ÖVP-Politikerin Sabine Deckenbach, Ortsvorsteherin in Hardegg im Bezirk Hollabrunn (NÖ)

Langsam wird es selbst einigen ÖVP-Politikern zu bunt. Kürzlich ist die junge Mut-Politikerin Christina Staffler aus der Partei ausgetreten. Die „Spaltung der Gesellschaft, Diskriminierung und Hetzjagd auf Ungeimpfte“, die die Regierung betreiben, waren ihr zu viel. Jetzt kritisierte Sabine Deckenbach, Ortsvorsteherin von Hollabrunn in NÖ, in einem Video ihre Parteikollegen scharf: „Geht’s noch?“, fragt sie in Richtung Landwirtschaftsministerin Köstinger. Für sie ist „eine rote Linie überschritten“: „Mir reichts!“, sagt sie und kritisiert die türkisen Regierungs-Akteure als „unmenschlich“. Sie „geniert sich für das, was da passiert“ und sei „umgeben von lauter Ja-Sagern“.

  • Mut-Politikerin der ÖVP kritisiert Parteikollegen scharf
  • Zum Köstinger-Sager „die Solidarität mit Ungeimpften ist vorbei“: „Geht’s noch?“
  • Deckenbach kritisiert Verlogenheit der Regierung
  • Geimpfte liegen im Spital – Regierung weiß das
  • Zur Regierungspolitik: „Sie versuchen, uns gegeneinander aufzuhetzen.“

Die ÖVP-Politikerin Sabine Deckenbach ist Ortsvorsteherin in Hardegg im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich. Die Veröffentlichung ihres knapp zehnminütigen Videos bescherte der Mut-Politikerin auch gleich einen ungustiösen Hetzartikel in der Inseratenkrone. Und die Partei will ein „ernstes Gespräch“ mit ihr führen. Sie ist selbst nicht geimpft und kann die Haltung der ÖVP zur Impfpflicht und auch den Lockdown für Ungeimpfte nicht verstehen. Ihr Video verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Medien.

„Liebe Elli … geht’s noch?“

„Geht’s noch?“, richtet sie sich im Video an Elisabeth Köstinger wegen deren Sager, dass die Solidarität mit Ungeimpften vorbei sei. Dass die Zügel straffer anzuziehen seien, meinte kürzlich der nicht gewählte ÖVP-Kanzler Schallenberg, was Deckenbach mit „Sind wir Viecher, oder was?“, kommentiert. Dem Vorstoß des steirischen Landeshauptmanns Schützenhöfer, eine Volksabstimmung zum Thema Impfpflicht abzuhalten, hält sie das Ergebnis des Volksbegehrens aus dem September entgegen. Viermal so viele Menschen haben gegen die Impfpflicht gestimmt als dafür, erinnert sie sich.

„Sie versuchen, uns gegeneinander aufzuhetzen“

Für die schwarze Ortsvorsteherin ist „eine rote Linie überschritten“. „Ich bin umgeben von lauter Ja-Sagern“ teilt sie einen Rundumschlag gegen die Feigheit vieler Parteikollegen aus, die sie als „unmenschlich“ bezeichnet. Sie geniere sich für „das, was da passiert“ und kritisiert die Spaltungspolitik der Regierung: „Die einzigen, die schuld sind, sind unsere Politiker. Die haben uns etwas versprochen…: wenn wir impfen gehen, bekommen wir unsere Freiheit wieder zurück“, deckt sie die Verlogenheit auf und weiter: „[Nun] liegen genug Geimpfte in den Spitälern, und die Politik weiß das!“ Die Politik könne dies natürlich nicht zugeben, „und das wird auch nie passieren“. „Was machen sie? Sie versuchen, uns gegeneinander aufzuhetzen.“

Die ÖVP will nun ein „ernstes Gespräch“ mit ihr führen. Denn: noch ist sie, anders als die augetretene Kollegin Staffler, ein Parteimitglied.

Hier das Video der jungen Mut-Politikerin:

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