Nach zwei Angriffen auf das jüdische Gotteshaus in Essen am 14. und 20. November, bei denen mit Steinen und Betonplatten auf das Gebäude geworfen wurde, konnte nun ein Tatverdächtiger gefasst werden: Es handelt sich um einen bereits polizeibekannten 37-jährigen Iraner. 

Am vergangenen Freitag hatte der Mann eine Steinplatte in ein Fenster der Synagoge geworfen. Daraufhin wurden Bilder der Überwachungskameras ausgewertet und festgestellt, dass derselbe Täter schon am 14. November ein weiteres Fenster beschädigt hatte.

Der festgenommene Iraner soll geständig sein; ein Tatmotiv gibt er jedoch nicht an. Am Dienstag kam er in Untersuchungshaft.

Antisemitismus nimmt zu

Der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde in Essen, Schalwa Chemsurashvili, zeigte sich nach dem Anschlag geschockt: Hätten die Panzergläser nicht standgehalten, hätten Menschen ernsthaft zu Schaden kommen können. „Der Vorfall hat mein Sicherheitsgefühl gebrochen. Ich habe mich in Essen mal sicher gefühlt“, sagte er gegenüber dem Magazin „DER WESTEN“. Der Antisemitismus habe in Deutschland stark zugenommen – besonders an Schulen gebe es Probleme: So habe seine eigene Nichte erst in Ruhe zur Schule gehen können, nachdem sie nach einem Schulwechsel angegeben hatte, Muslima zu sein.