Der Doppelmörder von Linz war bereits als Tierquäler polizeibekannt, es habe aus der Bevölkerung bereits viele Hinweise auf den radikal islamistischen Hintergrund des Tunesiers gegeben. Die Polizei sei dennoch untätig geblieben, prangert FPÖ-Boss Heinz-Christian Strache diesen Donnerstag auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz an.

In einer Pressekonferenz sprachen LH-Stellvertreter Manfred Haimbuchner, der die Opferfamilie persönlich kannte, FP-Obmann HC Strache und Generalsekretär Herbert Kickl die Misstände rund um den politisch-religiös motivierten Doppelmord in Linz an.

Strache fordert Polizeipräsident zum Rücktritt auf

Harsche Kritik musste der Landespolizeidirektor Andreas Pilsl einstecken. Dieser behauptete unmittelbar nach der Tat, dass kein islamistischer Hintergrund bestehe, obwohl die radikal muslimische Prägung aus ersten Einvernahmen und dem Umfeld des Täters bekannt sein musste.

Pilsl hatte erklärt, es liege ein politisches Mordmotiv vor – Hass auf die FPÖ („Wochenblick“ berichtete). Wenige Tage später, als der Mord bereits zum Politikum geworden war, ruderte Pilsl zurück und verkündete, dass kein politischer, sondern ein IS-Hintergrund bestehe.

Mord hätte verhindert werden können

Strache forderte Pilsl vor diesem Hintergrund nun zum Rücktritt auf. Haimbuchner kritisierte, dass der Täter als Brutalo-Tierquäler bekannt war und auch seine Radikalisierung nicht unbemerkt blieb, dennoch sei nichts unternommen worden. Möglicherweise hätte der bestialische Mord an dem Pensionisten-Paar jedoch verhindert werden können.

Die Trennung des politischen vom religiösen Motivs des Täters ist nicht möglich, da der radikale Islam nicht nur eine religiöse, sondern auch eine politische Bewegung sei. „Die FPÖ wurde zur Zielscheibe weil sie seit Jahren genau vor den Gefahren des politischen Islam warnt – der Mörder hat diese Rechtmäßigkeit und den Wahrheitsgehalt dieser Warnungen durch seinen Doppelmord bestätigt“, setzte es Kritik seitens der FPÖ.

Verfassungsschutz jagt die Falschen

Aber nicht nur bei der Polizei, sondern auch beim Verfassungsschutz gebe es massiv falsche Prioritätensetzung. „Wenn vor einer Atib-Filiale eine Schweinskopf abgelegt wird, rückt die ganze Kavallerie aus“, kritisierte Kickl, dass bei radikale Islamisten und IS-Heimkehrer viel zu wenig unternommen wird, jedoch gegen sogenannte „Rechtsextreme“ und „Hassposter“ sofort schwere Geschütze aufgefahren werden.

Strache forderte weiters eine klare Verschärfung der Gesetzeslage im Bereich des radikalen Islamismus. So seien unter anderem ein Kopftuchverbot für Kinder angebracht, da dies nur Ausdruck des politischen Islam sei, oder eine Ausweitung des Verhetzungs- und des Symbol-Paragraphen.

Kaum Berichterstattung im ORF

Herbert Kickl ortete auch gravierende politische Meinungsbeeinflussung seitens des ORF. Die Berichterstattung über den ersten IS-Mord und den ersten politischen Mord seit langer Zeit fällt mager aus. In der „Zeit im Bild“ (ZiB) sei die brutale Hinrichtung der beiden betagten Senioren nur kurz nach dem Meldungsblock erwähnt worden und nicht einmal eine Schlagzeile wert gewesen.

Über die sich noch im Umlauf befindenden Schillinge sei in der „Zeit im Bild“ ausführlicher berichtet worden. Im Gegensatz dazu sei der Razzia gegen die sogenannten „Reichsbürger“ sehr ausführlich Platz eingeräumt worden, sogar mit einem Experten-Interview. Hier sieht Kickl eine ganz klare schwarz-rote Berichterstattung. Diese solle nur die Abwahl des Establishments verhindern. Deshalb würden die Gefahren, vor denen die FPÖ schon ewig warnt, verschwiegen werden.

Killer galt als „gut integriert“

Strache betonte zudem, es habe sich beim Doppel-Killer von Linz um einen scheinbar „gut integrierten Mitbürger“ gehandelt, der sich nicht „über Nacht radikalisiert“ habe. „Wieso ist man hier tatenlos geblieben?“, fragt Strache auf Facebook?

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