„Alle glauben, ein DJ hätte immer nur coole Zeiten, jede Menge Girls rundherum. Die Wirklichkeit schaut ganz anders aus“, sagt DJ The Wave, der als Eventveranstalter und Hit-Produzent von „Ab in den Süden“ bekannt ist.

Ein Beitrag von Georg M. Hofbauer

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„Mein Erfolg ist das Ergebnis von so richtig harter Arbeit“ ergänzt Andreas „Mike“ Witek (46), wie er mit bürgerlichem Namen heißt. Umso ungemütlicher wird der Marchtrenker, wenn jemand eine ganz andere Haltung zu Leistung und Eigentum hat, wie unlängst jener Einbrecher, der sein Haus „heimsuchte“.

„Begegnung“ bereits im Wohnraum

Auf diese Art von Schlagzeilen hätte der „Resident DJ“ der Linzer Remembar gerne verzichtet. Das Haus von Witek ist ohnehin bereits mit Video-Überwachung ausgestattet, dennoch ließ es sich ein Einbrecher nicht nehmen, für gestochen scharfe Aufnahmen zu sorgen, mit dem Täter selbst als Hauptdarsteller. Nach mehrfachem Anläuten, um zu testen ob jemand zu Hause sei, beschloss der Täter am Vormittag, eine Scheibe einzuschlagen.

Genau in diesem Moment gab es die zum Glück harmlos ausgegangene „Begegnung“ zwischen Einbrecher und Witeks Ehefrau Sandra. Bereits im Wohnraum: Der Täter verschwand flott durchs Fenster. Hier hakt der DJ ein: „Es hätte ganz anders ausgehen können, er hatte erwiesenermaßen ein Messer bei sich. Wir sind geschockt, so ein Einbruch in die Privatsphäre hinterlässt bei uns schlimme Spuren. Wir sind uns nicht mehr sicher. Und ich will, dass wir uns im eigenen Haus sicher fühlen.“

Fahndungs-Fotos

Nicht die Polizei, die den Fall routinemäßig abwickelte, stellte die perfekten Fahndungs-Fotos den Medien zur Verfügung, es war der Musiker selbst, der via Facebook für Verbreitung sorgte und damit einen kleinen Medienwirbel verursachte.

„Ja kann man denn das machen? Da wird doch die Privatsphäre des Täters verletzt“, wurde Mike in einem TV-Interview gefragt. „Ja, ich freu mich sogar richtig darauf, dass der mich verklagt“, antwortete der Musiker darauf unerschrocken.

Privatsphäre des Täters?

An seiner Haltung hat sich ein paar Tage später im „Wochenblick“-Gespräch nichts geändert. Im Gegenteil, er zeigt sich gegenüber einer teilweise heuchelnden Öffentlichkeit kritisch: „Es haben zwar viele nach meinem Facebook-Posting die moralische Keule geschwungen, aber keiner hat gesagt, dass sei illegal.

Und so ist es doch in Wirklichkeit: Der Täter ist vorher in unseren privaten Bereich eingedrungen.“ Beim allgemeinen Sicherheitsthema kommt Witek dann so richtig in Fahrt: „Wenn schon am Bahnhof, in der Öffentlichkeit, Unsicherheit herrscht und wir das nicht in den Griff kriegen. Wenigstens im eigenen Haus will ich mich noch sicher fühlen.“

Grenzschutz & Kontrollen

Der DJ prangert die große Kluft zwischen veröffentlichter Meinung und wie die Menschen im direkten Kontakt reden an: „Im Vieraugengespräch redet jeder Klartext, über das, was bei uns im Land abgeht, über die Sicherheitslage. Aber in der Öffentlichkeit, da zieht jeder den Schwanz ein.“

Ungewöhnlich für einen, der sich in der Künstler-Szene bewegt und sich dennoch kein Blatt vor den Mund nimmt: Witek tritt für Grenzschutz und Kontrollen ein. Und er ist auch strikt gegen das Verteilen von Sozialleistungen an vorwiegend junge Männer, die unter dem Vorwand, Flüchtling zu sein und Asyl zu benötigen in unser Land strömen oder geströmt sind.