Sogenannte Flüchtlinge zündeten am 23. Dezember das Lager Lipa in der Nähe der Stadt Bihać im Nordwesten von Bosnien und Herzegowina an. Sofort lief die Mitleidsmaschinerie an, die einschlägige Politik wünscht die sofortige Aufnahme der aus Afghanistan und Pakistan stammenden „jungen Männer“ in die Europäische Union. Wochenblick-Korrespondent Milan Timotic reiste in die Region und berichtet über die Hintergründe. Er findet dabei nur Verlierer. 

Text und Fotos Milan Timotic – Wochenblick-Korrespondent aus Belgrad

Die Stadt Bihać, 313 Kilometer nördlich von Sarajevo, liegt im westlichen Teil der Föderation Bosnien und Herzegowina und ist das Verwaltungszentrum des Kantons Una-Sana. Laut der Volkszählung von 2013 leben 43.007 Menschen in Bihać. Seit Anfang 2020 nahm die Bevölkerung des Kantons Una-Sana auf nicht natürliche Weise um fast 6.000 Menschen zu. Dies ist, wie die autochtonen Einwohner von Bihać fetstellen müssen, keine Folge natürlicher Geburten, sondern durch einen Zustrom von Migranten aus Asien und Afrika. Die meisten dieser Neuankömmlinge sind aus Afghanistan, Pakistan, Somalia und nordafrikanischen Ländern und behaupten sie kommen aus Kriegsgebieten. Die Einheimischen schütteln bei ihren Geschichten meistens den Kopf, denn dass sie Kriegsflüchtlinge sind, ist unwahrscheinlich, da es in den meisten Herkunftsländern seit 15 Jahren keine Kriege mehr gibt. Zudem fällt den Einwohnern von Bihać auf, dass sich die Neuankömmlinge nicht an die örtlichen Gesetze und Volksgebräuche halten – im Gegenteil, die meisten behandeln ihre „Gastgeber“ sehr arrogant und feindselig.

Einheimische haben Angst um Eigentum und Existenz

Die Einwohner des Kantons Una-Sana sind zu etwa 90 Prozent Muslime, der Rest sind Kroaten und Serben. Die enorme Menge von Migranten, die auf ihrem Weg nach Westeuropa an der Grenze zwischen dem EU-Mitglied Kroatien und der Föderation von Bosnien und Herzegowina strandet, sorgt für Konflikte zwischen den Migranten und den Einheimischen. Die lokale Selbstverwaltung brachte die ungebetenen Migranten im Gebäude der BIRA-Fabrik – einer ehemalige Kühlschrankfabrik – unter, in der mehr als 3.000 Menschen unter unmenschlichen Bedingungen hausten. Die meisten von ihnen verließen diese Unterkunft und besetzten willkürlich Wochenendhäuser, Obstgärten und Wälder in der Nähe von Bihać. Sie waren es nicht gewohnt, mit den herrschenden Normen zu leben, und richteten irreparable materielle Schäden am Eigentum der lokalen Bevölkerung an. Das Legen von Bränden auf den Feldern und in den Wäldern und auch in den Wochenendhäusern selbst, sowie ständige Konflikte und Kämpfe mit fatalen Folgen, zwangen die Einheimischen, sich selbst zu organisieren um ihr Eigentum und ihre Existenz zu schützen.

Illegale Migranten bestimmen zunehmend das Straßenbild

Streit und Mord zwischen illegalen Migranten

Das fünf Kilometer von Bihać entfernte Dorf Žegar war bis 1992 eine überwiegend kroatische Siedlung. Heute ist es ein kroatisch-bosniakisches Dorf. Der Kroate Ivan Mažar (55), der in dem Dorf geboren wurde, sagt, dass es seit drei Jahren einen ständigen Zustrom von Migranten gibt, der sich im vergangenen Jahr zu einer echten Invasion auswuchs: „Tausende von ihnen kommen wie Ameisen, besetzen unsere Grundstücke, Wochenendhäuser, alte Häuser, in denen sie ihre Zeltsiedlungen bauen. Es gab ungefähr 200 Zelte auf meinem Grundstück und Fremde sind in mein Wochenendhaus eingezogen. Sie hatten keine Angst vor der Polizei oder vor mir. Was hätte ich allein gegen Hunderte von ihnen tun können? Sie zerstörten meine Früchte und hinterließen eine große Menge Müll und Kot. Eines Tages beschloss ich, mein hart erarbeitetes Eigentum, das meine Vorfahren vor Jahrzehnten geschaffen hatten, nicht mehr zerstören zu lassen. Ich beschloss, mein eigenes Haus in Brand zu stecken, weil ich nicht hilflos zusehen konnte, wie Fremde das Land und Eigentum meiner Vorfahren zerstören. Die Nachbarn sagten zu mir, dass ich verrückt bin und ich es nicht hätte tun sollen. Was sollte ich tun? Auf meinem Grundstück wurden, während eines Streits zwischen Afghanen und Pakistanis, zwei Menschen getötet. Ich hatte keine andere Wahl als mein Wochenendhaus niederzubrennen, damit sich dort keine Fremde mehr aufhalten. Ich habe den Zerfall der SFRJ (Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) und den Krieg erlebt, aber sie haben fast keinen Schaden angerichtet. Jetzt, 25 Jahre nach Kriegsende, geht es mir schlechter als in Kriegszeiten.

Das verbrannte Haus von Ivan Mažar

Und Mažar erklärt weiter, dass er, wenn all dies vorbei ist, sein Eigentum wieder erneuern will, aber er weiß nicht, wann dies geschehen wird, weil immer mehr Asylanten kommen und kein Ende abzusehen ist.

Sie akzeptieren die Gesetze und Volksbräuche nicht

Der 59-jährige Moslem Sej Ramić, 30 Jahre lang Professor für Bildende Kunst am Bihaćer Gymnasium, der bis 1992 Reserveoffizier der jugoslawischen Volksarmee (JNA) war, führt seit mehr als einem Jahr Proteste unzufriedener Bürger von Bihać und Umgebung an. Die Bewegung setzt sich für die Unterbringung der Asylanten aus Afrika und Asien in Aufnahmezentren außerhalb der Stadt Bihać ein. Dadurch sollen die Migranten bessere Unterkunftsbedingungen erhalten und die Bürger der Stadt endlich ihren Frieden.
Die zahlreichsten Migranten sind Neuankömmlinge aus Afghanistan und Pakistan“, so Ramić. „Sie akzeptieren die Gesetze und Volksbräuche der Umgebung nicht. Ständig kommt es zu brutalsten Auseinandersetzungen. Fast nirgends kann man sich sicher bewegen. Wir sind in Bihać größtenteils Muslime, aber der Islam, der aus diesen Ländern kommt, hat mit unserem Islam nichts zu tun. Es handelt sich hier hauptsächlich um junge Menschen im Alter von 17 bis 30 Jahren, die die Normen des lokalen Verhaltens nicht akzeptieren, und ich, als ehemaliger Reserveoffizier, kann leicht sehen, dass die meisten dieser Männer für den Krieg ausgebildet sind. Sie reisen nicht nach Europa um ihre wirtschaftlichen Probleme zu lösen, sondern um die Vorteile der wirtschaftlich entwickelten EU-Länder zu nutzen. Dabei haben die meisten von ihnen keine Qualifikationen für das Leben und Arbeiten in Europa. Die lokale Regierung verschweigt die Zahl der Migranten im Kanton Una-Sana vor den Menschen, ich behaupte, dass es mehr als 10.000 von ihnen gibt, obwohl es nach offiziellen Angaben ungefähr 3.000 sind.

Rückführung in Heimatländer gefordert

Die Migranten behaupten, sich hier auf der Flucht vor dem Krieg zu befinden, tatsächlich fliehen sie vor den Gesetzen ihres eigenes Landes. Auch die kroatische Polizei ist zu kritisieren. Sie erwischen die illegalen Migranten in ihrem Hoheitsgebiet und nehmen nicht mal ihre Fingerabdrücke oder fotografieren sie für das Strafregister, sondern schicken sie einfach nach Bosnien und Herzegowina zurück. Gibt es ein Land auf der Welt, in dem Sie illegal die Grenze überqueren und ohne Dokumente bleiben können, ohne dafür bestraft zu werden? Diejenigen, die herkommen, müssen wissen, dass wir keine muslimischen Fundamentalisten mit extremen Ansichten sind, sondern Menschen des Balkans und Europas, die seit Jahrhunderten in dieser Gegend leben. Deshalb sind Migranten überrascht, wenn lokale Muslime ihre Ansichten, wonach Europa und Christen unsere Feinde sind, nicht unterstützen. Unsere Bewegung hat inzwischen etwa 9.000 aktive Mitglieder, die fordern, dass die illegalen Migranten in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken.“, betont der Lehrer.

Asylindustrie als Nutznießer

Aber auch für die Asylindustrie hat Ramić nichts übrig: „Hier passieren auch völlig merkwürdige Sachen. Ein Beispiel ist die ehemalige BIRA-Fabrik, in der die Asylanten eine Weile unter völlig unmenschlichen Bedingungen untergebracht wurden. Das Flüchtlingskommissariat zahlte dem Eigentümer der Fabrik monatlich 30.000 Euro. Für die Migranten wurde Brot aus Hauptstadt Sarajevo gebracht, das fünf Autostunden von Bihać entfernt liegt. In unserer Stadt gibt es etwa 30 Bäckereien. Wo ist die Wirtschaftlichkeit und die Sinnhaftigkeit solcher Aktionen?“ Für ihn ist klar, dass jemand auf Kosten der Asylanten und der Einwohner von Bihać riesige Geldsummen verdient, während sowohl Migranten als auch die Bewohner der Gegend den Spielchen der lokalen Behörden und der internationalen Gemeinschaft überlassen wurden.

Kroatische Polizei greift hart durch

Die geringe Entfernung von Bihać zur Grenze von Kroatien ist der Hauptgrund, warum sich eine große Anzahl von Migranten dafür entscheidet, in der Nähe zu bleiben. Sie nutzen jede Gelegenheit, um unbemerkt die Staatsgrenze zu überqueren und nach Slowenien und Österreich zu fahren. Dichte Wälder und unzugängliches Gelände eignen sich hervorragend dazu, sich frei zu bewegen und in die Europäische Union einzusickern. Die kroatische Polizei kennt allerdings die Routen und kontrolliert diese regelmäßig. Und sie greifen auch immer wieder Grenzverletzer auf. Verhaftungen durch die kroatischen Beamten seien, wie Migranten behaupten, sehr brutal, schmerzhaft und unmenschlich. Sie beschreiben, dass kroatische Polizisten sie sofort geschlagen, ihr Geld und ihre Handys sowie warme Teile ihrer Kleidung und Schuhe beschlagnahmt und sie dann zurück in die BiH-Föderation gebracht haben. Einige Migranten behaupten, sie hätten mehrmals versucht, die kroatische Grenze zu überschreiten, seien aber immer gefasst und misshandelt worden. Die Unglücklichen sagen, dass sie ständig an Vögel denken, die die Grenze überschreiten, in die sie sich deswegen verwandeln würden, aber es ist klar, dass dies eine Grenze ist, die selbst Vögel nicht überschreiten können.