Eine mutige 59-Jährige tat das einzig Richtige: Nachdem sie Opfer eines versuchten Betrugs wurde, vertraute sie sich den Beamten in ihrer nächstgelegenen Polizeiinspektion an. Nur so konnte die Polizei wesentliche Ermittlungsfortschritte zu einer aktiven Betrüger-Bande machen. Jetzt wurde eine 27-jährige Türkin in Wien festgenommen.

Sie geben sich als Polizisten aus, dann fordern sie ihre betagten Opfer am Telefon dazu auf, ihnen Geld und Wertgegenstände zu geben. Eine Wienerin (59) ließ kein Schindluder mit sich treiben und half aktiv dabei mit, der Bande das Handwerk zu legen.

Vorwand: Mafia in Meidling tätig

Am 22. Oktober bekam die 59-Jährige erneut einen Anruf von der Betrügerbande. Sie wurde bereits seit Tagen immer wieder von einem vermeintlichen Kriminalbeamten kontaktiert. Er forderte sie auf, ihr gesamtes Geld abzuheben und auch sonstige Wertgegenstände und insbesondere Schmuck an ihn weiterzugeben. Der falsche Kriminal-Polizist würde dann auf die Wertsachen aufpassen. Das müsse er, weil in Meidling die Mafia tätig sei, so sein Vorwand. Die Frau begab sich daraufhin besorgt in die Polizeiinspektion Hufelandgasse (Wien-Meidling).

Trickbetrüger ausgetrickst

Der Fall wurde sofort an die Kriminalpolizei übertragen. Die 59-Jährige wurde von da an zu ihrem Schutz polizeilich überwacht und instruiert, um mit den Tätern weiter zu kommunizieren.
Gleich am folgenden Tag, den 23. Oktober, wurde die Frau erneut von den Betrügern angerufen. Der falsche Kriminal-Beamte wies sie über das Telefon dazu an, ihr gesamtes Geld zu beheben und es auf einer Müllinsel im Bereich ihres Wohnhauses zu deponieren. Die Frau platzierte daraufhin ein fingiertes Geldkuvert an der vereinbarten Stelle.

Türkin festgenommen

Die Polizei observierte den Bereich. Gegen 14 Uhr näherte sich dann die 27-jährige Türkin der Müllinsel. Sie beendete gerade noch ein Telefonat, dann begann sie offensichtlich nach dem Kuvert zu suchen. Die Kripo-Beamten nahmen die Türkin daraufhin fest. Sie bestreitet jede Beteiligung an der Tat. Die Polizei ermittelt intensiv weiter.

 

Präventions-Tipps der Polizei

Die Polizei gibt anlässlich vermehrter Betrugsfälle folgende Präventions-Tipps bekannt:

– Grundsätzlich gilt es, unbekannten Personen ein gesundes Misstrauen entgegenzubringen, vor allem wenn Geld oder Wertsachen gefordert werden

– Lassen Sie niemanden in Ihr Haus oder ihre Wohnung, den Sie nicht kennen. Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme die Gegensprechanlage oder verwenden sie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.

– Lassen Sie sich einen Dienstausweis (auch von Beamten in Uniform) zeigen.

– Scheuen Sie sich nicht den Polizeinotruf 133 zu wählen oder suchen sie eine Polizeiinspektion auf, um sich zu vergewissern, dass es sich tatsächlich um Polizisten handelt.

– Die Polizei verwahrt niemals Geld oder Wertgegenstände, um sie vor möglichen Diebstählen zu schützen.

– Versuchen Sie sich das Aussehen der Person für eine spätere Personsbeschreibung genau einzuprägen. Machen Sie wenn möglich ein Foto mit Ihrem Handy.

– Notieren Sie sich – sofern möglich – Autokennzeichen und Marke, Type sowie Farbe eines vermutlichen Täterfahrzeuges.

– Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.

– Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

– Nachbarschaftshilfe und das Wissen um das Recht der Selbsthilfe können Straftaten verhindern.

– Ein entschiedenes NEIN, ein energisches Wegweisen eines ungebetenen Besuchers oder ein lauter Hilfeschrei können ebenfalls eine Straftat verhindern.