Die Maßnahmen der Regierung polarisieren stark und stoßen bei immer breiteren Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis. Dass sogar Schulkinder dem Regime an Zwangstests sowie Masken- und Abstandspflichten unterworfen sind, empört zigtausende Bürger. Auch einige Lehrer wollen das nicht mittragen. Aber nur die mutigsten unter ihnen, trauen sich, für die Rechte der Kinder ihre Karriere auf Spiel zu setzen. Einer von ihnen ist Klemens Rangger aus Vorarlberg. 

Seinen Schülern wurde es freigestellt, ob sie eine Maske aufsetzen möchten. Die sinnlosen „Nasenbohrer-Tests“ – in der Vorwoche waren bundesweit 0,04 Prozent positiv – zu beaufsichtigen, weigerte er sich. Er verlangte von der Bildungsdirektion eine schriftliche Weisung, weil es ihm per geltendem Gesetz zusteht, rechts- oder sittenwidrige Befehle zu verweigern. Für seinen Widerstand wurde Rangger aus dem Lehrberuf entlassen. Im exklusiven Interview mit Wochenblick-Redaktionsleiterin Elsa Mittmannsgruber erzählt er, wie er die Kontroverse um seine Person erlebte.

„Wem man die Mimik nimmt, nimmt man das Gesicht“

Da er bereits damit rechnete, wandte er sich vor wenigen Tagen in einem Brief an jene Klasse, die er als Klassenvorstand betreute. Er empfand es einfach als wichtig, auf einige Dinge aufmerksam zu machen, etwa auf die Problematik mit der Maskenpflicht: „Da bin ich einfach der Meinung, dass diese unverhältnismäßig und überzogen ist“. Gerade im Unterricht sei die Mimik wichtig: „Und wenn man jemandem die Mimik nimmt, nimmt man ihm auch das Gesicht. Das finde ich bedenklich“. 

Er sieht auch keinen Grund, ohne Symptome einen Test durchzuführen – auch wenn er Respekt vor Leuten habe, die das durchführen lassen wollen: Er ist nur gegen den Zwang und glaubt, dass hier ein Unrecht geschieht, weil in Abhängigkeit dazu verpflichtet werde. Quertreiber will er keiner sein – er möchte aber Dialog sehen. Es sollten zwar jene zu Wort kommen, die Angst vor dem Virus haben – aber eben auch jene, die Bedenken wegen der Maßnahmen haben.

Trotz Vorerkrankung: keine offizielle Maskenbefreiung

Die Vorsehung, dass er entlassen werde, hatte er, weil es bereits vergleichbare Fälle gab, wo Lehrer, denen es reichte, ihr Dienstverhältnis im Schulbereich verloren. Persönlich bemerkte er auch die Pauschalität der Maßnahmen: Obwohl er vor einem Jahr einen Herzinfarkt gehabt habe, verweigerte man ihm eine Maskenbefreiung in der Klasse. Infolgedessen hatte er wieder vermehrte Beschwerden – Ausnahmen gibt es aber offiziell nur bei schweren Vorerkrankungen an der Lunge…

Darauf ging man aber monatelang nicht ein, erst im Gespräch, als man ihm mit der Entlassung drohte, fragte man erstmals nach seinem Grund für die Maskenverweigerung nach. Wenn jemand sich darum bei einem Arzt darum kümmern möchte, werde dies schon vorab unterbunden. Seinen Schülern stellte er es frei, in allen Klassen bot er an: „Ich finde, wir brauchen alle Luft. Wer möchte, kann die Maske abnehmen. Bitte schreit nicht herum – seit einfach leise, dann geht das auch ohne Maske gut“.

Standfest für Respekt und gegen Willkür

Er stimmte dies auch mit jedem einzelnen Schüler ab. Auch wenn manche Schüler die Maske anziehen wollten, fragte er sie nach ihrem Grund – und nach ihren Wünschen, ob sie gerne hätte, dass die Banknachbarn einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Sie könnten sich jederzeit melden, wenn sie dies wünschten: „Dieses Thema, das wir uns alle respektieren, war mir ein sehr wichtiges Anliegen.“ Diesen Umgang schätzten seine Schüler sehr wert, viele bedankten sich bei ihm dafür.

Sein Brief an die Eltern landete dann in der Folge auf irgendwelchen Umwegen bei VOL.at – aber Rangger hat damit an sich kein Problem und veröffentlichte auch sein Schreiben an die Bildungsdirektion: „Ich habe überhaupt keine Bedenken, da ich dazu stehe, was ich schreibe“. Dann schaukelte sich die Causa hoch. Auch wenn die Mainstream-Medien dies teilweise verzerrend berichteten, glaubt er, dass sein Appell doch viele Leute auf positive Art und Weise angesprochen hat. Dies zeige sich an den vielen Reaktionen, die er erhielt.

Rangger: Demokratie muss auch Kritiker anhören

Der Zuspruch war dabei überwältigend: „Von morgens bis abends bekam ich sehr viele, sehr freundliche Anrufe“, dazu auch positive Kommentare in Mails und in sozialen Medien. Viele Lehrer, Eltern, Großeltern bekundeten ihre Zustimmung: „So habe ich schon gesehen, dass ich nicht alleine bim. Ich habe gesehen, dass es an der Zeit ist, dass man die Menschen, die sich wegen dieser falschen Maßnahmen Sorgen machen, zu Wort kommen lässt, wie dies in einer Demokratie eigentlich vorgesehen wäre“.

Den Mut, es sogar auf eine Entlassung ankommen zu lassen, fasste er, weil er in dieser Situation keine Alternative sah. „Man wird genötigt etwas zu tun, da bleibt nur der Ausweg: Stehe ich zu meinen Idealen und Werten?“, so Rangger. Über diese könne man immer diskutieren – aber er lasse sich davon nicht abbringen. In einer Demokratie sei es oft kompliziert, es brauche oft Geduld. Bei großen Themen sei es leider sogar notwendig, dass sich Gericht damit befassen müssten.

Verfassungsklage gegen Maßnahmen eingebracht

Gegen seine Entlassung will er natürlich auch rechtliche Schritte prüfen. Wichtiger ist ihm aber, dass die Maßnahmen in den Schulen – Testungen und verpflichtende Maskenpflicht – fällt. Dafür verweist er auf den Umstand, dass er eine Verfassungsklage einbrachte, die auch angenommen wurde. Er ist zuversichtlich: „So wie es ausschaut, wird die nächsten Wochen eine Verhandlung sein. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die ganzen Maßnahmen, die jetzt noch in den Verordnungen stehen, wieder für verfassungsfeindlich und nichtig erklärt werden“. 

Er sucht nun auch den Zusammenschluss mit anderen Lehrern und Eltern in dieser Situation. Durch die vielen Zuschriften und anderweitigen Bekundungen des Zuspruchs sei naturgemäß eine Art Vernetzung entstanden. Dadurch sei er auch darauf aufmerksam geworden, dass es bereits diverse Gruppen auch in Vorarlberg gebe, die sich etwa im Heimunterricht organisieren: „Da ist schon einiges in Bewegung“. Gerade als Lehrer für politische Bildung hält er es für wichtig, dass auch Minderheitsmeinungen berücksichtigt werden müssen – immerhin lebe man in Österreich in einer Demokratie. 

Appell an Kollegen: „Hört auf Herz und Bauchgefühl!“

Rangger glaubt auch, dass die Personen, die mit den Maßnahmen nicht konform gehen längst keine Minderheit mehr sind. Kollegen möchte er mitgeben, dass diese sich an ihren Diensteid erinnern. „Lehrer wie ich haben gelobt, ihren Dienst gewissenhaft, unparteiisch und uneigennützig zu erfüllen. Da stelle ich an alle die Frage. Was bedeutet das für euch persönlich. Hört auf euer Herz und euer Bauchgefühl“.

Sehr häufig höre man, dass Lehrer authentisch sein müssten Sie dürften nie vergessen, dass sie gegenüber ihren Schülern eine Sorgfaltspflicht hätten. Und: „Zeigt bitte Interesse am gesellschaftlichen Geschehen. Zieht euch nicht zurück und ignoriert insgeheim die Corona-Maßnahmen nach dem Motto ‚Da mogle ich mich schon durch‘.“ Man sollte die unterschiedlichsten Medienangebote konsumieren und sollte einen Dialog, welche die Ängste und Sorgen aller Leute berücksichtigen, starten.