Seit mehreren Tagen toben massive Unruhen in der ostfranzösischen Stadt Dijon. Freie Medien wie der Wochenblick berichteten längst über die Kämpfe zwischen Tschetschenen und Nordafrikanern, ehe der ORF nachzog. 

Mitten in die linksliberale Idylle der Deutungshoheit über selbstlos gegen angeblichen Rassismus protestierende Minderheiten platzte ein französischer Multikulti-Albtraum. Denn in Frankreich rotteten sich zuletzt Tschetschenen und Nordafrikaner – beide Ethnien sind großteils muslimischen Glaubens – zusammen, um sich mit Waffengewalt zu bekämpfen. Und der Mainstream schaute lange weg – oder verzerrte die Umstände.

Armee versucht Bürgerkrieg einzudämmen – ORF schwieg

Auslöser für die Unruhen war eine Schlägerei am 13. Juni zwischen den beiden Migranten-Gruppen, bei der ein jugendlicher Tschetschene ernsthafte Verletzungen davontrug. In der Folge – Wochenblick berichtete bereits am Sonntag – mobilisierte die Tschetschenen-Community vor Ort unter Landsleuten in ganz Frankreich im Kampf um die Vorherrschaft.

Die Unruhen hatten sich längst zu bürgerkriegsähnliche Zuständen im beschaulichen Kulturstädtchen ausgewachsen, als Emmanuel Macron am Dienstag die Armee für einen seltenen Inlandseinsatz entsandte. Trotzdem berichteten deutsche Mainstream-Stationen zögerlich und verharmlosend. Und der ORF hatte die Eskalation bis heute Mittag überhaupt nicht am Schirm. Auch diesen Umstand lückenhafter Darstellung thematisierte der Wochenblick schon.

ORF berichtet nach vier Tagen

In der Mittags-ZiB am Mittwoch um 13:00 Uhr war es dann so weit: Endlich zog auch der heimische öffentlich-rechtliche Sender nach. In einem kurzen 80-Sekunden-Beitrag waren die Unruhen in Ostfrankreich endlich auch Thema im zwangsgebührenfinanzierten Sender vom Küniglberg.

Der kritische Blog ORF Watch sah gestern im Verhalten des Senders eine Beeinflussung des Sehers: „Der verbindet dank des ORF auch weiterhin Dijon mit Senf, nicht mit ethnischen Konflikten und verängstigten Franzosen“

Selektive Berichterstattung kein Einzelfall

Übrigens – dass der ORF über Dinge, welche nicht ins Narrativ passen, nicht berichtet, ist kein Einzelfall. Als vor etwa anderthalb Jahren ein Reporter der konservativen „Jungen Freiheit“ vier Monate lang zu Unrecht in einem venezolanischen Gefängnis saß, berichtete der ORF kein einziges Mal über dessen Inhaftierung.

Den fast zeitgleichen Fall des auch für linksradikale Blätter schreibenden Salzburger Max Zirngast begleitete der ORF hingegen intensiv. Und auch über die vergleichsweise kurze Inhaftierung anderer Journalisten im sozialistischen Land berichtete der ORF im fraglichen Zeitraum freilich sehr wohl…