden wir den Boden der Rechtsstaatlichkeit nicht verlassen und mit friedlichen Mitteln die Rückkehr zu den Grund- und Freiheitsrechten erwirken!

Wir sollten das friedlich über die Masse lösen, mit Vehemenz, Standhaftigkeit und konsequenter Entschlossenheit. Die nächste große Demo ist am 6. März in Wien da sollten wir uns auf jeden Fall alle treffen!