Mit einer düsteren Aussicht lässt der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aufhorchen. Die Corona-Krise könnte die deutsche Wirtschaft härter als befürchtet treffen.

Wie Wirtschafts-Experte Gabriel Felbermayr gegenüber dem Handelsblatt angibt, könnte Deutschland eine üble Rezession bevorstehen. Halbiere sich die Wirtschaftsleistung nur für einen Monat, koste das vier Prozent an Wachstum, bei zwei Monaten verdopple sich dies.

Felbermayr warnt vor „Mutter aller Rezessionen“

Damit, so ist der gebürtige Oberösterreicher, der seinen Magister an der Linzer Johannes-Kepler-Uni machte, sicher: „Ich fürchte, diese Rezession wird die Mutter aller Rezessionen“. In Friedenszeiten habe man eine solche Situation noch nie erlebt. Aus diesem Grund spricht er sich allerdings auch gegen die aktuellen Grenzkontrollen aus. Diese hält er für wirkungslos, weil das Coronavirus nämlich längst in Europa angekommen sei.

Droht nach der Rezession die Hyperinflation?

Unabhängig davon, was die Lockdown-Maßnahmen, welche in allen Ländern von weiten Teilen den Bevölkerung begrüßt werden, bringen – eines ist gewiss: Die Phase nach einer Rezession ist besonders spannend. Häufig reagieren Notenbanken darf nämlich mit dem Druck von „billigem Geld“. Damit könnte als nächstes eine Hyperinflation kommen, bei der die Währungen massiv an Kaufkraft verlieren.

Die Finanzexperten Marc Friedrich und Matthias Weik prophezeiten in ihrem Bestseller-Buch „Der größte Crash aller Zeiten“, dass der Zusammenbruch des Wirtschaftssystems nur eine Frage der Zeit sei. Auch wenn die Corona-Krise damals noch nicht absehbar war: Der Wochenblick behandelte mögliche Crash-Szenarien, ihre Auswirkungen und Vorsorge davor schwerpunktmäßig bereits im Jänner (Printausgaben 02/20 und 03/20).

Börsen, Ölpreis und Kryptowährungen brechen ein

Allerdings gestaltet sich derzeit auch eine Anlage derzeit relativ schwierig – auch weil der Höhepunkt der aktuellen Krise noch nicht absehbar ist. In den vergangenen Wochen reihten sich Rekordverluste an den Börsen aneinander. So stürzte etwa der US-Leitindex seit dem 18. Februar in nur einem Monat um 27,3 Prozent von 29.232,19 auf 21.237,38 (Stand 12:15 Uhr MEZ) ab. Beim deutschen DAX waren der Crash im selben Zeitraum mit gar 38 Prozent noch intensiver, dieser steht derzeit bei 8.451,63 Punkten.

Dagegen hilft auch der niedrige Ölpreis nichts – dieser stürzte innerhalb eines Monats bis gestern auf unter 30 Dollar ab (18. Februar: 57,75$ – 17. März: 28,73$). Auch bei den größten Kryptowährungen gab es Abstürze: Bitcoin krachte von 10.188 Dollar am 18. März auf mittlerweile 5.132,39 Dollar – knapp mehr als die Hälfte – herab. Die wichtigste Altcoin Ethereum brach überhaupt um über 60 Prozent von 282,81 auf nur mehr 112,49 Dollar ein. Vom Höchststand bei fast 1.400 Euro im Jänner 2018 ist man weit entfernt.

Gold relativ stabil – Silber erleidet Einbruch

Untypisch an der Lage ist, dass auch die Edelmetalle Gold und Silber in diesem Zeitraum an Wert verloren. Hielt sich dies für Gold in Grenzen (minus vier Prozent), stürzte auch Silber im letzten Monat im Vergleich zum US-Dollar ab (minus 29,9 Prozent). In beiden Fällen sind die Verluste vor allem auf die letzten Woche zurückzuführen (minus 6,2 bzw. minus 24 Prozent).